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Warum an Flughäfen erneut gestreikt wird

Warum an Flughäfen erneut gestreikt wird

Source: Verdi – Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft
22.03.2022 – Wenn jemand weniger als 13 Euro verdient und angesichts der stark steigenden Preiseentwicklung einen Euro mehr für einen Knochenjob verlangt, dann sollte das eigentlich jeder verstehen. Doch die Arbeitgeber der Luftsicherheitskräfte wollen das nicht einsehen und bieten gerade mal 38 Cent mehr Lohn pro Stunde für die unteren Lohngruppen. Das ist zu wenig. Deshalb streiken die Beschäftigten erneut für ein faires Lohnangebot. Das Ergebnis sind auch heute wieder an zahlreichen Flughäfen lange Warteschlangen, genervte Passagiere und Flugverzögerungen, die auf das Konto der Arbeitgeber gehen.

Vier Tarifverhandlungsrunden sind bereits ohne ein vernünftiges Angebot der Arbeitgeber verstrichen, trotz vorangegangener Warnstreiks. Am Donnerstag, 24. März, geht es in die fünfte Runde. Um den Druck auf die Arbeitgeberseite, den Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) für ein faires Angebot zu erhöhen, hat ver.di heute erneut die Beschäftigten, die im Luftsicherheitsbereich in der Fluggastkontrolle sowie der Personal- und Warenkontrolle sind, an mehreren Flughäfen zu Warnstreiks aufgerufen. ver.di verhandelt für 25.000 Beschäftigte in der Branche.

Ganztätig zum Warnstreik aufgerufen sind am heutigen Dienstag, 22. März, die Beschäftigten im Luftsicherheitsbereich, die in der Fluggastkontrolle tätig sind: an den Flughäfen Frankfurt, Berlin, Bremen, Hamburg, Hannover, Stuttgart, Düsseldorf und Köln/Bonn.
Ebenfalls im Luftsicherheitsbereich zum Streik aufgerufen sind die Beschäftigten, die in der Personal- und Warenkontrolle sowie der Frachtkontrolle tätig sind, an den Flughäfen in Köln/Bonn, Düsseldorf, Frankfurt und Leipzig. Am Flughafen Frankfurt wird der Streik der Beschäftigten im Luftsicherheitsbereich, die in der Frachtkontrolle tätig sind, am Mittwoch, 23. März, um 6:00 Uhr enden. Am Flughafen Leipzig wird der Streik der Beschäftigten im Luftsicherheitsbereich, die u.a. in der Personal- und Warenkontrolle sowie der Frachtkontrolle tätig sind, am heutigen Tag, 22. März, um 22:00 Uhr enden. An den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn werden Beschäftigte im Luftsicherheitsbereich, die u.a. in der Personal- und Warenkontrolle, dem Rollstuhlservice sowie der Frachtkontrolle tätig sind, ihren Warnstreik heute, 22. März, um 24:00 Uhr beenden.
Die Arbeitgeber hatten zuletzt nur für die oberen Entgeltgruppen ein besseres Angebot unterbreitet. Die unteren Entgeltgruppen mit weniger als 13 Euro Stundenlohn wollen sie mit 38 Cent mehr pro Stunde abspeisen. Das ist den Beschäftigten zu wenig, zumal das Angebot Nullmonate vorsieht und die Preisentwicklung nicht berücksichtigt. Sie fordern: Mindestens 1 Euro mehr Lohn pro Stunde, außerdem gleicher Lohn für gleiche Arbeit und die längst überfällige Angleichung der Löhne in Ost an West.
Während ver.di zuletzt bei den Verhandlungen mit den Arbeitgebern bei der Angleichung der regionalen Löhne und der Angleichung Ost an West weitergekommen ist, sind die Arbeitgeber bei der Lohnerhöhung mit ihrem Angebot weit unter der Forderung der Beschäftigten geblieben.
„Die Arbeitgeber haben es versäumt, endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen, das die Preisentwicklung aufgreift und dafür sorgt, dass die Arbeit für qualifizierte Fachkräfte im Luftsicherheitsbereich attraktiv bleibt“, sagte ver.di-Verhandlungsführer Wolfgang Pieper. Dies sei gerade auch vor dem Hintergrund des Booms beim Luftfrachtverkehr kurzsichtig.
Die Tarifverhandlungen werden am 24. März 2022 in Frankfurt fortgesetzt.

MIL OSI