Source: NABU – Naturschutzbund DeutschlandSatellitendaten zeigen neues Ausmaß
Hitze, Dürre und Schädlinge machen den Wäldern in Deutschland zu schaffen. In den vergangenen Jahren starben deswegen zahlreiche Bäume ab oder mussten gefällt werden. Das Ausmaß ist schlimmer als bisher angenommen.
Zerstörte Bäume im Harz – Foto: Getty Images/CloudVisual
22. Februar 2022 – Fast fünf Prozent der gesamten Waldfläche (rund 501.000 Hektar) Deutschlands sind von Januar 2018 bis April 2021 zerstört worden. Das teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Montag mit. Die Forschenden werteten dafür zahlreiche Satellitendaten aus.
Die Ergebnisse der Untersuchungen seien alarmierend und die Ausmaße der Zerstörungen erheblich höher als bisher angenommen, so das DLR. Ungewöhnliche Hitze- und Dürreperioden in den Jahren 2018 bis 2021 seien Auslöser, die wiederum den Befall durch Schadinsekten begünstigten. Die Bäume starben ab oder mussten großflächig gefällt werden, um Schädlingen, wie dem Borkenkäfer, die Nahrungsgrundlage zu entziehen.
Von den Verlusten seien Nadelwälder in der Mitte Deutschlands am stärksten betroffen. Von der Eifel, über das Sauerland, den Harz und den Thüringer Wald, bis in die Sächsische Schweiz zeigen sich massive Probleme. Innerhalb der drei Jahre habe allein Nordrhein-Westfalen mehr als ein Viertel seiner Fichtenwälder verloren, in manchen Landkreisen waren es sogar mehr als zwei Drittel.
„Dürresommer, eine zu einseitige Ausrichtung auf die Holzernte, Schädlingsbefall und Stürme haben zu einer Waldkrise beispiellosen Ausmaßes geführt. Während der Weltklimarat vor irreversiblen Schäden warnt, steigt gleichzeitig der Nutzungsdruck, beispielsweise für die Verfeuerung von Holz zur Energieerzeugung. Die Vielzahl der Nutzungswünsche überschreitet jedoch die Möglichkeiten des Waldes. Nun gilt es die angekündigten Maßnahmen für naturnahe Wälder schnell umzusetzen. Dazu zählen Waldumbau und die Honorierung von Ökosystemleistungen von Waldbesitzerinnen und -besitzern.“
NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger
Der NABU fordert eine Waldwende. Das bedeutet, mehr naturbelassene Wälder zu ermölichen und, wo nötig, eine naturnahe Waldbewirtschaftung anzustreben, welche die überlebenswichtigen Funktionen der Wälder stabilisiert. Der Umweltverband ruft dabei auch ausdrücklich die Holz- und Forstwirtschaft und Wirtschaftsverbände dazu auf, an einem Strang zu ziehen.
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