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Angebot für Lehramtsstudierende: Bewerbung für Horizonte-Stipendium startet

Angebot für Lehramtsstudierende: Bewerbung für Horizonte-Stipendium startet

Source: Universitat Hamburg26. Mai 2025, von Newsroom-Redaktion/CSS
Foto: privat
Jamal Gibson studiert Lehramt an der UHH und ist Horizonte-Stipendiat.

Jamal Gibson studiert im Bachelor Lehramt für Sonderpädagogik und ist seit Oktober 2024 Stipendiat im Horizonte-Förderprogramm. Am 2. Juni 2025 startet die neue Runde dieses Angebots der Claussen-Simon-Stiftung, das sich an angehende Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte richtet. Im Interview berichtet Gibson, was er aus der Förderung für den Schulalltag mitnimmt.
Das „Horizonte“-Programm richtet sich explizit an angehende Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte, die an der Uni Hamburg studieren. Warum ist es Ihrer Meinung nach wichtig, Lehramtsstudierende mit internationaler Familiengeschichte gezielt zu fördern?
Lehramtsstudierende mit internationaler Familiengeschichte bringen vielfältige Erfahrungen, Sprachen und kulturelle Perspektiven mit. Diese Vielfalt ist, wenn sie gezielt eingesetzt wird, eine enorme Ressource für das Bildungssystem. Gerade in einer zunehmend diversen Schüler:innenschaft braucht es Lehrkräfte, die Brücken bauen können, Diskriminierung sensibel begegnen und Schüler:innen auf Augenhöhe begegnen. Lehrkräfte sind eben nicht nur Lehrende, sie können Bezugsmensch und Vorbild sein.
Inwiefern unterstützt das Stipendium Ihre Ausbildung als zukünftige Lehrkraft?
Es ergänzt mein Studium auf eine Weise, die im regulären Lehramtsstudium mitunter zu kurz kommt. Durch den starken fachlichen Fokus im Studium treten die pädagogische und persönliche Entwicklung als angehende Lehrkraft manchmal in den Hintergrund. Genau hier setzt das Stipendium an: Es bietet Raum für pädagogische Reflexion, Persönlichkeitsentwicklung und die Auseinandersetzung mit zentralen Themen wie Diversität, Inklusion und diskriminierungssensiblem Handeln, aber auch Skills wie Classroom Management können durch die Angebote verbessert werden. Ich bekomme also viele praktische Impulse, wie ich später eine wertschätzende, sprachsensible und inklusive Lernumgebung gestalten kann.
Das Horizonte-Stipendium geht also über eine finanzielle Unterstützung hinaus?
Ja, es ist eine immer stärker werdende Gemeinschaft, die Austausch und persönliche Entwicklung fördert und fordert. Besonders schätze ich, dass das Stipendium mich nicht nur in meiner akademischen Laufbahn unterstützt, sondern auch meine gesellschaftliche Haltung stärkt und meine Perspektiven als angehende Lehrkraft mit Migrationsgeschichte tatsächlich ernst nimmt und sie als Potenzial versteht. Dabei prägt mich auch der Austausch mit anderen Stipendiat:innen sehr, da er mir neue Perspektiven eröffnet und aufgrund der ähnlichen herkunftsbezogenen Erfahrungen Gemeinschaft schafft.
Die Stipendiat:innengemeinschaft zeichnet sich durch ihr gesellschaftliches Engagement aus. In welcher Form sind Sie sozial aktiv?
Ich habe nach dem Abi ein freiwilliges soziales Jahr absolviert und engagiere mich darüber hinaus in verschiedenen Projekten. So habe ich mit Freunden einen Verein gegründet, der inklusive Kinderstraßenfeste organisiert, bei denen Kinder ungeachtet ihrer Konditionen gemeinsam spielen und voneinander lernen können. Außerdem begleite ich Familien mit Sprachbarrieren bei Behördengängen und unterstütze sie bei der schriftlichen Kommunikation mit Ämtern, deren Abläufe ich aufgrund eigener Erfahrungen gut kenne. Mein Engagement ist für mich ein selbstverständlicher Teil meines gesellschaftlichen Beitrags und wird auch meine zukünftige Rolle als Lehrkraft prägen.

MIL OSI