Source: Verdi – Vereinten DienstleistungsgewerkschaftWenn eine Erkrankung das fliegende Personal aus dem Cockpit oder der Kabine zwingt, bedeutet das oft das abrupte Ende der beruflichen Laufbahn. Für die Beschäftigten der Lufthansa-Ferienfluglinie Discover Airlines ändert sich das nun grundlegend: ver.di hat mit der Airline eine neue Absicherung beim Berufsrisiko Fluguntauglichkeit vereinbart.
Nach monatelangen Verhandlungen einigten sich beide Seiten darauf, dass alle rund 2.000 Cockpit- und Kabinenbeschäftigten künftig deutlich besser geschützt sind, wenn sie dauerhaft fluguntauglich werden. Die Absicherung gilt unabhängig vom Lebensalter oder Betriebszugehörigkeit.
Für das Cockpitpersonal sieht die Vereinbarung eine kollektive Versicherung vor, deren Beiträge Discover Airlines vollständig übernimmt. Co-Pilotinnen und -Piloten erhalten bei dauerhafter Fluguntauglichkeit künftig eine Versicherungssumme von bis zu 125.000 Euro, Kapitäne bis zu 160.000 Euro. Alternativ können Pilot*innen sich für einen jährlichen Zuschuss von 2.100 Euro zu einer privaten Loss-of-Licence-Versicherung entscheiden.
Auch für das Kabinenpersonal gibt es Verbesserungen: Flugbegleiterinnen und -begleiter erhalten künftig erhöhte Abfindungen, die sich nach Lebensalter und Betriebszugehörigkeit richten. Zusätzlich zahlt die Airline einen monatlichen Nettozuschuss von 20 Euro, damit sich die Beschäftigten privat absichern können.
„Dieses Ergebnis kann sich gerade im Vergleich zu anderen Airlines in oder außerhalb des Lufthansa-Konzerns sehen lassen. Mit diesem Rückenwind streben wir nun weitere Verbesserungen bei Discover Airlines und in den anderen Flugbetrieben der Lufthansa an.“, sagte ver.di-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky zum Abschluss.
Doch bevor die Regelungen in Kraft treten, müssen die ver.di-Mitglieder dem Abschluss noch zustimmen.
Hintergrund: Der Tarifdurchbruch 2024 – bis zu 38 Prozent mehr und erstmals Tarifbindung
Erst 2024 erreichte ver.di bei Discover Airlines einen historischen Erfolg: den ersten Tarifvertrag seit Gründung der Airline im Jahr 2020. Nach intensiven Sondierungen und einem tagelangen Verhandlungsendspurt einigten sich Gewerkschaft und Arbeitgeber im August 2024 auf weitreichende Verbesserungen für Cockpit und Kabine.
Damals sagte Marvin Reschinsky: „Das waren harte und intensive Verhandlungen, aber sie haben sich gelohnt!“
Der Abschluss umfasste deutliche Vergütungssteigerungen:
Für die rund 500 Cockpitbeschäftigten wurden die bereits erhöhten, aber zuvor nicht tarifierten Gehälter tariflich abgesichert – plus jährliche Steigerungen von fünf Prozent. Insgesamt ergaben sich damit mindestens 15,7 Prozent mehr Einkommen, zusätzlich zu Stufensteigerungen.
Für die rund 1.400 Kabinenbeschäftigten stiegen die Vergütungen ab 2024 um 450 Euro monatlich, plus ebenfalls fünf Prozent pro Jahr. Je nach Laufbahn summierten sich die Steigerungen so auf 34,1 bis 38,4 Prozent.
Erhöhungen gab es zudem bei Zulagen, vor allem für leitende Flugbegleiter*innen, deren Zuschläge um 40 Prozent stiegen.
On top kamen: ein 13. Monatsgehalt, zwölf zusätzliche freie Tage pro Jahr, höhere Zulagen, stabilere Dienstpläne, Krankengeldzuschüsse sowie weitere entlastende Regelungen. Die Tarifverträge wurden bis Ende 2027 abgeschlossen.
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Berufsrisiko Fluguntauglichkeit: ver.di sichert Beschäftigte bei Discover Airlines ab
