Source: Destatis Statistisches Bundesamt
Pressemitteilung Nr. 315 vom 2. Juli 2021
- Tendenz zu alten Reben, die besser gegen Trockenperioden gewappnet sind: Flächenzunahme um 11,5 % gegenüber 2015
- Verbreitung international bedeutender Rebsorten nimmt zu
WIESBADEN – Im Jahr 2020 wurde in Deutschland auf 103 180 Hektar Wein angebaut. Damit nahm die Rebfläche gegenüber 2009 um 994 Hektar oder 1,0 % zu, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Die Daten stammen aus der Grunderhebung der Rebflächen, die zuletzt 2015 und davor 2009 durchgeführt wurde. Eine Besonderheit ist im Jahr 2020, dass in Niedersachen erstmals 19 Hektar Rebfläche nachgewiesen wurden, wodurch nunmehr in allen Bundesländern (außer den Stadtstaaten) Wein angebaut wird. Die größte Rebfläche weist Rheinland-Pfalz mit 64 524 Hektar aus, die kleinste Rebfläche gab es in Mecklenburg-Vorpommern mit 6 Hektar.
Regional wuchsen die Rebflächen von 2009 bis 2020 in einigen der großen Anbaugebiete: In Rheinhessen nahm die Rebfläche um 463 Hektar beziehungsweise 1,7 % auf 26 943 Hektar zu, in der Pfalz um 254 Hektar oder 1,1 % auf 23 721 Hektar und im Rheingau um 138 Hektar oder 4,5 % auf 3 200 Hektar. Abgenommen haben die Rebflächen an der Mosel (-3,2 % auf 8 689 Hektar) sowie geringfügig in Baden (-0,2 % auf 15 812 Hektar) und Württemberg (-0,1 % auf 11 424 Hektar). In allen flächenmäßig kleinen Anbaugebieten, wie Saale-Unstrut (+16,3 % auf 819 Hektar), Sachsen (+7,6 % auf 496 Hektar) und Hessische Bergstraße (+8,4 % auf 463 Hektar), nahmen die Rebflächen zu.
| Anbaugebiet | 2009 | 2020 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| absolut | in % | |||
| Hektar | ||||
| Mit Keltertrauben bestockte Rebfläche insgesamt | ||||
| Rheinhessen | 26 480 | 26 943 | 463 | +1,7 |
| Pfalz | 23 467 | 23 721 | 254 | +1,1 |
| Baden | 15 836 | 15 812 | -24 | -0,2 |
| Württemberg | 11 435 | 11 424 | -11 | -0,1 |
| Mosel | 8 976 | 8 689 | -287 | -3,2 |
| Franken | 6 104 | 6 163 | 59 | +1,0 |
| Nahe | 4 163 | 4 230 | 67 | +1,6 |
| Rheingau | 3 062 | 3 200 | 138 | +4,5 |
| Saale-Unstrut | 704 | 819 | 115 | +16,3 |
| Ahr | 557 | 563 | 6 | +1,1 |
| Sachsen | 461 | 496 | 35 | +7,6 |
| Mittelrhein | 458 | 465 | 7 | +1,5 |
| Hessische Bergstraße | 427 | 463 | 36 | +8,4 |
Knapp ein Viertel der Weinreben sind mindestens 30 Jahre alt
Im Gegensatz zu den weißen ging bei den roten Rebsorten in Deutschland die Anbaufläche in den letzten 11 Jahren zurück und zwar um 3 063 Hektar oder 8,3 % auf insgesamt 33 762 Hektar. Besonders stark fiel der Rückgang beim Blauen Portugieser mit -39,4 % auf 2 548 Hektar, bei der Müllerrebe (Schwarzriesling) mit -21,5 % auf 1 807 Hektar und beim Dornfelder mit -8,4 % auf 7 332 Hektar aus. Allerdings sind auch bei den roten Rebsorten international bedeutende Rebsorten auf dem Vormarsch: So stieg beim Merlot die Anbaufläche seit 2009 um 321 Hektar oder 68,4 % auf 790 Hektar im Jahr 2020, beim Cabernet Sauvignon um 154 Hektar oder 52,2 % auf 449 Hektar. Sowohl Merlot als auch Cabernet Sauvignon stammen ursprünglich aus dem Südwesten Frankreichs. Die zunehmend frühere Blüte hierzulande lässt dem Wachstum der Reben mehr Zeit und die Beeren früher reifen. Dies trägt dazu bei, dass diese Sorten inzwischen auch mancherorts in Deutschland vollständig reif werden und das Weinangebot der Winzerinnen und Winzer ergänzen.
Methodische Hinweise:
Die Altersstruktur der Rebanlagen ist zwischen 2015 und 2020 vergleichbar, nicht jedoch zwischen 2009 und 2020, da die Altersklassen 2009 anders zusammengefasst wurden.
Weitere Informationen:
Ausführliche Ergebnisse zu den Rebflächen stehen im Bereich Branchen und Unternehmen, Land- und Forstwirtschaft, Wein zur Verfügung.
