Source: DGB – Bundesvorstand02.05.2024
Tarifticker
DGB-Tarifmeldungen vom 30. April bis 6. Mai 2024
Ver.di hat eine Tarifeinigung für die 12.000 Tarifbeschäftigten der Postbank AG erzielt. Auch die 3. Tarifverhandlungsrunde für die Deutsche Telekom ist ergebnislos zu Ende gegangen. Die Verhandlungen werden Mitte Mai fortgesetzt. Nachdem die regionalen Verhandlungen in der Chemie-Tarifrunde 2024 gescheitert sind, werden die Verhandlungen nun auf Bundesebene fortgesetzt.
Unsere Tarifmeldungen der Woche für die DGB-Gewerkschaften:
Tarifrunde Postbank: Einigung erzielt
Nach 21-stündigen Verhandlungen haben sich die Gewerkschaft ver.di und die Deutsche Bank AG am 1. Mai 2024 auf ein umfassendes Verhandlungspaket für die zum Konzern gehörenden 12.000 Tarifbeschäftigten der Postbank geeinigt. Es war bereits die fünfte Verhandlungsrunde.
Die Gehälter steigen zum 1. Juni 2024 um 7 Prozent, mindestens jedoch um 270 Euro, und zum 1. Juli 2025 um weitere 4,5 Prozent. „Durch den Mindestbetrag als soziale Komponente steigen die Gehälter für viele Beschäftigte mit unteren und mittleren Einkommen deutlich über 13 Prozent. Das war uns besonders wichtig“, kommentierte ver.di-Verhandlungsführer Jan Duscheck das Ergebnis.
Des Weiteren einigte sich die Gewerkschaft mit den Arbeitgebern auf einen langfristigen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis zum 31. Dezember 2027.
Die ver.di-Mitglieder haben nun bis zum 17. Mai 2024 Zeit, dem Ergebnis zuzustimmen. Die zuständigen Tarifkommissionen haben ihren Mitgliedern das Ergebnis zur Annahme empfohlen. Stimmen die Mitglieder zu, wäre ein Erzwingungsstreik, zu dem ver.di nach den stockenden vier Verhandlungsrunden zuvor eine Urabstimmung eingeleitet hatte, abgewendet.
Zur ver.di-Pressemitteilung
Tarifrunde Deutsche Telekom: 3. Verhandlungsrunde ohne Ergebnis
In der 3. Tarifverhandlungsrunde für die Deutsche Telekom haben die Gewerkschaft ver.di und die Arbeitgeber kein Ergebnis erzielt. Das von den Arbeitgebern vorgelegte Angebot liegt noch unter den gewerkschaftlichen Forderungen.
ver.di fordert für die bundesweit rund 70.000 Tarifbeschäftigten eine Entgeltsteigerung von 12 Prozent, mindestens aber um 400 Euro pro Monat, bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von 12 Monaten. Die Ausbildungsvergütungen sowie die Entgelte der dual Studierenden sollen um monatlich 185 Euro erhöht werden.
Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, hatten sich am 29. April 2024 bundesweit rund 12.000 Beschäftigte an vollschichtigen Warnstreiks beteiligt. Zudem fanden Kundgebungen und Aktionen an verschiedenen Orten statt: in Hamburg, Dortmund, Mainz, Stuttgart, München, Nürnberg, Dresden, Chemnitz und Berlin sowie auf dem Brocken im Harz.
Die Tarifverhandlungen sollen am 13./14. Mai 2024 fortgesetzt werden.
Zur ver.di Pressemitteilung
Chemie-Tarifrunde: Verhandlungen gehen auf Bundesebene weiter
Nachdem die regionalen Tarifverhandlungen zwischen der IGBCE und den Arbeitgebern allesamt ergebnislos beendet wurden, werden die Gespräche jetzt auf Bundesebene fortgeführt. IGBCE-Tarifvorstand und Verhandlungsführer Oliver Heinrich reagierte mit Unverständnis: “Diese Blockadehaltung ist Gift für die Attraktivität der Chemiebranche und stellt das bisher erfolgreiche sozialpartnerschaftliche Modell in Frage. Die Arbeitgeber müssen sich in allen drei Forderungspunkten deutlich bewegen und ein verhandelbares Angebot auf den Tisch legen.“
Die IGBCE fordert unter anderem eine Erhöhung der Einkommen und die Modernisierung des Bundesentgelttarifvertrages, um attraktive Entwicklungsmöglichkeiten für unsere Mitglieder zu schaffen.
Die Verhandlungen gehen am 14. und 15. Mai auf Bundesebene weiter.
Zur Meldung der IG BCE
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