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Krankenkassen: Noch keine Tarifeinigung bei der AOK

Krankenkassen: Noch keine Tarifeinigung bei der AOK

Source: Verdi – Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft
15.02.2022 | Während sich ver.di mit der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK-Gesundheit) und der gesetzlichen Krankenkasse Barmer im Januar 2022 auf ein gutes Tarifergebnis und zusätzliche Vorteilsregelungen für ver.di-Mitglieder geeinigt hat, bleibt die Allgemeine Ortskrankenkassen (AOK) Schlusslicht und hat trotz Streiktag am 8. Februar 2022 noch immer kein akzeptables Angebot vorgelegt. Jetzt heißt es für ver.di und die Beschäftigten mit aller Kraft weiter für einen guten Abschluss zu kämpfen. Am 23. und 24. Februar wird bei der AOK erneut verhandelt.

Das ist der aktuelle Stand
AOK: Beim Live-Event am bundesweiten Streiktag am 8. Februar 2022 haben sich mehrere Tausend Beschäftigte bei ver.di zugeschaltet. Die Klicks auf dem Video-Stream sind durch die Decke gegangen, doch bei der AOK gibt es keine Bewegung. Sie will fast ein Jahr keine tabellenwirksame Erhöhung und eine prozentuale Erhöhung, die Reallohnverlust bedeutet. Zudem wollen die Arbeitgeber ein noch ausstehendes Ergebnis der Tarifrunde nicht für die Beschäftigten der AOK Nordost (Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern) anwenden, obwohl die AOK Nordost Mitglied der bundesweiten Tarifgemeinschaft der AOK ist. „Eine einseitige Demontage der Tarifbindung ist nicht akzeptabel“, sagte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle. „Die Beschäftigten der AOK Nordost haben wie alle anderen eine angemessene Vergütung für ihre Arbeit verdient.“

Jetzt heißt es weiter kämpfen. Für die rund 60.000 Beschäftigten der AOK fordert ver.di eine Erhöhung von 5,9 Prozent, mindestens 200 Euro, für Auszubildende 150 Euro, bei einer Laufzeit von 12 Monaten.
DAK-Gesundheit: Für die 10.700 Beschäftigten der DAK-Gesundheit konnte ver.di Ende Januar 2022 ein gutes Tarifergebnis mit zusätzlichen Vorteilsregelungen exklusiv für ver.di-Mitglieder durchsetzen. Die Beschäftigten bekommen demnach im März eine Einmalzahlung von 1.000 bzw. 750 Euro netto, je nach Einkommensgruppe. Für Auszubildende beträgt die Einmalzahlung 200 Euro. Ab April gibt es eine lineare Einkommenserhöhung von 2,6 Prozent, ein Jahr später kommen weitere 1,4 Prozent mehr dazu. Auszubildende bekommen ab beiden Zeitpunkten jeweils 40 Euro mehr, zudem eine tarifliche Übernahmeregelung und die Übernahme ihrer Ausbildungskosten. Das Weihnachtsgeld wird in den ersten sechs Berufsjahren auf 80 Prozent in 2022 erhöht und auf 100 Prozent für alle in 2023. Hinzu kommt exklusiv als Vorteilsregelung für ver.di-Mitglieder jeweils ein zusätzlicher freier Tag in den Jahren 2022 und 2023. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 24 Monaten (1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2023). Die Online-Mitgliederbefragung von ver.di zum Tarifergebnis endet heute um 17 Uhr.
Barmer: Warnstreiks und ein Livestream auch bei der gesetzlichen Krankenkasse Barmer haben für die Tarifverhandlungen den notwendigen Rückenwind gegeben. Von dem Verhandlungsergebnis profitieren rund 15.000 Beschäftigte. Im März 2022 gibt es laut der Einigung eine steuer- und sozialversicherungsfreie Einmalzahlung von 1.500 Euro für Beschäftigte (Vollzeit) und 800 Euro für Auszubildende. Ab April 2022 soll das Urlaubsgeld um 3,5 Prozent auf 37,1 Prozent erhöht werden. Ab 1. Dezember 2022 soll es 3,2 Prozent mehr Monatsentgelt geben sowie Nachtdienst- und Schichtzuschläge, Vergütung für Rufbereitschaft und 120 Euro mehr für Auszubildende. Die Laufzeit des Tarifvertrags beträgt 24 Monate (1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2023). Für ver.di-Mitglieder wurde ein Mitgliedervorteil ausgehandelt, sie bekommen zusätzlich zum bereits im Manteltarifvertrag bestehenden Bildungstag zwei weitere zusätzliche Bildungstage für 2022 und 2023 (je einen pro Jahr). Und zur Förderung der Nachhaltigkeit will die Arbeitgeberseite künftig den Mindestzuschuss zum Jobticket gewähren. Noch bis zum 22. Februar 2022 können ver.di-Mitglieder bei der Online-Mitgliederbefragung von ver.di ihre Rückmeldung zum Tarifergebnis geben.
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