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Tarifverhandlung Seehäfen: ver.di ruft Beschäftigte zum Streik auf

Tarifverhandlung Seehäfen: ver.di ruft Beschäftigte zum Streik auf

Source: Verdi – Vereinten DienstleistungsgewerkschaftNachdem auch die zweite Verhandlungsrunde zwischen ver.di und dem Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) für die Beschäftigten in deutschen Seehäfen am 6. Juni zu keinem Ergebnis geführt hat, hat die Gewerkschaft die Beschäftigten zu einem Streik im Hamburger Hafen aufgerufen. Der Streik hat in den frühen Morgenstunden am 7.Juni begonnen und dauert bis in den späten Abend an. Im Hamburger Hafen sind ca. 6.000 Beschäftigte, beispielsweise im Containerumschlag, von der Tarifrunde betroffen. 
„Das Angebot, das die Arbeitgeber vorgelegt haben, ist völlig unzureichend“, betont ver.di-Verhandlungsführerin Maren Ulbrich. „Es bedeutet für die Beschäftigten keinen echten Reallohnzuwachs und die soziale Komponente ist auch absolut unzureichend. Das zollt den Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeitern keinen Respekt und ist viel zu wenig. Die Beschäftigten brauchen eine deutliche Erhöhung ihrer Löhne, um die gestiegenen Lebenshaltungskosten bezahlen zu können. Mit ihrem unzureichenden Angebot haben die Arbeitgeber jetzt Streiks provoziert.“
ver.di fordert für die Hafenarbeiter*innen eine Erhöhung der Stundenlöhne um drei Euro zum 1. Juni 2024 sowie eine entsprechende Anhebung der Schichtzuschläge, inklusive einer Nachholung der ausgebliebenen Erhöhung der Schichtzulagen im Tarifabschluss 2022, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
Schwerstarbeit mit Lasten bis zu sechzig Tonnen
Der Job ist Schwerstarbeit, sowohl körperlich als auch kognitiv. „Meine Arbeit findet draußen statt, direkt am Hafen, wo ich regelmäßig eine der Containerbrücken fahre, um die riesigen Frachtschiffe zu beladen oder zu entladen,” berichtet die 27 jährige Patricia Gerdes, Fachkraft für Hafenlogistik in Hamburg und ver.di Mitglied. Sie bewegt hier regelmäßig Lasten bis zu 60 Tonnen, wenn zwei Container verladen werden. Dazu kommt das Gewicht des Spreaders, auf dem die Container umgeladen werden, das sind noch einmal 15 Tonnen. Beim sogenannten Laschen der Container, der Befestigung der Ladung, muss sie sich selbst körperlich richtig ins Zeug legen. „Das ist eine körperlich anstrengende Arbeit, während das Containerbrückenfahren viel geistige Konzentration erfordert.”

MIL OSI