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Wohnungswirtschaft: Solidarischer Abschluss für 63.000 Beschäftigte

Wohnungswirtschaft: Solidarischer Abschluss für 63.000 Beschäftigte

Source: Verdi – Vereinten DienstleistungsgewerkschaftWer in der Wohnungswirtschaft arbeitet, bewegt sich zwischen technischen Störungen, Mietrechtsfragen und sozialen Anliegen. Die Aufgaben sind vielfältig, der Anspruch hoch – ob in genossenschaftlichen, kirchlichen oder öffentlichen Unternehmen. Denn wenn in einem Häuserblock die Heizungsanlage streikt, die Betriebskostenabrechnung geklärt werden muss oder neue Mietverträge anstehen, sind es die Beschäftigten der Wohnungswirtschaft, die auf Hochtouren dafür sorgen, dass der Alltag weiterläuft. 
Für die rund 63.000 Beschäftigten dieser Branche liegt nun ein Tarifabschluss vor: ver.di und IG BAU haben sich mit dem Arbeitgeberverband der Deutschen Immobilienwirtschaft auf steigende Einkommen und eine Einmalzahlung geeinigt, die auch Auszubildende deutlich spüren werden. Die gemeinsame Bundestarifkommission hat das Ergebnis angenommen.
Die Tarifparteien haben vereinbart, dass die Gehälter zum 1. Januar 2026 um 3,1 Prozent steigen. Zum 1. Februar 2027 folgt eine weitere Erhöhung um 2,3 Prozent. Auszubildende erhalten zu den gleichen Zeitpunkten zunächst 60 Euro und anschließend 50 Euro mehr pro Monat. Zusätzlich bekommen alle Beschäftigten und Auszubildenden zum 1. Januar 2026 eine Einmalzahlung von 100 Euro. Die Laufzeit des Tarifvertrags beträgt 26 Monate – vom 1. November 2025 bis zum 31. Dezember 2027.
Wohnungswirtschaft unter Druck: Warum gute Tarifverträge jetzt so wichtig sind
Die Wohnungswirtschaft steht seit Jahren zwischen steigenden Erwartungen und wachsenden Anforderungen: bezahlbarer Wohnraum, energetische Sanierungen, sozialer Auftrag und zugleich ein zunehmender Fachkräftemangel. Viele Unternehmen tragen große Bestände, sind aber zugleich durch politische Vorgaben und wirtschaftliche Rahmenbedingungen stark gebunden. Für die Beschäftigten bedeutet das: mehr Verantwortung, mehr Komplexität und oft mehr Druck im Alltag.
Gerade deshalb gewinnen stabile Flächentarifverträge an Bedeutung. Sie sichern nicht nur faire Einkommen, sondern schaffen auch Verlässlichkeit in einer Branche, die für Millionen Menschen zentrale Dienstleistungen erbringt – und in der gut ausgebildetes Personal entscheidend dafür ist, dass Mieten, Modernisierungen und Bewirtschaftung sozial tragfähig bleiben.
ver.di bewertet das Ergebnis als solidarisch und branchenweit tragfähig. Verhandlungsführer Christian Schadow sagte, „Wir haben es geschafft, die teils zähen Verhandlungen zu einem guten, solidarischen Ergebnis zu führen.“ Er hob hervor, dass der Abschluss die unterschiedlichen Bedingungen in den Unternehmen berücksichtige und erneut zeige, welche Bedeutung der Flächentarifvertrag habe.
Der Abschluss im Überblick
Gehaltserhöhung zum 1. Januar 2026: +3,1 Prozent
Gehaltserhöhung zum 1. Februar 2027: +2,3 Prozent
Einmalzahlung: 100 Euro für alle Beschäftigten und Auszubildenden zum 1. Januar 2026
Auszubildende: +60 Euro (ab 1. Januar 2026) und +50 Euro (ab 1. Februar 2027) monatlich
Laufzeit: 26 Monate (1. November 2025 bis 31. Dezember 2027)
Schadow verwies zudem darauf, dass sowohl Reallohnsteigerungen als auch überproportionale Verbesserungen für Auszubildende möglich wurden – und dass dies nur durch das Engagement der Mitglieder erreicht worden sei. „Der Flächentarifvertrag bewährt sich einmal mehr: Wir konnten Reallohnsteigerungen und überproportionale Ergebnisse für die Auszubildenden erzielen. Möglich war das nur durch die aktive Unterstützung unserer Mitglieder, denen ich dafür sehr dankbar bin.“ Für die kommenden Verhandlungen, in denen es um die Zusammenführung der Gehalts- und Lohngruppen und die Modernisierung der Eingruppierungen gehen soll, setzt er auf gleiche Unterstützung:„Genau dieses Engagement brauchen wir nun auch für die kommenden Verhandlungen, um die Gehalts- und Lohngruppen zusammenzuführen und die Eingruppierungen zu modernisieren.“

MIL OSI