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Erneut tote Fische in der Oder entdeckt

Erneut tote Fische in der Oder entdeckt

Source: NABU – Naturschutzbund DeutschlandWiederholt sich das Fischsterben von 2022 an der Oder?

Nach der Umweltkatastrophe in der Oder 2022 wurden nun wieder tote Fische im Fluss zwischen Deutschland und Polen gefunden. Vermutlich liegt es an einer erneut hohen Goldalgen-Konzentration im Wasser.

Fischsterben in der Oder 2022 – Foto: Roland Schulz (Archiv)

13. Juni 2024 – An der Oder sind nach der Umweltkatastrophe 2022 erneut tote Fische entdeckt worden. Wie das Brandenburger Umweltministerium am Mittwoch mitteilte, sei die Entwicklung der Algen in dem deutsch-polnischen Grenzfluss seit einigen Tagen sehr hoch, es gilt aktuell die dritte und damit höchste Warnstufe. Vor allem die Goldalge konnte sich wieder ausbreiten, die auch schon vor zwei Jahren ein massives Fischsterben verursacht hatte. Der Regen der vergangenen Tage konnte die Situation offenbar nicht entschärfen.
„Wie oft muss sich das Fischsterben an der Oder noch wiederholen, bevor endlich gehandelt wird?“, fragt NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger. „Der Fluss braucht jetzt eine umfassende Erholung und Renaturierung, um ihn resilienter zu machen. Sonst werden wir jedes Jahr eine Katastrophe zu beklagen haben. Der Oderausbau muss sofort gestoppt werden, damit sich das Ökosystem erholen kann.“
NABU setzt sich für lebendige Flüsse ein
Die Ausbreitung der Goldalge, verursacht durch massive Einleitung von salzhaltigen Abwässern, führte bereits 2022 zu einem massiven Fischsterben in der Oder: Auf einer Länge von rund 500 Kilometern starben zahlreiche im Wasser lebende Arten, darunter viele Fische und Muscheln. Der NABU zeichnete diese Umweltkatastrophe mit dem Negativpreis „Dinosaurier des Jahres“ aus – es folgten zahlreiche politische Aktivitäten, der katastrophale Zustand des Grenzflusses war monatelang Thema in der Öffentlichkeit.
Der NABU setzt sich indes seit Jahren für lebendige Flüsse ein, um solche Katatrophen zu verhindern: Helfen Sie mit einer Fluss-Patenschaft, unsere Flüsse zu schützen und ihnen ihre Natürlichkeit zurückzugeben!
Die Goldalge hat sich laut Ministerium mittlerweile im gesamten Flusslauf einschließlich der Nebengewässer etabliert. Erschwerend komme hinzu, dass 2022 auch die Algen fressenden Muscheln und Schnecken betroffen waren und größtenteils aktuell noch fehlen. Das Ökosystem habe sich noch nicht erholen können.

Was sich seit 2022 getan hat
Seit der vergangenen Katastrophe arbeiten deutsche und polnische Behörden enger zusammen: Das Alarm- und Meldesystem wurde mit dem Nachbarland verbessert, berichtet das zuständige Ministerium in Brandenburg. Die polnische Seite habe noch im Mai 2024 auf der Konferenz „Perspektiven der Renaturierung im internationalen Odereinzugsgebiet“ in Breslau versichert, dass das polnische Klima- und Umweltministerium alle verfügbaren Maßnahmen umsetze, die das Risiko einer giftigen Goldalgenblüte reduziere.In Polen wurden im vergangenen Monat bereits Goldalgen und tote Fische im Gleiwitzer Kanal entdeckt, der von der Oder abgeht. Das berichtet der RBB. 

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