Source: Koerber StiftungGyörgy Kurtág ist einer der wichtigsten Komponisten unserer Zeit. Der Ungar ist für seine sehr eigenwillige Klangsprache bekannt – für Kürze, die Tiefenschichten aufreißt. Wenige Töne genügen ihm, um ganze Universen zu öffnen. Viele seiner Kompositionen dauern nur wenige Minuten, einzelne Sätze zum Teil nur einige Sekunden.
Über seine Kompositionen, an denen er oft jahrelang feilen kann, sagt Kurtág: „Was ich will, ist, dass jeder Moment wesentlich und wichtig ist, ohne die Balance zwischen zu wenig und zu viel aufzugeben. Vor allem sollte alles Überflüssige weggelassen werden, also das meiste an Ausdruck und Inhalt mit den wenigsten Tönen formuliert werden.“ In Kurtágs Musik zeigt sich die Sensibilität eines Künstlers, der um die Kostbarkeit des Augenblicks und die ihm innewohnende Schönheit weiß.
Auch seine Hölderlin-Gesänge sind nur zwischen einer und drei Minuten lang. Diese werden von dem Bariton Benjamin Appl aufgeführt, über den Kurtág selbst sagt: „Ich glaube, dass Benjamin derzeit der authentischste Interpret meiner Hölderlin-Gesänge ist“. Appl wiederum sagt über die Hölderlin-Gesänge: „Bis zum heutigen Tag ist die Arbeit an ihnen nicht abgeschlossen, sie bleibt für mich eine Lebensaufgabe“.
Es moderiert der Musikvermittler Rafael Rennicke.
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