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Erzeugerpreise Juni 2021: +8,5 % gegenüber Juni 2020

Erzeugerpreise Juni 2021: +8,5 % gegenüber Juni 2020

Source: Destatis Statistisches Bundesamt

Pressemitteilung Nr. 349 vom 20. Juli 2021

Erzeugerpreise gewerblicher Produkte (Inlandsabsatz), Juni 2021
+1,3 % zum Vormonat
+8,5 % zum Vorjahresmonat 

WIESBADEN – Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im Juni 2021 um 8,5 % höher als im Juni 2020. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, war dies der höchste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Januar 1982 (+8,9 %), als die Preise im Rahmen der zweiten Ölkrise stark gestiegen waren. Gegenüber dem Vormonat stiegen die gewerblichen Erzeugerpreise um 1,3 %.

Hauptverantwortlich für den Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise gegenüber Juni 2020 war die Preisentwicklung bei den Vorleistungsgütern und bei Energie.

Deutliche Preisanstiege bei den Vorleistungsgütern, vor allem bei Metallen, Sekundärrohstoffen und Holz

Vorleistungsgüter waren 12,7 % teurer als im Juni 2020. Gegenüber Mai 2021 stiegen diese Preise um 1,8 %. Besonders hoch waren die Preisanstiege gegenüber dem Vorjahr bei metallischen Sekundärrohstoffen aus Eisen-, Stahl- und Aluminiumschrott (+88,1 %) und bei Nadelschnittholz (+84,6 %), aber auch bei Betonstahl in Stäben (+62,3 %). Metalle waren im Durchschnitt insgesamt 26,3 % teurer als ein Jahr zuvor. Die Preise für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen waren 41,9 % höher, Nichteisenmetalle und deren Halbzeug kosteten 25,1 % mehr. Hauptgründe für den starken Anstieg der Stahl- und Holzpreise dürften die hohe Nachfrage im In- und Ausland sowie Probleme in der Versorgung mit Rohstoffen sein, bei den Stahlpreisen zusätzlich kräftige Preissteigerungen für Eisenerzimporte (+83,6 % von Mai 2020 bis Mai 2021). Auch die Erzeugerpreise für chemische Grundstoffe wiesen ein starkes Plus gegenüber dem Vorjahresmonat auf (+18,8 %). Nur sehr wenige Vorleistungsgüter kosteten weniger als im Vorjahresmonat. Hierzu gehörten elektronische integrierte Schaltungen (-12,1 %) und Holz in Form von Plättchen oder Schnitzeln (-23,7 %).

Starke Preissteigerungen bei allen Energieträgern

Die Energiepreise waren im Juni 2021 im Durchschnitt 16,9 % höher als im Vorjahresmonat. Gegenüber Mai 2021 stiegen diese Preise um 2,2 %. Die Veränderungsrate gegenüber Juni 2020 ist vor allem einem Basiseffekt aufgrund der im Frühjahr 2020 im Zuge der Pandemie stark gefallenen Preise geschuldet. Auch die seit Januar 2021 teilweise zusätzlich anfallende deutsche CO2-Bepreisung auf das Inverkehrbringen CO2-verursachender Brennstoffe wie Mineralölerzeugnisse und Erdgas hatte einen Einfluss auf den Preisanstieg bei Energie: So stiegen die Preise für Erdgas bei einer Jahresabgabe von 116 300 Megawattstunden an die Industrie ohne die CO2-Bepreisung um 34,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat, mit CO2-Bepreisung stiegen sie um 45,6 %.

Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise 6,0 % höher als im Juni 2020. 

Besondere Preisentwicklungen bei Energie im Juni 2021
Veränderung in % CO2-Bepreisung
(national)
Juni 2021 gegenüber
Juni 2020 Mai 2021
Erdgas (in der Förderung) 128,6 19,6 nicht enthalten
Erdöl (in der Förderung) 92,4 3,4 nicht enthalten
Mineralölerzeugnisse 32,6 2,3 je nach Anfall
darunter: 
Flugturbinenkraftstoff 123,6 5,7 je nach Anfall
Leichtes Heizöl 70,3 4,4 je nach Anfall
Flüssiggas als Kraft oder Brennstoff 60,5 4,1 je nach Anfall
Kraftstoffe 25,8 1,9 je nach Anfall
Erdgas (Verteilung) 26,3 2,7 je nach Anfall
darunter: 
Börsennotierungen für Erdgas 368,8 15,2 nicht enthalten
an Kraftwerke 94,3 9,4 je nach Anfall
für die Industrie 74,4 7,5 je nach Anfall
für Wiederverkäufer 26,6 2,3 nicht enthalten
an Handel und Gewerbe 5,8 0,4 enthalten
Elektrischer Strom 14,6 2,5 .
darunter: 
Börsennotierungen für Strom 107,7 14,9 .
für Weiterverteiler 25,0 4,2 .
für Sondervertragskunden 18,7 2,9 .
für Haushalte 0,4 0,0 .
für gewerbliche Anlagen -0,1 0,0 .

Die Preise für Gebrauchsgüter waren im Juni 2021 um 1,8 % höher als ein Jahr zuvor (+0,2 % gegenüber Mai 2021). Investitionsgüter, wie beispielsweise Maschinen und Fahrzeuge, kosteten 1,3 % mehr (+0,2 % gegenüber Mai 2021). 

Gestiegene Preise für Öle und Fette führen zu Preisanstieg bei Verbrauchsgütern

Die Preise für Verbrauchsgüter waren im Juni 2021 um 1,5 % höher als im Juni 2020 und stiegen gegenüber Mai 2021 um 0,7 %. Nahrungsmittel waren 1,9 % teurer als im Vorjahr. Pflanzliche, nicht behandelte Öle kosteten 42,9 % mehr als im Juni 2020, Butter 23,0 % mehr. Wenige Verbrauchsgüter waren billiger als im Juni 2020. So war Schweinefleisch im Juni noch 2,7 % billiger als ein Jahr zuvor, jedoch stiegen diese Preise gegenüber dem Vormonat Mai 2021 um 5,4 %. Verarbeitetes Fleisch kostete 4,1 % weniger als im Juni 2020.

Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte (Inlandsabsatz)
Jahr / Monat 2015 = 100 Veränderung in % gegenüber
Vorjahresmonat Vormonat

2020

Juni 103,0 -1,8 0,0
Juli 103,2 -1,7 0,2
August 103,2 -1,2 0,0
September 103,6 -1,0 0,4
Oktober 103,7 -0,7 0,1
November 103,9 -0,5 0,2
Dezember 104,7 0,2 0,8

2021

Januar 106,2 0,9 1,4
Februar 106,9 1,9 0,7
März 107,9 3,7 0,9
April 108,8 5,2 0,8
Mai 110,4 7,2 1,5
Juni 111,8 8,5 1,3
davon:
Vorleistungsgüter 115,9 12,7 1,8
Investitionsgüter 107,2 1,3 0,2
Gebrauchsgüter 108,9 1,8 0,2
Verbrauchsgüter 108,9 1,5 0,7
Energie 113,5 16,9 2,2

Methodische Hinweise:
Der Index misst die Entwicklung der Preise für die im Bergbau, im Verarbeitenden Gewerbe sowie in der Energie- und Wasserwirtschaft in Deutschland erzeugten und im Inland verkauften Produkte. Berücksichtigt werden dabei alle Steuern und Abgaben auf die Produkte außer der Mehrwertsteuer. Er stellt damit die Preisveränderungen in einer frühen Phase des Wirtschaftsprozesses dar. Erhebungsstichtag ist jeweils der 15. des Berichtsmonats.

Weitere Informationen:
Alle aktuellen Ergebnisse enthält auch die Fachserie 17, Reihe 2 “Erzeugerpreisindex gewerblicher Produkte”. Lange Zeitreihen können über die Tabelle Erzeugerpreise gewerblicher Produkte (61241-0002), für tiefer gegliederte Subindizes über die Tabelle Erzeugerpreise gewerblicher Produkte (61241-0006) in der Datenbank GENESIS-Online bezogen werden.

Hinweise zur CO2-Bepreisung nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz sind auf der Themenseite Erzeugerpreise gewerblicher Produkte verfügbar.

Krisenmonitor ermöglicht Vergleich zwischen Corona-Krise und Finanz- und Wirtschaftskrise
Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte sind auch Teil des „Krisenmonitors“ (www.destatis.de/krisenmonitor), mit dem das Statistische Bundesamt die Entwicklung wichtiger Konjunkturindikatoren in der Corona-Krise und in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 gegenüberstellt. Der Krisenmonitor ergänzt die Sonderseite Corona-Statistiken (www.destatis.de/corona), die statistische Informationen zu den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie bündelt.

Podcast liefert Hintergründe und Analysen zur aktuellen Preisentwicklung
Hintergrundinformationen und Analysen zu den Folgen der Corona-Pandemie für die Preisentwicklung liefert auch der Podcast „StatGespräch“ zum Thema Inflation. Darin erklären wir, welche Rolle Basiseffekte spielen, und werfen einen Blick in die Zukunft der Preiserhebung.

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