Source: NABU – Naturschutzbund DeutschlandJetzt ist noch Gelegenheit, Nisthilfen anbringen
Auf die Mauersegler ist Verlass. Ganz gleich, ob unser Winter lang und schneereich war oder kurz und mild: Jedes Jahr pünktlich Mitte April erreicht die Vorhut der schnittigen Flieger Deutschland und ab Anfang Mai sind wieder überall ihre schrillen Schreie zu hören.
Mauersegler – Foto: Stephan Güthlein
15. April 2024 – Allzu eilig haben es die Mauersegler dieses Frühjahr nicht. Während nach den Schwalben nun auch die Kuckucke bereits in größerer Zahl zurückkehren, machen sich die Segler bisher rar. Noch sind es Einzelvögel und erste kleine Trupps, die über den Oberrhein nach Deutschland einfliegen, der große Ansturm steht noch aus. Dementsprechend ist jetzt auch eine gute Gelegenheit, den Gebäudebrütern zusätzliche Nistmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen.
Stimme des Mauerseglers anhören
Auch für Rauch- und Mehlschwalben kann man übrigens noch etwas tun, auch wenn dort die Rückkehr aus den Winterquartieren bereits fortgeschritten ist. Beide Arten finden leider immer seltener geeignete Nistmöglichkeiten und auch das Nahrungsangebot wird knapp. Tipps zur Hilfe gibt die NABU-Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“.
Kurze Brutsaison: Der Rückflug startet schon im Juli
Gerne suchen die Mauersegler zum „Auftanken“ fluginsektenreiche Wasserflächen auf. Von dort stammen dann auch die meisten frühen Nachweise. Mauersegler sind Weitstreckenzieher, die südlich der Sahara überwintern und im Frühling zum Brüten nach Norden ziehen. Nach einer kurzen Brut- und Aufzuchtzeit beginnt dert Wegzug dann bereits ab Mitte Juli, hauptsächlich aber Anfang August. Hauptzugzeit ist bis Ende August. Vereinzelte ziehende Mauersegler aus dem Norden werden noch bis Mitte September, in Ausnahmefällen auch später beobachtet.
Anhaltender Rückgang
Mit einem Rückgang von jährlich 6,7 Prozent (…) weist der Mauersegler unter den häufigsten 50 Arten der „Stunde der Gartenvögel“ den mit Abstand größten Rückgang auf. Gemäß dem errechneten linearen Rückgang beträgt die verbleibende Population nur noch 42 Prozent des Ausgangsbestandes.Eine Betrachtung (…) pro Bundesland bringt zwei interessante Erkenntnisse: Erstens sind die Zahlen in den vier nördlichen Bundesländern Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Hamburg deutlich niedriger als im Rest des Landes. Zweitens weisen die Bestandstrends in der Westhälfte des Landes besonders starke Rückgänge auf, während sie in den neuen Bundesländern durchgehend geringer ausfallen.Auszug aus „15 Jahre Vogelzählung und Citizen Science im NABU“ (PDF)
Bei der „Stunde der Gartenvögel“ 2023 belegte der Mauersegler mit bundesweit knapp 40.000 gemeldeten Exemplaren den 9. Platz. Dennoch gehört der Mauersegler zu den Sorgenkindern der heimischen Vogelwelt. Seit dem Start der Stunde der Gartenvögel vor 20 Jahren sind die Mauersegler-Meldungen pro Garten deutlich zurückgegangen. Am besten sieht es noch in den Großstädten aus. Regelmäßig in den Top 5 liegt der Mauersegler unter anderem in Berlin, Köln, Bonn, Dresden und Leipzig.
Mauersegler im Nest – Foto: NABU/D. Erlenbach
Grund für die Rückgänge sind fehlende Nistmöglichkeiten an modernen oder sanierten Gebäuden, ein deutlicher Rückgang von Fluginsekten als Nahrung und die Auswirkungen des Klimawandels auf die komplexen Wanderungen dieser Arten nach Afrika und zurück.Dem Nistplatzmangel des Mauerseglers könnte man durch sinnvolle Planung von Renovierungsarbeiten und Neubauten sowie durch den Einbau von Nistmöglichkeiten oder das Anbringen von Nisthilfen vergleichsweise einfach abhelfen.
