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Galeria: Zukunftskonzept der Arbeitgeber ist ein Affront gegen die Beschäftigten

Galeria: Zukunftskonzept der Arbeitgeber ist ein Affront gegen die Beschäftigten

Source: Verdi – Vereinten DienstleistungsgewerkschaftNachdem es bei Galeria zuletzt sogar ein paar Lichtblicke gab – am 3. November hatte ver.di eine Tarifeinigung über Sonderzahlungen in Höhe von 500 Euro für die Beschäftigten durchsetzen können und auch das Weihnachtsgeschäft lief gut – ist nun wieder vieles ungewiss.
Es braucht einen strategischen Investor
ver.di sieht für Galeria Karstadt Kaufhof mit einem stationär-digitalen Warenhauskonzept eine gute Zukunft. „Warenhäuser sind das Herz vieler Innenstädte. Sie bieten Kundinnen und Kunden Waren und gute Beratung in einer Breite und Tiefe an, die sie sonst nirgendwo so erhalten. Dafür stehen vor allem die Galeria Beschäftigten. Sie sind das Gesicht des Warenhauses“, ist Silke Zimmer überzeugt. Wünschenswert aus Sicht von ver.di wäre ein strategischer Investor, der Handelskompetenz hat und Galeria Karstadt Kaufhof ermöglicht, als Ganzes erhalten zu bleiben und damit die Arbeitsplätze zu sichern,“ sagte die ver.di-Vorstandsfrau. Ob die beiden alten Investoren es nun beim zweiten Mal besser machen, es muss sich zeigen.
Lichtblick Tarifvertrag
Nach vielen Verhandlungsrunden gab es zuletzt Ende vergangenen Jahres erste Schritte hin zu einem Tarifvertrag für die Beschäftigten des Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof. ver.di hat mit der Unternehmensleitung in einem ersten Zwischenschritt eine Eckpunktevereinbarung für einen Tarifvertrag abgeschlossen und eine Sonderzahlung vor Weihnachten vereinbart. Noch im November gab es 500 Euro und eine Zeitgutschrift aus 2023 in Cash, so ver.di-Verhandlungsführer Marcel Schäuble. Vorgesehen war, dass alle Vollzeitbeschäftigte 400 Euro Inflationsausgleichsprämie und zusätzlich 100 Euro als Warengutschein erhalten; ursprünglich hatte die Unternehmensleitung nur 300 Euro Inflationsausgleichsprämie angeboten.
Neben der Inflationsausgleichsprämie ist auch eine Umwandlung der Zeitgutschrift für das Kalenderjahr 2023 von Bedeutung. Demnach sollen 50 Prozent der Zeitgutschrift aus dem Jahr 2023 in eine Einmalzahlung umgewandelt werden, die ebenfalls noch im November ausgezahlt wird. Die übrigen 50 Prozent werden in zusätzliche Urlaubstage umgewandelt. Diese sollen für den Fall, dass das Weihnachtsgeschäft erfolgreich verläuft, ebenfalls in eine Einmalzahlung umgewandelt werden können. Voraussetzung ist, dass die vom Aufsichtsrat genehmigten Planziele erreicht oder maximal um 10 Prozent unterschritten werden. 
Tarifverhandlungen: Beschäftigte verdienen Respekt
Eine Neuaufstellung bei Galeria Karstadt Kaufhof geht nur mit qualifiziertem und zufriedenen Beschäftigten, die die Prozesse hin zu einem modernen digital-stationären Warenhaus mitgestalten. Fachkräfte aber lassen sich nur mit guten Bedingungen halten. Derzeit „liegen die Einkommen in der Entgeltgruppe der Verkäufer*in monatlich um fast 500 Euro niedriger als beim Flächentarifvertrag“, so Schäuble. Viele Beschäftigte hätten schon jetzt kein frei verfügbares Einkommen mehr und kehrten dem Unternehmen wegen Perspektivlosigkeit den Rücken, da sie bei Wettbewerbern zu besseren Konditionen eine Anstellung finden. Klar sei: Das Unternehmen müsse endlich Konzepte entwickeln, die es zukunftsfähig im Handel aufstellt. Mit mehr Personal könne der Umsatz auch besser abgeschöpft werden. „Momentan legen die Kunden ihre Ware wieder zurück, weil die Kassenschlange zu lang ist und die Ware nicht in den Laden gebracht werden kann – aus Personalmangel.“ Damit grabe sich Galeria selbst das Wasser ab, weil immer mehr Beschäftigte und in der Folge auch Kundinnen und Kunden abwanderten.

MIL OSI