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Knapp ein Drittel der im Jahr 2020 geprüften Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen wiesen Mängel auf

Knapp ein Drittel der im Jahr 2020 geprüften Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen wiesen Mängel auf

Source: Destatis Statistisches Bundesamt

9,3 % aller geprüften Anlagen mit erheblichen oder sogar gefährlichen Mängeln

Pressemitteilung Nr. 583 vom 17. Dezember 2021

WIESBADEN – Im Jahr 2020 wurden deutschlandweit bei knapp einem Drittel (30,9 %) der insgesamt 248 070 geprüften Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen technische Mängel oder Ordnungsmängel festgestellt. Darunter waren unter anderem Tankstellen, Lageranlagen, Abfüllanlagen oder Heizölverbraucheranlagen. Die Anlagensicherheit rückte in diesem Sommer in den Fokus, als sich eine große Explosion in einer Entsorgungsanlage in Leverkusen ereignete. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, wurden bei 53 658 Anlagen (21,6 %) geringfügige, bei 22 978 Anlagen (9,3 %) erhebliche und bei 66 Anlagen (0,03 %) sogar gefährliche Mängel festgestellt.

Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen müssen zum Schutz der Umwelt regelmäßig von Sachverständigen auf ihre Sicherheit geprüft werden. Geringfügige Mängel müssen spätestens nach sechs Monaten beseitigt sein. Erhebliche und gefährliche Mängel müssen umgehend behoben werden. Bei gefährlichen Mängeln wird die Anlage zudem sofort stillgelegt und darf erst wieder in Betrieb gehen, wenn die Mängel beseitigt sind. 

4 260 Anlagen mit erheblichen oder gefährlichen Mängeln stehen in Schutzgebieten 

Fast jede fünfte (18,5 % beziehungsweise 4 260) der insgesamt 23 044 Anlagen mit erheblichen oder gar gefährlichen Mängeln stand in einem Schutzgebiet. Zu einem Schutzgebiet zählen Wasserschutzgebiete der Zonen I, II oder III/IIIA sowie Heilquellenschutzgebiete. Rund 84 % beziehungsweise 3 593 dieser Anlagen mit erheblichen oder gefährlichen Mängeln befand sich in der Wasserschutzzone III/IIIA, rund 10 % oder 415 dieser Anlagen befanden sich in der höchsten Wasserschutzzone I. Weitere 400 Anlagen mit erheblichen oder gefährlichen Mängeln standen in ausgewiesenen Überschwemmungsgebieten oder Risikogebieten. 

3 966 Anlagen mit erheblichen oder gar gefährlichen Mängeln gingen mit stark wassergefährdenden Stoffen (Wassergefährdungsklasse 3, zum Beispiel Altöl oder Benzin) um. Damit wurden bei rund 15 % der insgesamt 26 383 geprüften Anlagen, die mit Stoffen der Wassergefährdungsklasse 3 umgehen, ein erheblicher oder sogar gefährlicher Mangel festgestellt. 

Technische Mängel überwiegen 

Von den 76 702 Anlagen mit Mängeln wiesen 59 143 (77,1 %) mindestens einen technischen Mangel auf. Bei 20 309 dieser Anlagen wurde zusätzlich zum technischen Mangel noch ein Ordnungsmangel festgestellt. Bei weiteren 17 559 Anlagen (22,9 %) wurden nur Ordnungsmängel festgestellt. Dazu zählen zum Beispiel fehlende oder falsch angebrachte Bedienungs- oder Prüfhinweise.

Prüfpflichtige Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen nach Prüfungsergebnis und Art des Mangels in Deutschland 2020
Ergebnis der Prüfung Prüfungen
insgesamt
Nur Ordnungs-
mangel
Technischer Mangel
insgesamt darunter
zusätzlich mit
Ordnungsmangel
Anzahl in %1 Anzahl in %1 Anzahl in %1 Anzahl in %1
Von allen geprüften Anlagen.
x = Tabellenfach gesperrt, weil Aussage nicht sinnvoll
Insgesamt 248 070 100,0 17 559 100,0 59 143 100,0 20 309 100,0
ohne Mangel 171 368 69,1 x x x x x x
geringfügiger Mangel 53 658 21,6 14 366 81,8 39 292 66,4 12 394 61,0
erheblicher Mangel 22 978 9,3 3 193 18,2 19 785 33,5 7 883 38,8
gefährlicher Mangel 66 0,0 66 0,1 32 0,2

Methodischer Hinweis:
Zum Schutz der Gewässer müssen die meisten Anlagen, die Umgang mit Stoffen wie Heizöl, Benzin, flüssige Chemikalien und große Mengen an Jauche oder Gülle haben, regelmäßig auf ihre Sicherheit gegenüber der Umwelt geprüft werden. Die Häufigkeit und Art der Prüfung richtet sich unter anderem auch nach dem Standort der Anlage und der Wassergefährdungsklasse (WGK). Die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) regelt die Einstufung eines Stoffes in die WGK. Die höchste Klasse ist die Wassergefährdungsklasse 3, darunter fällt zum Beispiel Benzin.

Weitere Informationen:
Eine Tabelle mit der Zahl der Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen in Anlagen in den Jahren 2010 bis 2020 ist auf der Themenseite „Wasserwirtschaft“ verfügbar. Detaillierte Ergebnisse zu den Anlagen im Umgang mit wassergefährdenden Stoffen stehen in der Datenbank GENESIS-Online (Tabellen 32331) bereit.

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