Source: BMW GroupMünchen/Berlin. Die Neue Nationalgalerie präsentiert „NIGHT“ – die erste umfassende Einzelausstellung in Deutschland zum Werk des italienischen Künstlers Maurizio Cattelan, der mit dem Preis der Nationalgalerie 2026 ausgezeichnet ist. Konzipiert für Mies van der Rohes Glashalle, vereint die Ausstellung zentrale historische Werke mit mehreren Neuproduktionen und verleiht dem Museum vorübergehend den räumlichen Charakter einer Kirche. Seit seiner Gründung im Jahr 2000 würdigt der Preis der Nationalgalerie, Deutschlands renommiertester Museums-Preis für zeitgenössische Kunst, künstlerische Positionen, die die Gegenwartskunst entscheidend prägen und präsentiert sie in Berlin einer breiten Öffentlichkeit. BMW unterstützt seit 2006 den Preis als langjähriger Partner.
Die Ausstellung, kuratiert von Lisa Botti (Kuratorin an der Neuen Nationalgalerie), mit Klaus Biesenbach (Direktor der Neuen Nationalgalerie) in enger Zusammenarbeit mit Maurizio Cattelan, kreist um die Themen Geschichte, Macht, Gedenken, Identität und Glauben. Vertraute Bilder und Figuren werden so subtil verändert, dass ihre Bedeutung unsicher wird und zwischen Ironie und Mehrdeutigkeit oszilliert. In Berlin präsentiert, entfaltet sich die Ausstellung in einem Kontext, der voneinander überlagernden Geschichten und anhaltenden Erinnerungsprozessen geprägt ist. Zugleich treten die Werke in einen direkten Dialog mit der Architektur der Neuen Nationalgalerie. Das Gebäude ist nicht nur Hülle, sondern selbst Teil der Ausstellung.
BMW und Maurizio Cattelan. BMW und Maurizio Cattelan trafen bereits 2016 im Rahmen von Rencontres d’Arles aufeinander: Gemeinsam mit dem Fotografen Pierpaolo Ferrari gestaltete Cattelan damals ein besonderes Projekt rund um den vollelektrischen BMW i3. Das sogenannte „Spaghetti Car” zeigte das Fahrzeug vollständig mit einem Spaghetti-Motiv foliert – eine humorvolle wie konzeptuelle Arbeit, die spielerisch mit Fragen von Kunst, Konsum und Nachhaltigkeit umging. Auch die von Cattelan ko-kuratierte 4. Berlin Biennale wurde von BMW 2006 als erster Partner gefördert.
„MAURIZIO CATTELAN. NIGHT“. Der Titel „NIGHT“ beschreibt einen Zustand veränderter Wahrnehmung. „Die Nacht ist nicht einfach die Abwesenheit von Licht. Sie ist ein Zustand“, sagt Maurizio Cattelan. „Die Nacht setzt Gewissheiten außer Kraft. Die Dinge verschwinden nicht zwangsläufig – sie werden lediglich schwerer zu fassen. Die Ausstellung handelt nicht von Dunkelheit, sondern von der Fragilität von Gewissheiten. Zugleich ist die Nacht immer nur vorübergehend. Sie trägt stets die Möglichkeit des Morgens in sich, auch wenn dieser noch nicht sichtbar ist.“
Den Auftakt bildet „Purgatory“ (2026), dass das Brandenburger Tor im verkleinerten Maßstab in das Innere des Museums versetzt. Aus seinem städtischen Kontext gelöst, erscheint das bekannte Denkmal als Ort des Übergangs, des Innehaltens und historischer Ambivalenzen. Im Zentrum der Glashalle stehen „Him“ (2001), eine kniende männliche Figur in Gebetshaltung, und „Dawn“ (2007), eine weibliche Figur im Inneren einer Transportkiste. Beide Werke bilden eine vertikale Achse und bringen unterschiedliche Formen von Hingabe und Verletzlichkeit miteinander in Beziehung. An der Deckenkonstruktion befinden sich Tausende präparierter Tauben („People“, 2026). Sie machen den Raum zu einem Ort des gemeinsamen Beobachtens.
Die Ausstellung setzt sich außerhalb der Glashalle fort. Auf dem Dach befindet sich „Never“ (2003). Die animatronische Figur basiert auf dem Protagonisten aus Günter Grass’ Roman „Die Blechtrommel“ (1959). Sein Trommeln wird zum Akt des Widerstands und zur Warnung vor politischer Gewalt und kollektivem Gedächtnisverlust. In unregelmäßigen Abständen schlägt die Figur ihre Trommel. Der Rhythmus bewegt sich zwischen Parade, Alarm, Trauermarsch und Zirkusattraktion. Auf der Museumsterrasse befindet sich „Scar“ (2026). Der gusseiserne Kanaldeckel trägt die Titel aller in der Ausstellung gezeigten Arbeiten. Losgelöst von den einzelnen Werken bilden sie eine eigene Konstellation aus Worten. Zugleich verweist „Scar“ auf die unter der Stadt liegenden Infrastrukturen, Geschichten und Erinnerungen. Der Titel bezeichnet die Narbe als bleibende Spur eines vergangenen Ereignisses.
Zwei Neuproduktionen beschäftigen sich mit Zeit, Tod und Erinnerung. „After“ (2026) besteht aus einem sechs Meter langen Eisenrohr, in dessen Zentrum ein schlafender Hund liegt. In regelmäßigen Abständen wird das Rohr angeschlagen und erklingt wie eine Glocke. „Dust“ (2026) besteht aus einem handelsüblichen Feuerlöscher, der die eingeäscherten Überreste eines Freundes des Künstlers enthält. Ein Gegenstand, der gewöhnlich mit Notfall, Rettung und Schutz verbunden ist, wird damit zu einem Gefäß der Erinnerung.
Weitere Informationen zu den Werken in der Ausstellung finden Sie hier.
Maurizio Cattelan. Seit mehr als drei Jahrzehnten zählt Maurizio Cattelan (geb. 1960 in Padua, Italien) zu den prägenden Stimmen der internationalen Gegenwartskunst und hat ein Werk aus Skulpturen, Installationen und konzeptuellen Interventionen entwickelt, das sich mit Autorität, kollektivem Gedächtnis und gesellschaftlicher Macht auseinandersetzt. Seine Arbeiten wurden weltweit gezeigt, unter anderem auf mehreren Biennalen von Venedig sowie in großen Einzelausstellungen im Solomon R. Guggenheim Museum, New York (All, 2011) und in der Monnaie de Paris (Not Afraid of Love, 2016). NIGHT markiert seine Rückkehr nach Berlin, zwanzig Jahre nachdem er 2006 die 4. Berlin Biennale mitkuratiert hat.
Der Preis der Nationalgalerie. Im Jahr 2000 von den FREUNDEN der Nationalgalerie initiiert, hat sich der Preis in den vergangenen 25 Jahren als eine der bedeutendsten Auszeichnungen für zeitgenössische Kunst etabliert. BMW ist seit 2006 langjähriger Partner des Preises. Im Jahr 2026 tritt der Preis der Nationalgalerie mit seinem Umzug in die ikonische Glashalle der Neuen Nationalgalerie in eine neue Phase ein und wird zu einer einzigartigen Gelegenheit für Künstlerinnen und Künstlern, eine fokussierte und ambitionierte Präsentation zu realisieren.
Jury des Preis der Nationalgalerie 2026. Zur Jury des Preis der Nationalgalerie gehörten Emma Lavigne (Direktorin der Pinault Collection, Paris) und Sam Keller (Direktor der Fondation Beyeler, Basel) sowie Klaus Biesenbach (Direktor der Neuen Nationalgalerie). Neben den Jurymitgliedern waren auch Kuratorinnen und Kuratoren der Nationalgalerie sowie die Mitglieder der FREUNDE der Nationalgalerie nominierungsberechtigt.
Informationen im Überblick. Ausstellungslaufzeit: 10. September 2026 bis 7. März 2027(Neue Nationalgalerie, Potsdamer Straße 50, 10785 Berlin)
Ausstellungseröffnung: Mittwoch, 9. September, 21:00 UhrWährend der Berlin Art Week werden die Öffnungszeiten der Ausstellung von Donnerstag, 10. September, bis Sonntag, 13. September 2026, auf10 bis 22 Uhr verlängert.
Die Ausstellung wird im Rahmen des Preises der Nationalgalerie präsentiert, ermöglicht von den FREUNDEN der Nationalgalerie und gefördert durch BMW.
Ein Pop-up-Buch von Papersmyths Ltd begleitet die Ausstellung. Erhältlich im Museumsshop sowie online über den SMB-Webshop und den Webshop der FREUNDE der Nationalgalerie.
Zu den langfristigen Engagements der BMW Group in der Hauptstadt gehört neben dem Preis der Nationalgalerie auch das Gallery Weekend Berlin. Ergänzend zu diesem umfangreichen Engagement im Bereich der bildenden Kunst kooperiert BMW zudem mit der Staatsoper Unter den Linden und lud in diesem Jahr zum 20. Mal zum traditionsreichen Open-Air-Format „Staatsoper für alle“ auf den Bebelplatz ein.
Das kulturelle Engagement der BMW Group mit exklusiven Updates und tieferen Einblicken in die globalen Initiativen kann auf Instagram unter @BMWGroupCulture verfolgt werden.
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Preis der Nationalgalerie 2026: Eröffnung der Ausstellung „MAURIZIO CATTELAN. NIGHT“.
