Source: Koerber StiftungGewalt in Kriegen trifft Menschen und Gesellschaften auf unterschiedliche Weise: Sie hinterlässt sichtbare Zerstörungen und Verletzungen, und sie wirkt unsichtbar in Form von Verdrängung und Traumata in nachfolgende Generationen hinein. Das gilt insbesondere für Gewalterfahrungen von Frauen.
Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist Frieden in Deutschland, aber die Erfahrungen aus den Kriegsjahren werden seitdem in Familien weitergegeben, manchmal ausgesprochen, oft durch vehementes Schweigen. Gleichzeitig verändert sich die deutsche Gesellschaft, indem in den letzten Jahren immer mehr Menschen vor Krieg und Gewalt zu uns fliehen – zum Beispiel aus Afghanistan und Syrien, seit dem russischen Angriffskrieg auch aus der Ukraine. Diese Geflüchteten tragen ihre eigenen Erlebnisse von Krieg und Flucht im Gepäck. So treffen Gewalterfahrungen aus verschiedenen zeitlichen und geografischen Kontexten aufeinander. Und auch die Art, wie sich Menschen in unserer Gesellschaft mit Gewalt in der Vergangenheit auseinandersetzen, variiert.
Aus dem Nebeneinander dieser unterschiedlichen Erfahrungen ergeben sich große Herausforderungen: Wie beeinflussen Gewalterfahrungen das Miteinander in Familien und in der Gesellschaft? Wo und wie können sie in einer Gesellschaft verhandelt werden? Und welche Sprache lässt sich für das meist Unaussprechliche finden?
Ein Gespräch mit der Autorin Ulrike Draesner und der Soziologin Teresa Koloma Beck. Es moderiert der Kulturjournalist Ulrich Kühn.
Die vierteilige Reihe „Gebundenes Leben“ in Kooperation mit dem Literaturhaus Hamburg setzt sich mit Widerstand und Resilienz, Emotionen, Gewalt und Grenzen in verschiedenen Kontexten des Krieges und Friedens auseinander.
Eintritt: 12 Euro, ermäßigt: 8 Euro. Tickets unter literaturhaus-hamburg.de.
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Gebundenes Leben: Gewalt im Gepäck
