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Aufbruchstimmung bei den Kranichen

Aufbruchstimmung bei den Kranichen

Source: NABU – Naturschutzbund DeutschlandZehntausende stehen in den Startlöchern

Der Kranichzug nimmt wieder an Fahrt auf, Tausende Kraniche machen sich auf den Weg in die Brutgebiete. Viele sind aber auch noch in Spanien.

Kraniche – Foto: Horst Engler/www.naturgucker.de

25. Februar 2022 – Nachdem der Kranichzug seit dem vergangenen Wochenende abgeschwächt ist, wird er zum Wochenausklang wieder stärker. Gestern und heute zogen wieder etliche Kraniche auf der klassischen Route aus Frankreich über das Saarland, das Rhein-Mai-Gebiet und Hessen.
Vor allem scheint über Frankreich gerade ein massiver Zug zu herrschen, teilt das Kranichschutzzentrum auf Facebook mit. Die Zahl der rastenden Kraniche in Südfrankreich sei enorm zurückgegangen, viele sind offenbar Richtung Deutschland gezogen. Am gestrigen Donnerstag wurden nur noch etwa 2.560 Kraniche am Rastplatz in Arjuzanx gemeldet, vor zwei Wochen waren es dort rund 11.480.
Aufbruchstimmung herrscht auch in Spanien. In dem Naturreservat Laguna de Gallocanta nordöstlich von Madrid versammelten sich in der vergangenen Woche wie bereits derwähnt 111.000 Kraniche, 90.000 Vögel mehr als noch in der Vorwoche. Die Naturschützer*innen vor Ort berichteten zuletzt von starkem Zuzug aus dem Süden.

Rastende Kraniche – Foto: Stephanie Tübbecke/www.naturgucker.de

23. Februar 2022 – Der Kranichzug pausiert momentan weitgehend. Seit Samstag sind die Beobachtungen Tag für Tag zurückgegangen. Entweder müssen die Kraniche vor dem Einflug nach Deutschland doch noch Kraft sammeln oder die Winde sind bisher nicht so gut wie erwartet.
Dabei haben sich viele Überwinterer, wohl mehr als 111.000 Kraniche, bereits in der vergangenen Woche an der Laguna de Gallocanta in Spanien versammelt. Ein großer Teil der überwinternden Vögel steht also kurz vor der Pyrenäen-Überquerung.
19. Februar 2022 – Einige Kraniche schienen das stürmische Wetter nicht als Stopsignal  sondern als Herausforderung zu sehen. Über dem Rhein bei Bonn und Köln, über Bergischem Land, Westerwald, Lahntal, Sauerland und Rothaargebirge zeigten sich schon früh am Samstag die ersten Kranichtrupps. Die Vögel waren entweder bereits tief in der Nacht in der Champagne gestartet oder hatten, was wahrscheinlicher ist, in Rheinnähe eine sturmbedingte Zwischenrast eingelegt.
Ab dem frühen Mittag flogen dann zahlreiche Kraniche neu aus Frankreich ein und zogen vor allem auf der Hessenroute weiter. Nach dem Durchzug des Sturmtiefs können die Vögel in dessen Rücken nun südwestliche Winde nutzen, die sie rasch voranbringen.
18. Februar 2022 – In Spanien kündigt sich Großes an: Innerhalb einer Woche sind die Rastbestände an der Laguna de Gallocanta nördlich von Madrid sprunghaft an. Ein erheblicher Teil der überwinternden Vögel steht kurz vor der Pyrenäen-Überquerung und fliegt potenziell im Laufe der kommenden Woche im Himmel über uns, wenn die Stürme nachlassen. Viele Spanien-Überwinterer haben die letzten Monate in den Korkeichenwäldern der Extremadura verbracht. Die Laguna de Gallocanta ist dann der erste Zwischenstop nach Norden.
Die meisten derjenigen Kraniche, die den über Winter in Südwestfrankreich waren, haben ihre Brutgebiete hierzulande wohl schon erreicht: In Arjuzanx wurden nun 5.000 Kraniche gezählt, das sind noch mal 6.500 weniger als in der vergangenen Woche. In maximal zwei Tagesflügen erreichen die Zugvögel aus der Region bereits Deutschland. Angesichts der heftigen Stürme, die die Orkantiefs „Ylenia“ und „Zeynep“ über Deutschland bringen, pausieren die meisten Kraniche erst einmal.

Viele Kraniche bleiben wegen der Stürme erstmal am Boden – Foto: Frank Derer

17. Februar 2022 – Die Sturmtiefs „Ylenia“ und „Zeynep“ bringen seit dem gestrigen Donnerstagabend und bis zum Wochenende Orkan- und Sturmböen über Teile Deutschlands. Das hat auch Auswirkungen auf die Rückkehr vieler Kraniche.
Noch am vergangenen milden Sonntag wurden besonders viele Kraniche in einem breiten Band vom Saarland, über Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen bis nach Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg beobachtet. Während am Sonntag also auf allen Routen Vollbetrieb herrschte, wählten die Kraniche zum Wochenbeginn eher die Hessenroute.
Am Mittwoch bereits nahmen die Einträge zum Kranichzug auf den Meldeportalen deutlich ab, vermutlich waren generell weniger Kraniche unterwegs. Allerdings gab es noch einige Sichtungen über Luxemburg und der Eifel. Die dort beobachteten Kraniche werden gegen den immer stärker werdenden Sturm wohl nicht mehr allzu weit gekommen und dann notgelandet sein. Wenn der Wind abnimmt, werden sie sich wahrscheinlich wieder auf den Weg in ihre Brutgebiete begeben.
11. Februar 2022 – Der Nachschub geht so schnell nicht aus. Inzwischen brechen auch in Südfrankreich zahlreiche Kraniche zum Rückflug in die Brutgebiete auf. So wurden an den Seen des ehemaligen Braunkohletagebaus von Arjuzanx in der Gastogne am Donnerstag nur noch 11.500 Kraniche gezählt, das sind 10.000 weniger als am Montag.
In einem bis zwei Tagesflügen erreichen die in Arjuzanx gestarteten Vögel bereits Deutschland.

Kraniche im Abendrot – Foto: Thomas Munk

09. Februar 2022 – Die Rückkehr aus den Winterquartieren hält weiter an. Inzwischen kann man fast die Uhr nach den Kranichen stellen. Zwar schwankt die Zahl der Meldungen stark, je nach Flugwetter und Beobachtungswetter. Aber Tag für Tag machen sich frühmorgens weitere Kraniche vom Lac du Der-Chantecoq in der französischen Champagne auf und erreichen dann kurz vor Mittag die deutsch-französische Grenze. Nach dem Überflug von Saarland und Pfalz werden meist gegen 14 Uhr die ersten Kraniche über dem Rhein-Main-Gebiet gesichtet. Am späten Nachmittag und frühen Abend fliegen sie über Nordhessen und dem südlichen Niedersachen. Ab dem frühen Nachmittag mehren sich auch im südlichen NRW die Beobachtungen, oft etwas unvermittelt – wahrscheinlich, weil in der dünn besiedelten Eifel weniger Vogelfreund*innen in den Himmel schauen, von dort also weniger Meldungen kommen.
Bei einer Zählung am Sonntag, 6. Februar, am Lac du Der wurde ein Gesamtbestand von 16.921 Kranichen erfasst. Das sind rund 8.000 weniger als eine Woche zuvor. An den anderen französischen Großrastplätzen und in Spanien sind die Zahlen recht stabil, so dass wohl die meisten bisherigen Rückkehrer aus der Champagne stammen. Das zeigt auch, dass bisher nur ein sehr kleiner Teil der mehr als 300.000 Westzieher auf dem Rückweg ist.

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05. Februar 2022 – Seit den Weihnachtstagen meldeten die französischen Vogelkundler*innen vom Lac du Der in der Champagne beständig zwischen 20.000 und 25.000 überwinternde Kraniche. Bei der nächsten Zählung wird diese Zahl wohl deutlich niedriger ausfallen, denn mehr und mehr der Vögel machen sich auf den Weg zurück in die Brutregionen.
Bereits Ende Januar nahmen die Meldungen von Kranichen mit Flugrichtung Nordost deutlich zu. Nachdem es einige Tage recht ruhig war, sind am Freitag erneut größere Trupps aufgebrochen. Vor allem auf der Route vom Saarland über Rheinland-Pfalz, Hessen und Südost-Niedersachsen wurden Hunderte Kraniche gesehen, vereinzelt auch in Nordhrein-Westfalen über dem Rheinland und dem Ruhrgebiet. Am Samstag zeigten sich ab dem späten Vormittag erneut Kraniche über dem Saarland, die weiter über den Pfälzerwald und das Nordpfälzer Bergland nach Rheinhessen und den Ballungsraum Rhein-Main flogen. Zur Fußballbundesligazeit wurde dann von der Eifel ausgehend auch die NRW-Route beflogen.

Kranichbeobachtungen am 5. Februar, links unten der Stausee Lac du Der. – Quelle: www.naturgucker.de, Kartengrundlage: Google Maps

Wie viele Kraniche genau unterwegs sind, lässt sich schwer sagen, denn der Frühjahrszug – auch wenn er mitten im Winter startet – ist diffuser als der Herbstzug. Die Kraniche haben es beim Weg in die Brutreviere grundsätzlich recht eilig. Während sie im Herbst oft mehrere Wochen an den großen Rastplätzen pausieren, wird jetzt durchgezogen. Im Havelluch oder an der Boddenküste finden daher nun auch keine der sehr aufwändigen Synchronzählungen statt.
Schließlich wartet am Ziel der Rückreise kein großes friedliches Happening, bei dem sich sowieso wieder alle treffen. Es geht um geeignete Brutreviere für jeweils ein Kranichpaar, wo es im Frühling und Sommer Nachwuchs aufziehen kann. Andere Kraniche in zu großer Nähe stören dabei. Im Unterschied zu Störchen oder Reihern sind Kraniche keine Koloniebrüter. Ihre Nester befinden sich auch nicht einigermaßen vor Fressfeinden sicher in Baumkronen oder auf Hausdächern, sondern direkt am Boden, geschützt nur durch eine möglichst versteckte Lage und umgeben von möglichst knietiefem Wasser.
21. Januar 2022 – Zwar hat der kräftige Frost über Weihnachten in Norddeutschland viele zunächst noch unentschlossene Kraniche Richtung Frankreich und Spanien getrieben. Doch längst nicht alle. Vor allem von Niedersachsen bis Thüringen und Brandenburg haben tausende Kraniche weiter ausgehalten. So ergab eine Zählung in der Diepholzer Moorniederung am 16. Januar noch fast 4.400 Kraniche. Gleichzeitig hielten sich am Lac du Der in der Champagne 24.000 Kraniche auf, von dort ist es nur ein Tagesflug bis nach Deutschland.
Wenn jetzt Kraniche beobachtet werden, ist nicht immer klar, ob es sich um Überwinterer oder vielleicht schon Rückkehrer handelt. Soweit möglich, helfen daher bei Meldungen Angaben zur Flugrichtung, das Geschehen einzuordnen. Je mehr Beobachtungen gemeldet werden, desto klarer wird das Bild.

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