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Importpreise im Mai 2021: +11,8 % gegenüber Mai 2020

Importpreise im Mai 2021: +11,8 % gegenüber Mai 2020

Source: Destatis Statistisches Bundesamt

Pressemitteilung Nr. 302 vom 28. Juni 2021

Importpreise, Mai 2021
+1,7 % zum Vormonat
+11,8 % zum Vorjahresmonat

Exportpreise, Mai 2021
+0,7 % zum Vormonat
+4,2 % zum Vorjahresmonat

Starker Preisanstieg vor allem auf Entwicklung der Energiepreise zurückzuführen

Energieeinfuhren waren im Mai 2021 fast doppelt so teuer wie im Mai 2020. Dieser Anstieg begründet sich durch das außerordentlich niedrige Preisniveau des Vergleichsmonats (Basiseffekt): Im Mai 2020 war die Nachfrage nach Erdöl aufgrund der Corona-Krise schwach, gleichzeitig gab es einen starken Angebotsüberhang. Den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate für Energie hatte Erdöl mit einem Plus von 135,0 %.

Ohne Energie waren die Importpreise im Mai 2021um 6,0 % höher als im Mai 2020 und 1,0 % höher als im Vormonat. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 8,0 % über dem Stand des Vorjahres (+1,4 % gegenüber April 2021).

Starker Preisanstieg im Vorjahresvergleich auch bei Erzen und Metallen

Die Preise für importierte Vorleistungsgüter stiegen im Mai 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 15,4 %. Gegenüber Mai 2020 verteuerten sich vor allem Eisenerze (+83,6 %), Kupfer (+65,1 %), Nicht-Eisen-Metallerze (+46,6 %), Kunststoffe in Primärformen (+42,9 %) sowie Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+32,4 %) deutlich. Hauptgrund für den starken Anstieg der Preise für Eisenerz dürfte die weiterhin starke weltweite Nachfrage sein. Die Verteuerung dieses Rohstoffs wirkte sich in der Folge auf die Preisentwicklung für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen aus.

Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im Mai 2021 um 0,6 % unter denen von Mai 2020. Während unter anderem Speichereinheiten und andere Datenspeicher
(-10,9 %) zu niedrigeren Preisen importiert wurden, waren Notebooks (+1,8 %) sowie Kraftwagen und Kraftwagenmotoren (+0,8 %) teurer als im Mai 2020.

Verbrauchsgüter waren im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 % teurer, Gebrauchsgüter waren dagegen um 1,1 % billiger.

Die Preise für landwirtschaftliche Güter lagen 7,5 % über denen von Mai 2020. Während sich insbesondere Naturkautschuk (+52,2 %), Rohkaffee (+22,2 %) und Getreide (+18,2 %) gegenüber dem Vorjahresmonat stark verteuerten, wurden lebende Schweine (-18,2 %) und Nüsse (-16,8 %) nach wie vor zu niedrigeren Preisen importiert.

Ausgewählte Veränderungen bei den Importpreisen im Mai 2021
Vorleistungsgüter 15,4 2,4
darunter:
Eisenerze 83,6 6,2
Nicht-Eisen-Metallerze 46,6 7,0
Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen 32,4 4,9
Investitionsgüter -0,6 0,1
Gebrauchsgüter -1,1 0,0
Verbrauchsgüter 0,6 0,0
darunter:
Pflanzliche und tierische Öle und Fette 22,3 1,8
Energie 99,5 8,0
davon: 
Elektrischer Strom 196,3 -1,0
Erdöl, roh 135,0 5,8
Erdgas, roh 99,2 15,3
Mineralölerzeugnisse 71,3 4,9
Steinkohle 26,9 5,5
Landwirtschaftliche Güter 7,5 -0,3
darunter: 
Naturkautschuk 52,2 0,6
Rohkaffee 22,2 6,0
Getreide 18,2 4,3
Nüsse -16,8 -2,8
Lebende Schweine -18,2 -3,4
Indizes der Außenhandelspreise
Jahr / Monat 2015 = 100 Veränderung
gegenüber
Vorjahres-
zeitraum
Veränderung
gegenüber
Vormonat
in %
JD = Jahresdurchschnitt
–  = nichts vorhanden
Index der Einfuhrpreise
2015 JD 100,0 -2,8
2016 JD 96,7 -3,3
2017 JD 100,1 3,5
2018 JD 102,7 2,6
2019 JD  101,7 -1,0
2020 JD  97,3 -4,3
2020 Mai 95,5 -7,0 0,3
Juni 96,1 -5,1 0,6
Juli 96,4 -4,6 0,3
August 96,5 -4,0 0,1
September 96,8 -4,3 0,3
Oktober 97,1 -3,9 0,3
November 97,6 -3,8 0,5
Dezember 98,2 -3,4 0,6

2021

Januar 100,1 -1,2 1,9
Februar 101,8 1,4 1,7
März 103,6 6,9 1,8
April 105,0 10,3 1,4
Mai 106,8 11,8 1,7
 nachrichtlich:
Gesamtindex ohne Energie 105,9 6,0 1,0
Gesamtindex ohne Erdöl und Mineralölerzeugnisse 105,8 8,0 1,4
Index der Ausfuhrpreise
2015 JD  100,0 0,9
2016 JD  99,0 -1,0
2017 JD  100,7 1,7
2018 JD  101,9 1,2
2019 JD   102,4 0,5
2020 JD   101,7 -0,7
2020 Mai 101,3 -1,2 -0,2
Juni 101,3 -1,0 0,0
Juli 101,3 -1,1 0,0
August 101,2 -1,1 -0,1
September 101,3 -1,1 0,1
Oktober 101,4 -1,0 0,1
November 101,8 -0,6 0,4
Dezember 101,9 -0,6 0,1

2021

Januar 102,8 0,1 0,9
Februar 103,3 0,7 0,5
März 104,1 2,2 0,8
April 104,9 3,3 0,8
Mai 105,6 4,2 0,7

Veränderungen der Exportpreise Mai 2021

Der Index der Exportpreise lag im Mai 2021 um 4,2 % über dem Stand von Mai 2020. Eine größere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im März 2011 gegeben (+4,4 % gegenüber März 2010). Im April 2021 und im März 2021 hatte die Jahresveränderungsrate bei +3,3 % beziehungsweise bei +2,2 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat April 2021 stiegen die Exportpreise im Durchschnitt um 0,7 %.

Krisenmonitor ermöglicht Vergleich zwischen Corona-Krise und Finanz- und Wirtschaftskrise

Die Importpreise sind auch Teil des “Krisenmonitors” (www.destatis.de/krisenmonitor), mit dem das Statistische Bundesamt die Entwicklung wichtiger Konjunkturindikatoren in der Corona-Krise und in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 gegenüberstellt. Der “Krisenmonitor” ergänzt die Sonderseite “Corona-Statistiken” (www.destatis.de/corona), die statistische Informationen zu den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie bündelt.

Detaillierte Informationen zu den Statistiken der Ein- und Ausfuhrpreise enthält die Fachserie 17, Reihe 8.1 und Reihe 8.2.

Lange Zeitreihen können außerdem über die Tabellen Importpreise (61411-0002) und (61411-0006) und Ausfuhrpreise (61421-0002) und (61421-0006) in der Datenbank GENESIS-Online bezogen werden.

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