Source: Fraunhofer-GesellschaftProf. Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, betonte in seiner Festrede, dass Forschungsergebnisse schneller in marktfähige Anwendungen überführt werden müssen: »Wenn wir als Wirtschaftsstandort wettbewerbsfähig und zukunftsfähig bleiben wollen, dann sind Innovationen der Schlüssel«, betonte Hanselka. »Wir müssen besser, schneller und innovativer sein als unser Wettbewerb. Deshalb brauchen wir in Deutschland eine ganzheitliche Stärkung des Transfers entlang aller Transferpfade – von der Auftragsforschung über die Lizenzierung bis zur Ausgründung.«
Fraunhofer-Gesellschaft überführt wissenschaftliche Exzellenz in die Praxis
Mit Blick auf das vergangene Jahr zog Hanselka eine positive Bilanz. Gerade angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage sei das Ergebnis bemerkenswert: »Umso mehr freut es mich, dass wir auch in Krisenzeiten im Jahr 2025 so hohe Wirtschaftserträge erzielt haben wie nie zuvor.« Das belege, so Hanselka, dass anwendungsorientierte Forschung gerade in schwierigen Zeiten Wirkung entfaltet: »Fraunhofer-Forschung wirkt wirklich. Und sie wirkt dort, wo sie gebraucht wird – in und für die Wirtschaft und Gesellschaft.« Zugleich betonte Hanselka, warum Fraunhofer für Innovationen vor allem auf Kooperationen mit der Wirtschaft setzt: »Ausgründungen setzen wir gezielt als Überholspur für disruptive Technologien ein – der Kern von Fraunhofer ist aber die Auftragsforschung, weil unsere Partner und Kunden Lösungen brauchen, die im Wettbewerb sofort funktionieren.«
Besondere Aktualität erhält diese Botschaft im UNESCO-Gedenkjahr zum 200. Todestag von Joseph von Fraunhofer. »Er war Handwerker, Wissenschaftler und Unternehmer zugleich. Forschung und Markt standen für Joseph von Fraunhofer in engem Zusammenhang. Genau dieser Geist prägt die Fraunhofer-Gesellschaft bis heute«, sagte Hanselka. Der Blick auf den Namensgeber verdeutliche, dass Technologietransfer nicht am Ende einer Entwicklung beginne, sondern von Anfang an mit Blick auf konkrete Bedarfe aus Wirtschaft und Gesellschaft gedacht werden müsse.
Prof. Oliver Zipse, stellvertretender Vorsitzender des Senats der Fraunhofer-Gesellschaft und bis 13. Mai 2026 CEO der BMW AG, würdigte die angewandte Forschung als zentralen Innovationstreiber und betonte in seiner Keynote: »Hier bei Fraunhofer wird der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Wirtschaft wirklich gelebt. Das ist von zentraler Bedeutung, denn Transformation gelingt der Forschung, der Wirtschaft und der Politik nur gemeinsam.« Gerade in Zeiten globaler Unsicherheiten müssten Innovationskraft, Technologieoffenheit und nachhaltiges Wachstum zusammen gedacht werden. In diesem Zusammenhang hob Zipse auch die Bedeutung der Fraunhofer-Gesellschaft für die Innovationskraft und damit für die Zukunftsfähigkeit des Landes hervor: »Wissenschaftliche Exzellenz und wirtschaftliche Umsetzung gehen bei Fraunhofer Hand in Hand. Damit übernimmt die Fraunhofer-Gesellschaft Verantwortung für wirtschaftliche Stärke, technologische Souveränität und eine nachhaltige Zukunft. Das macht Unternehmen und Gesellschaft nicht nur resilient, es macht uns antifragil. Das heißt: Wir wachsen an unseren Herausforderungen.«
Dr. Rolf-Dieter Jungk, Staatssekretär im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, erklärte in seinem Grußwort: »Die Fraunhofer-Gesellschaft gehört zu den wirkungsstärksten Forschungseinrichtungen des deutschen Wissenschaftssystems. Gerade in Krisenzeiten spüren wir, dass neue Ideen und Entwicklungen nötig sind, um die Gesellschaft und Wirtschaft voranzutreiben und neue Möglichkeiten zu eröffnen. Deutschland verfügt über hervorragende Voraussetzungen, um sich den großen globalen Herausforderungen zu stellen. Wachstum gelingt jedoch nur mit Investitionen in neue Technologien. Die Hightech Agenda Deutschland der Bundesregierung schafft dabei den Rahmen, um unser Land wieder an die Spitze des internationalen Technologiewettbewerbs zu katapultieren. So können wir Kräfte bündeln, Potenziale heben und bisherige Brüche in der Innovationspipeline überwinden. Dabei wird auch die Fraunhofer-Gesellschaft eine tragende Rolle spielen.«
Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, sagte in seiner Videobotschaft: »Es ist uns eine große Freude, dass die Jahrestagung der Fraunhofer-Gesellschaft in Sachsen stattfindet. Deutschland hat nur eine Chance, wenn wir wissenschaftsbasierte Wirtschaftspolitik betreiben, und genau in diesem Bereich ist Fraunhofer ein besonders wichtiger Partner für Politik und Unternehmen. Das zeigen auch die zahlreichen Kooperationen im Freistaat Sachsen, die wir seit bereits 35 Jahren pflegen. Diese enge Zusammenarbeit, das Engagement, die Expertise und das gemeinsame Ringen um neue Ideen haben Sachsen noch stärker, innovativer sowie zukunftsorientierter gemacht. Daran wollen wir auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten festhalten.«
Hightech Agenda Deutschland ist wichtiges innovationspolitisches Signal
Mit Blick auf die Hightech Agenda Deutschland (HTAD) machte Hanselka deutlich, worauf es nun ankommt: »Für den Erfolg der HTAD wird entscheidend sein, Forschungsergebnisse schnell und wirksam in marktfähige Anwendungen zu überführen. Aus strategischen Roadmaps müssen industrielle Realität und konkrete Wertschöpfung entstehen.« Gleichzeitig brauche es innovationsfreundliche Rahmenbedingungen. Das geplante Innovationsfreiheitsgesetz, so Hanselka, adressiere zentrale Voraussetzungen für schnellere und wirksamere Innovationsprozesse: »Das Gesetz muss jetzt zügig kommen.« Hanselka unterstrich die Rolle der Fraunhofer-Gesellschaft als verlässlicher Umsetzungspartner: »Die Bundesregierung nimmt uns als hochrelevanten Player wahr. Als zentraler Innovationspartner der Wirtschaft unterstützen wir die Umsetzung der HTAD mit aller Kraft. Transfer ist für uns nicht nur Aufgabe, sondern unsere DNA.«
Verleihung der Fraunhofer-Forschungspreise
Wie konkret dieser Anspruch eingelöst wird, zeigt die Verleihung der Fraunhofer-Forschungspreise im Rahmen der Jahrestagung. Insgesamt wurden drei Joseph-von-Fraunhofer-Preise verliehen sowie der Wissenschaftspreis des Stifterverbandes »Forschung im Verbund«. Die prämierten Forschungsarbeiten stehen exemplarisch für Forschung, die den Schritt in die Anwendung schafft. Von der effizienten Herstellung von grünem Wasserstoff und chemischen Produkten über eine innovative Messtechnik mittels resonanter Photoakustik bis hin zu einem neuartigen Produktionssystem für präzisionsoptische Schichten: Die Vielfalt und Innovationsstärke der ausgezeichneten Forschungsprojekte zeigen eindrucksvoll, wie aus Ideen Anwendungen werden, die Wirtschaft und Gesellschaft voranbringen. »Dank der Arbeit unserer Preisträgerinnen und Preisträger und der kontinuierlichen Nachwuchsförderung sind wir bestens gerüstet, die Vision und den Auftrag der Fraunhofer-Gesellschaft zu verwirklichen«, sagte Hanselka anlässlich der Preisverleihung.
Fraunhofer als systemrelevanter Innovationspartner der Wirtschaft
Für den Fraunhofer-Präsidenten ist der Auftrag klar: »Deutschland braucht eine mutige Innovationspolitik, starke Innovationsökosysteme und einen engen Schulterschluss von Forschung, Wirtschaft und Politik.« Die Fraunhofer-Gesellschaft sei bereit, ihren Beitrag zu leisten, so Hanselka: »Trotz der technologischen Erfolge unserer Organisation spüren auch wir den Druck, der auf dem deutschen Industriestandort lastet. Das wirkt sich auch auf unser marktorientiertes Finanzierungsmodell aus, und wir haben einen ganzheitlichen Transformationsprozess aufgesetzt, um unsere Organisation zukunftsfest aufzustellen. Gerade in diesen herausfordernden Zeiten gilt es aber auch Chancen zu nutzen und gezielt in Innovationen zu investieren, mit denen wir die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie ausbauen. Die Fraunhofer-Gesellschaft steht hierbei bereit, ihre Rolle als systemrelevanter Innovationspartner der Wirtschaft auszufüllen.«
Weitere Informationen zu den ausgezeichneten Forschungsprojekten finden Sie hier: https://www.fraunhofer.de/de/ueber-fraunhofer/wissenschaftliche-exzellenz/fraunhofer-preisverleihung/2026.html
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Technologietransfer in die Wirtschaft: Der Schlüssel für Deutschlands Zukunft
