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Feuerwanzen beim NABU-„Insektensommer“ am häufigsten gemeldet

Feuerwanzen beim NABU-„Insektensommer“ am häufigsten gemeldet

Source: NABU – Naturschutzbund DeutschlandWeniger Insekten bei Regenwetter zu sehen

Wie viele Feuerwanzen haben Sie gesehen? So lautet die diesjährige Entdeckungsfrage des NABU-„Insektensommers“. Im August können Insektenfans diese und weitere Sechsbeiner beim zweiten Zählraum beobachten und melden.

Feuerwanze – Foto: NABU/Kathy Büscher

UPDATE | 20. Juni 2024 – Die Feuerwanze ist beim ersten „Insektensommer“-Zählzeitraum 31. Mai bis 9. Juni am häufigsten gemeldet worden. Danach folgt die Hainschwebfliege – und die Steinhummel auf Platz drei. In diesem Jahr steht die Feuerwanze mit der Entdeckungsfrage im Fokus.
„Mit der Entdeckungsfrage wollen wir es Neueinsteiger*innen leichter machen, bei der Aktion mitzumachen. Denn für den Anfang kann es hilfreich sein, sich zunächst auf eine Art zu konzentrieren”, sagt Dr. Laura Breitkreuz, Insektenexpertin beim NABU.
Hier finden Sie alle Ergebnisse des ersten Meldezeitraums.

Insektenzählung – Foto: NABU/Simon Martinelli

Beim zweiten Zählraum vom 2. bis 11. August sind alle kleinen und großen Insektenfans erneut aufgerufen, eine Stunde lang Feuerwanzen und weitere Insekten zu beobachten und dem NABU zu melden. „Für den zweiten Zählzeitraum im August hoffen wir auf besseres Wetter“, so Breitkreuz. „Bei Dauerregen und kühlen Temperaturen, wie in weiten Teilen Deutschlands, fliegen auch Insekten nicht gern, sondern sitzen still oder verstecken sich.“ Bei windstillem und sonnigem Wetter hingegen tummeln sie sich gern und lassen sich auch an ungewöhnlichen Orten beobachten und zählen wie am Badesee oder beim Warten auf den Bus.
Gemeldet werden die Beobachtungen per Online-Formular oder mit der kostenlosen Web-App NABU Insektensommer. Hier finden Sie beide Meldewege >>

Frischer Bildeindruck vom ersten Insektensommer-Wochenende: Grashüpferlarve in seltener rosa Farbvariante (aufgenommen in Potsdam-Eiche) – Foto: Helge May

Auch die Gewöhnliche Strauchschrecke ist jetzt noch als Larve unterwegs (Katharinenholz Potsdam) – Foto: Helge May

Gleiches gilt für viele Wanzen wie hier die Larve der häufigen Roten Halsring-Weichwanze (Katharinenholz Potsdam)- Foto: Helge May

Eichen-Lederzikade auf Brennnesselblatt (Katharinenholz Potsdam) – Foto: Helge May

Hier hat jemand auf Flockenblumenblättern deutliche Fraßspuren hinterlassen… – Foto: Helge May

… Sie stammen vom winzigen Flockenblumen-Flohkäfer (Spreebogenpark Berlin-Mitte) – Foto: Helge May

Erbsenkäfer auf Erbsenblüte (Botanischer Garten Potsdam) – Foto: Helge May

Großnasige Weichwanze (Stadtgarten am Obelisken, Potsdam) – Foto: Helge May

Zierlicher Widderbock (Wildpark Potsdam) – Foto: Helge May

Update | 04. Juni 2024 – Das erste Aktionswochenende des diesjähriges „Insektensommers“ war in weiten Teilen Deutschlands ziemlich verregnet. Kein Wunder, dass die Teilnahme gegenüber den Vorjahren deutlich zurückging. Dauerregen macht halt wenig Lust auf Naturentdeckung. Zudem gilt „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“ leider nicht für die Insektenbeobachtung. Bei Regen fahren nämlich die meisten Sechsbeiner ihre Aktivitäten runter. Statt munter herumzufliegen, sitzen sie still oder verstecken sich sogar.
Noch bis Sonntag beobachten, Meldeschluss ist am 16. Juni
Umso größeren Dank gilt Allen, die dem Wetter getrotzt haben und dennoch auf Insektenpirsch gingen. Das Gute am Insektensommer ist, dass noch die ganze Woche über bis einschließlich Sonntag, 9. Juni, beobachtet und gezählt werden kann. Das Online-Meldeformular ist sogar eine weitere Woche länger geöffnet. Wer Spaß an der Naturbeobachtung hat, kann also noch aktiv werden. Es lohnt sich! Tagelanger Sonnenschein ist nicht vorhergesagt, es bleibt wechselhaft. Aber selbst für die Hochwassergebiete Süddeutschlands sind die Unwetterwarnungen inzwischen aufgehoben.

Diese Goldwespe hat sich bei trübem Wetter lieber schlafen gelegt (Stadtgarten am Obelisken, Potsdam) – Foto: Helge May

Sechzehnfleck-Marienkäfer auf Brennnesselblatt (Park Sanssouci Potsdam) – Foto: Helge May

Langsame Räuber: Schwebfliegenlarven auf Blattlauspirsch (Stadtgarten am Obelisken, Potsdam) – Foto: Helge May

Schon am Ziel: Siebenpunkt-Marienkäfer frisst Blattlaus (Botanischer Garten Potsdam) – Foto: Helge May

Geschwärzter Johannisbeerwickler auf Pfaffenhütchenblatt (Potsdam-Eiche) – Foto: Helge May

Metallic-Schönheit: die Gewöhnliche Waffenfliege (Katharinenholz Potsdam) – Foto: Helge May

Korbblütler-Weichwanze (Stadtgarten am Obelisken, Potsdam) – Foto: Helge May

Mausgrauer Schnellkäfer (Spreebogenpark Berlin-Mitte) – Foto: Helge May

Nicht näher bestimmbare Sackträgermotte (Wildpark Potsdam) – Foto: Helge May

Bei der Interpretation der bisher eingegangenen Meldungen ist nach nur wenigen Beobachtungstagen und ungewöhnlichem Wetter Vorsicht geboten. Am stärksten gingen die Meldungen bei den Libellen zurück, den meisterhaften Fliegern scheint der Regen am wenigsten zu passen. Aktuell rangieren nur Hufeisen-Azurjungfer, Große Pechlibelle und Blauflügelige Prachtlibelle unter den 100 meistbeobachteten Arten. Auch die Vielfalt der Schmetterlinge unter den Top 100 hat deutlich nachgelassen, lediglich Tagpfauenauge und Admiral zeigen bisher Normalniveau. Rar machen sich zudem Erd- und Ackerhummel, obwohl Hummeln mit schlechtem Wetter vergleichsweise gut zurechtkommen sollten.

Schlechtwetter-Beobachtungstipps

Schlechtes Wetter mögen Insekten nicht wirklich. Erst recht, wenn es feucht wird, denn das erschwert das Insektenleben und auch die Gefahr von Krankheiten und Pilzbefall nimmt zu. Bei Regen wird der Flugverkehr eingestellt und viele Insekten verstecken sich. Um nun Sechsbeiner zu erleben, muss man die Strategie ändern und aktiv suchen. Als Versteck besonders beliebt sind die Unterseite von Blättern, ob nun von Brennnesseln oder von Eichen. Es lohnt sich unbedingt, von unten hinzuschauen oder die Blätter vorsichtig umzudrehen. Oft sitzen Käfer, Wanzen und Wildbienen auch in mehr oder minder geschlossenen Blüten.Wer sonst vor allem bunten Faltern nachjagt oder laut brummenden Holzbienen, wird an einem dichten Krautsaum oder einem niedrig hängenden Zweig zunächst einmal nur ein grünes Nichts sehen. Das Auge muss sich erst an die feinen optischen Unterschiede gewöhnen, um auch dort Insekten zu erkennen.
Eine weitere Beobachtungsmöglichkeit sind Minen und Gallen. Das sind Spuren, die Tiere an Pflanzen hinterlassen, so typisch, dass sich damit bestenfalls die Tierart genau identifizieren lässt. Minen sind Fraßspuren. Nicht unterirdisch wie eine Kohlemine, sondern meist an Blättern. Die Larven von Fliegen oder Kleinschmetterlingen fressen sich durch ein Blatt, aber nur durch die obere oder untere Schicht, so dass keine Löcher, sondern eine meist geschlängelte Fraßspur entsteht. Es gibt zwar auch Insekten, die wenig wählerisch sind. Die Kombination von angefressener Pflanzenart und Form der Mine ist aber oft eindeutig.
Noch vielfältiger sind Pflanzengallen. Neben Insekten können vor allem Milben – sie gehören zu den Spinnen – Verursacher sein. Durch Bisse oder Stiche unter Abgabe von Enzymen werden die Pflanzen stimuliert, um Eier und Larven der Verursacher herum Gallen auszubilden. Das kann von einfachen Schwellungen bis hin zu völlig bizarren Gebilden reichen. Wieder ist es die Kombination aus Pflanzenart und Erscheinungsbild, die die Täter überführt. Botanische Grundkenntnisse sind also unabdingbar. Eine Galle nur einem „Strauch“ oder einer „Blume“ zuzuordnen, wird leider nicht zum Ziel führen.
Minen-Identifikation ist oft Detektivarbeit. Diese beiden englischsprachigen Websites helfen, hier kann man sich die Minierer nach Pflanzenarten anzeigen lassen: Plant Parasites of Europe, British Leafmines.

Mit Abstand am häufigsten – an 58 Prozent aller Beobachtungsorte – wurde bisher die Feuerwanze beobachtet. Das wird sicher auch so bleiben, denn die rotschwarze Art steht dieses Jahr im Mittelpunkt der Entdeckungsfrage. Wer sich nicht an die komplette Insektenvielfalt herantraut, kann sich ganz auf die Feuerwanze konzentrieren.

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Insektensommer 2024 – Grafik: publicgarden

31. Mai 2024 – Zum siebten Mal ruft der NABU zu Deutschlands größter Insektenzählung auf. Diesmal steht die Feuerwanze im Mittelpunkt der Mitmach-Aktion. Kaum zeigen sich die ersten Sonnenstrahlen im Garten, sind sie zur Stelle – und zwar als eingespieltes Team. Die Feuerwanze zieht mit ihrer markanten schwarz-roten Färbung die Blicke auf sich und hält so potenzielle Feinde auf Distanz. Sie sorgen für Ordnung, indem sie Pflanzensamen, Insekten- und Schneckeneier vertilgen. Damit helfen sie, die Anzahl der Gartenschädlinge in Schach zu halten.
Die Zählaktion Insektensommer soll vor allem die Freude am Entdecken der Natur fördern. Um den Einstieg in diese vielfältige Welt – in Deutschland leben rund 34.000 Insekten – zu erleichtern, dreht sich die Entdeckungsfrage um die geselligen Wanzen, die auch als Feuer- oder Schusterkäfer bekannt sind. Aber eben keine Käfer sind.

Sie haben schon fleißig Insekten gezählt? Dann haben Sie folgende Möglichkeiten Ihre Beobachtungen bis zum 9. Juni (Nachmeldezeitraum bis 16. Juni) bei uns einzureichen:

Entdeckungsfrage

Insektenvielfalt ist unverzichtbar für ein gesundes Ökosystem
Es ist enorm wichtig zu verstehen, welche Rolle Insekten in unseren Ökosystemen spielen. Für ein natürliches Gleichgewicht im Garten beispielsweise braucht es auch eine große Artenvielfalt bei den Insekten. Genau hier setzt der Insektensommer an: Durch die Freude und Neugier am Entdecken können alle mehr über die vielen Arten und ihre Lebensräume lernen. Oder wissen Sie, warum sich Feuerwanzen immer so zahlreich versammeln? Oder ob es Wildbienen gibt, die bei Regen fliegen? Finden Sie es beim Insektensommer heraus.
In ganz Europa gibt es eine große Insektenvielfalt und ihr Schutz kennt keine Landesgrenzen. Am 9. Juni – dem zweiten Zählwochenende – findet die Europawahl statt. Diese Wahl hat großen Einfluss darauf, wie in Zukunft Biodiversität und damit auch die enorm wichtige Artenvielfalt der Insekten geschützt und zum Beispiel durch eine nachhaltige Landwirtschaft gefördert wird.
So geht Insektensommer

Beobachten und Zählen kann jeder und fast überall: Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich oder Bach. Das Beobachtungsgebiet sollte nicht größer als etwa zehn Meter in jede Richtung vom eigenen Standpunkt aus sein. Gezählt wird bis zu einer Stunde. In unserer Zählhilfe finden Sie die häufigsten Arten zur leichteren Bestimmung. Anschließend übertragen sie das in unser Online-Meldeformular oder in unsere Web-App.
Viel Spaß beim Entdecken!

Mehr zur Mitmachaktion

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