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Com­merz­bank: Übernahme nicht im Sinne der Beschäftigten

Com­merz­bank: Übernahme nicht im Sinne der Beschäftigten

Source: Verdi – Vereinten DienstleistungsgewerkschaftKurz bevor am Mittwoch, den 25. September 2024 die Zukunft der Commerzbank im Finanzausschuss des Bundestages als Thema aufgerufen wird, rufen ver.di und der Gesamtbetriebsrat der Commerzbank AG die Bundesregierung auf, sich gegen eine Übernahme durch UniCredit auszusprechen und sich gemeinsam mit den Beschäftigten für eine starke, eigenständige Commerzbank einzusetzen.
„Wir als Gesamtbetriebsrat setzen uns entschieden für die Eigenständigkeit und die Zukunftsfähigkeit unserer Bank ein. Unsere Kolleginnen und Kollegen haben in den letzten Jahren großartige Erfolge erreicht. Eine Übernahme durch UniCredit würde nicht nur diese Erfolge aufs Spiel setzen, sondern besonders die Arbeitsplätze unserer Kolleginnen und Kollegen gefährden. Wir fordern die Bundesregierung auf, keine übereilten Entscheidungen bezüglich der Veräußerung ihrer Anteile zu treffen“, erklärte Uwe Tschäge, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Commerzbank AG.
Am 11. September war bekannt geworden, dass die italienische UniCredit in der Nacht zuvor als Meistbietender den Zuschlag für ein zum Verkauf stehendes Aktienpaket von 4,49 Prozent der Anteile an der Commerzbank erhalten hatte. Der Bund strebt den Angaben der Bundesfinanzagentur zufolge nach an, schrittweise weitere Anteile aus seinem Portfolio von derzeit noch zwölf Prozent zu verkaufen. Medienberichten zufolge hat die UniCredit Interesse an der Übernahme der Commerzbank. Die italienische Großbank hat in der Vergangenheit Banken, die sie übernommen hat, regelmäßig in ihrer Eigenständigkeit beschnitten.
Arbeitsplätze und Zukunft der Commerzbank in Gefahr
In der Erklärung des Gesamtbetriebsrats der Commerzbank wird betont, dass eine Übernahme durch die UniCredit das Ende der Commerzbank in ihrer jetzigen Form bedeuten würde. Der Nachwuchs hätte dadurch keine Perspektive, was wiederum die Zukunft der Bank gefährde. Zudem sei zu erwarten, dass etwa zwei Drittel der Arbeitsplätze abgebaut und die Schließung weiterer Filialen fortgesetzt werde, ähnlich wie bei der HypoVereinsbank, die 2005 von UniCredit übernommen wurde. Weiterhin gebe es keine konkreten Pläne zur Erschließung neuer Geschäftsfelder, stattdessen werde der Fokus ausschließlich auf Kosteneinsparungen gelegt, was die Übernahme zu einem reinen Rationalisierungsfall mache. 
Eine Übernahme wäre nicht im Sinne der Beschäftigten, mahnt auch Frank Werneke, und fordert die Unabhängigkeit der Commerzbank und das Engagement der Beschäftigten nicht zu verspielen: „Wir stehen fest an der Seite der Belegschaft und kämpfen für den Erhalt der Eigenständigkeit der Bank und somit für gute und faire Arbeitsbedingungen.” Der Bund dürfe keine weiteren Anteile an der Commerzbank abgeben und sich der drohenden Übernahme der Commerzbank durch die UniCredit entgegenstellen, so der ver.di-Vorsitzende. Er müsse sich klar für den Erhalt der Commerzbank als eigenständiges Institut positionieren, auch und gerade im Interesse der deutschen Wirtschaft. „Gerade in einer Zeit steigender internationaler Unsicherheit ist es mit Blick auf die deutsche Wirtschaft und insbesondere den deutschen Mittelstand wichtiger denn je, dass die Bank ihre Eigenständigkeit wahrt.“

MIL OSI