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Weltkarriere einer Lüge

Weltkarriere einer Lüge

Source: Koerber StiftungDie „Protokolle der Weisen von Zion“ gelten als die bekannteste Verschwörungserzählung der modernen Weltgeschichte und die am weitesten verbreitete antisemitische Schrift der Neuzeit. Sie sind in zahlreichen Sprachen im Umlauf, erscheinen in Print- und anderen Medien und sind auch im Internet leicht zugänglich. Anfang des 20. Jahrhunderts tauchte im zaristischen Russland unter mysteriösen Umständen ein obskures antisemitisches Pamphlet auf: die sogenannten „Protokolle der Weisen von Zion“. Sie geben sich als authentische Geheimschrift von Sitzungen jüdischer Abgesandter am Rande eines Zionistenkongresses aus und sollen die Weltherrschaftspläne des „Weltjudentums“ enthüllen.  Die ARTE/rbb-Dokumentation des Regisseurs Felix Möller erzählt, wie ein 24 Kapitel umfassender Text über Jahrzehnte und bis heute antisemitische Verschwörungserzählungen befeuert, kulturelle Stereotype prägt, Propaganda beeinflusst und damit zum Tod unzähliger Menschenleben beigetragen hat. Bis in unsere Gegenwart dient der Text als Grundlage für das Feindbild korrupter „globalistischer“ Eliten – befeuert vom Umfeld eines Donald Trump bis zu Politikern der AfD hierzulande. Unterschiedliche Gruppen, etwa aus dem arabischen Raum und die White Supremacy Communities oder QAnon-Anhänger in den USA scheinen die Protokolle ebenso für ihre Zwecke zu instrumentalisieren wie russische Propagandisten für ihre Desinformationskampagnen. Im Anschluss an die Vorführung spricht Caroline Finkeldey, Körber-Stiftung, mit dem Regisseur Felix Möller und dem Politologen Jakob Baier über die ungebrochene Anziehungskraft und Wirkung eines wahrhaft dämonischen Textes. 

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