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Luftverkehr: Erfolglose Tarifverhandlungen, weitere Streiks nicht ausgeschlossen

Luftverkehr: Erfolglose Tarifverhandlungen, weitere Streiks nicht ausgeschlossen

Source: Verdi – Vereinten DienstleistungsgewerkschaftDarum geht es bei der Lufthansa
Bei der Verhandlung mit der Lufthansa geht es um knapp 25.000 Bodenbeschäftigte – darunter Mitarbeitende an Schaltern, in der Flugzeugabfertigung und im Frachtbetrieb – in den einzelnen Konzerngesellschaften, wie bei der Lufthansa AG, Lufthansa Technik oder Lufthansa Cargo arbeiten. Die Forderungen von ver.di: 12,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 500 Euro monatlich. In den bisherigen Verhandlungen wurde ein völlig unzureichendes Angebot vorgelegt. Dieses wurde in den vergangenen Tagen breit in den Betrieben diskutiert und als spalterisch kritisiert. Deshalb waren Streiks fällig. Am 7. Februar gingen um 4 Uhr in der Früh Lufthansa-Bodenbeschäftigte in einen ersten ganztägigen Warnstreik. Da alle Bodenbeschäftigten von der Wartung bis zur Passagier- und Flugzeugabfertigung zum Warnstreik aufgerufen wurden, kam es zu Flugausfällen und Verzögerungen.
ver.di bittet die Passagiere um Verständnis für die Streiks und informiert deshalb frühzeitig über anstehende Warnstreik, damit sich Betroffene darauf einstellen und umorientieren können. Schon jetzt haben die Beschäftigten bei der Lufthansa rund 10 Prozent weniger in der Tasche als noch vor drei Jahren. Trotz Rekordgewinnen wollen die Arbeitgeber das noch weiter verschlimmern. Dieser Streik wäre unnötig gewesen, wenn Lufthansa den Bodenbeschäftigten die gleichen Erhöhungen zugestehen würde wie anderen Beschäftigtengruppen im Konzern. „Dazu gab es am Verhandlungstisch jedoch keine Bereitschaft”, betont ver.di-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky.
Noch kein Ergebnis bei den Luftsicherheitskräften
Auch nach der fünften Verhandlungsrunde zwischen ver.di und dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) für die bundesweit rund 25.000 Beschäftigten im Luftsicherheitsbereich gibt es keine Erfolge zu verkünden. Nach zweitägigen Gesprächen wurden die Tarifverhandlungen in Berlin am Donnerstag (22.2.24) ergebnislos vertagt. „Das jetzt vorgelegte Angebot der Arbeitgeber war zwar verbessert, aber weiter unzureichend. So kommen wir nicht zueinander“, sagte ver.di-Verhandlungsführer Wolfgang Pieper.
Das Angebot der Arbeitgeber über eine Anhebung der Stundenlöhne – in drei Schritten und mit zwei Leermonaten – zum 1. März 2024 um 1,20 Euro und zum 1.Oktober 2024 um 0,75 Euro sowie zum 1. April 2025 um 0,75 Euro bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von 24 Monaten sei unzureichend, so Pieper. „Das ist nach zwei Jahren weniger, als wir für ein Jahr gefordert haben. Das reicht nicht.“ Zudem knüpften die Arbeitgeber ihr Angebot an Regelungen zur Mehrarbeit, die unzureichend seien und deshalb nicht annehmbar seien.
ver.di fordert 2,80 Euro mehr Lohn pro Stunde, höhere Funktionszulagen und Mehrarbeitszuschläge ab der ersten Überstunde bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von zwölf Monaten. Mit der Forderung soll der Kaufkraftverlust der Beschäftigten durch die hohe Inflation ausgeglichen werden. Die starken Preissteigerungen bei Lebensmitteln und der Energie belasten die Geldbeutel, insbesondere in den unteren Lohngruppen.
„Unser Ziel bleibt, den Kaufkraftverlust der Beschäftigten dauerhaft auszugleichen“, betonte Pieper. Die Arbeit der Luftsicherheitskräfte müsse finanziell attraktiv bleiben, damit dringend benötigte Fachkräfte gewonnen und gehalten werden können. Es werde nun intern über den Stand der Verhandlungen und das weitere Vorgehen beraten. Die Tarifparteien wollen die Verhandlungen in der sechsten Runde am 19. März 2024 fortsetzen.
Die Luftsicherheitskräfte sind Fachkräfte, die eine breite Palette von Aufgaben und Verantwortlichkeiten übernehmen, um die Sicherheit von Flughäfen, Fluggesellschaften und Passagieren zu gewährleisten. Da schon in den ersten drei Tarifverhandlungsrunden für sie keine Einigung erzielt werden konnte, hatte ver.di am 1. Februar an mehreren Verkehrsflughäfen zum ganztägigen Streik aufgerufen. Beschäftigte im Luftsicherheitsbereich, in der Fluggastkontrolle, in der Personen- und Warenkontrolle, der Frachtkontrolle und in Servicebereichen waren im Ausstand an den Flughäfen Hamburg, Bremen, Hannover, Berlin, Köln, Düsseldorf; Leipzig, Dresden, Erfurt, Frankfurt/Main und Stuttgart, um höhere Löhne durchzusetzen.
Tarifverhandlungen mit der Mitteldeutschen Flughafen AG (MFAG) bislang ohne Annäherung
Auch in den laufenden Tarifverhandlungen zwischen ver.di und der Mitteldeutschen Flughafen AG (MFAG) – es geht um etwa 1.400 Beschäftigte an den Flughäfen Leipzig und Dresden – konnte bislang nach zwei Verhandlungsterminen keine Annäherung erreicht werden. Daher hatte ver.di alle Beschäftigten des Unternehmens zu einem 30-stündigen Warnstreik aufgerufen. An beiden Flughäfen wurde am 28. und 29. Januar 2024 gestreikt. Die Tarifverhandlungen hatten am 13. Dezember begonnen. Im Vorfeld hatten sich bereits über 500 Beschäftigte an der Forderungsfindung der Gewerkschaft beteiligt. Die Tarifkommission entschied, dass es nach der hohen Inflation der letzten Jahre vor allem in den niedrigen Entgeltgruppen dringend Entlastung braucht. Deswegen steht die Forderung nach einer tabellenwirksamen Erhöhung von 650 Euro für alle Beschäftigten im Mittelpunkt. Darüber hinaus fordern die Beschäftigten die Zahlung der Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 3.000 Euro an alle Beschäftigten, verschiedene Änderungen in der Vergütungsstruktur sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 200 Euro und die Schaffung eines Rechtsanspruchs auf Altersteilzeit. Mit dem Abschluss eines Branchentarifvertrags für die Bodenverkehrsdienstleister an den deutschen Flughäfen am 16. Februar ist nun Bewegung in dei Verhandlungen gekommen. Der zuletzt gültige Tarifvertrag bei der MFAG fällt unter die zahlreichen individuellen Haustarifverträge von etwa 130 Betrieben, die nun durch den Branchentarifvertrag Bodenverkehrsdienste ersetzt werden sollen. 

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