Source: NABU – Naturschutzbund DeutschlandDickes Plus bei den Meisen, vermehrt Gäste aus dem eisigen Norden
Die große NABU-Vogelzählung wurde in diesem Jahr von einem Wintereinbruch begleitet. Das sorgte für viele wachsame Augen, die viele Vögel sichteten. Das Endergebnis offenbart ein starkes Interesse an unserer heimischen Vogelwelt.
Kohlmeise im Schnee – Foto: Frank Derer
25. Januar – Die Überraschung bei der diesjährigen „Stunde der Wintervögel“ wartet auf Platz zwei und drei: Während an der Spitze unangefochten der Haussperling steht, wurden in diesem Jahr bei der großen Vogelzählung eine Vielzahl an Kohl- und Blaumeisen gezählt. Beide Meisenarten wurden während des ersten Januarwochenendes deutlich häufiger pro Garten (plus 13 und 9 Prozent) gemeldet als im vergangenen Jahr.
NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller spricht rückblickend von „romantischen Bedingungen fürs Vogelzählen“. Der Hintergrund: Ein Wintereinbruch während des Zählwochenendes sorgte für frischen Schnee in weiten Teilen Deutschlands, was offenbar auch für viele begeisterte Teilnehmer*innen bei der Vogelbeobachtung sorgte. Über 130.000 Personen meldeten ihre Beobachtungen dem NABU, ein sattes Plus im Vergleich zum Vorjahr. „Das große Interesse an der Natur freut uns sehr“, so Miller. Belohnt wurden die Zählenden außerdem mit insgesamt mehr Vogelsichtungen als noch 2023. Es war viel Betrieb an den Futterplätzen.
Rangliste, Karte, Endergebnis
Alle Daten auf einen Blick
Karten, Tabellen und Trenddiagramme
Auf der interaktiven Karte können Sie zu allen Arten und Orten die Werte ablesen und erfahren, welche Vögel häufiger beobachtet wurden und welche seltener zu sehen waren. Im Tabellenreiter neben der Karte finden Sie zusätzlich alle Details zu den Vogeldaten. Mehr →
Dafür sorgten viele Waldvogelarten, die wieder häufiger die Futterstellen aufsuchten, neben Kohl- und Tannenmeisen waren das auch viele Buntspechte und Eichelhäher, was sich schon nach den ersten Meldungen während des Wochenendes zeigte. Und: Die klirrende Kälte in Teilen Nord- und Osteuropas wirkte sich ebenso auf die Vogelbeobachtung aus. „Die war sicher ein Grund, dass auch vermehrt Wintergäste wie Birkenzeisig und Seidenschwanz gemeldet wurden“, bilanziert Leif Miller. Parallel verließen viele Kraniche an dem Wochenende die norddeutsche Tiefebene: Der Zugvogel wurde im Vergleich zum Vorjahr doppelt so häufig gesichtet und gemeldet.
Der Ticker zum Zählwochenende zum Nachlesen
Schwanzmeisen – Foto: Heike Karpstein-Scheffler
12. Januar 2024 – Sie haben am Wochenende auch Vögel beobachtet und gezählt? Dann jetzt aber schnell: Bis kommenden Montag, 15. Januar, können Sie Ihr Ergebnis zur „Stunde der Wintervögel“ noch online melden. Und wenn Ihre Meldung bereits zu uns unterwegs ist: vielen Dank! Ihr Beitrag und der von nunmehr fast 118.000 Beobachter*innen sorgen für einen detaillierten Blick auf unsere Vogelwelt.
Wie bunt, wie vielfältig die Vogelzählung ist, beweisen dabei auch die vielen Fotos, die uns zu Meldungen direkt mitgeschickt werden. Dazu zählen Aufnahmen von großen Schwärmen ebenso wie Arten, die nur sehr selten bei der Vogelzählung zu beobachten sind. Mit in unserer Galerie vertreten sind neben dem bereits erwähnten Schwarzstorch inzwischen auch Girlitze, Schwanzmeisen, Grauspecht, Graureiher und gar ein Waldrapp.
Und hier geht es zur Übersichtskarte und der aktuellen Rangliste der Stunde der Wintervögel 2024.
Waldrapp – Foto: Sonja Felgner
Grauspecht – Foto: Kerstin Freiberg
Girlitz – Foto: Thomas Walther
Graureiher – Foto: Uwe Kunick
Schwanzmeisen – Foto: Heike Karpstein-Scheffler
Schwarzstorch – Foto: Joachim Zürker
Gruenfink in Hamburg – Foto: NABU/Eva-Marie Meyer
Sperberweibchen – Foto: Joachim Neumann
Buntspecht – Foto: Renate Reinbothe
Hohltaube – Foto: Larissa Hohmann
Amsel – Foto: Renate Reinbothe
Rotkehlchen – Foto: Renate Reinbothe
09. Januar 2024 – Bis zum 15. Januar können noch Beobachtungen vom Zählwochenende gemeldet werden – aber schon jetzt können wir uns über mehr als 100.000 Teilnehmende freuen. Und jede einzelne Beobachtung ist wertvoll, denn mit jedem gezählten Vogel wird die Momentaufnahme zur „Stunde der Wintervögel“ genauer und wir gewinnen wichtige Erkenntnisse über die häufig verbreiteten Siedlungsvögel.
Gleichzeitig werden Veränderungen in der Rangliste inzwischen seltener, die Positionen sind vor allem an der Spitze gefestigt: Mit fast einer halben Million gemeldeter Exemplare wird der Haussperling den ersten Platz wohl verteidigen. Kohlmeisen und Blaumeisen liegen jeweils deutlich dahinter mit rund 330.000 beziehungsweise 260.000 Sichtungen (Stand: 16 Uhr).
Eine andere Statistik führt die Kohlmeise allerdings an, dicht gefolgt von der Amsel: Beide Vogelarten wurden beinahe bei jeder Zählung gesichtet (in über 91 Prozent der Gärten). Die üblicherweise in Schwärmen auftretenden Haussperlinge sind zumindest bei diesem Wert abgeschlagen: Sie wurden nur in rund zwei von drei Gärten gesichtet (61 Prozent).
08. Januar 2024 – Immer wieder kommt es bei der „Stunde der Wintervögel“ auch vor, dass einzelne Vogelarten gesichtet werden, die eigentlich im Winter hier nicht anzutreffen sind. Dazu zählen auch Störche, die in der Regel im Herbst aufbrechen und im weit entfernten Afrika überwintern.
Ein Schwarzstorch hat sich in diesem Jahr anscheinend dagegen entschieden und ist in Deutschland geblieben oder verzögert aufgebrochen. Joachim Zürker, Vorsitzender der NABU-Ortsgruppe Bellheim (Rheinland-Pfalz) hatte sogar die Chance, den scheuen Zugvogel zu fotografieren – was auch außerhalb der kalten Jahreszeit schwierig ist, da Schwarzstörche scheuer sind als die weiß gefiederten Verwandten.
Gesichtet wurde er in der Region Karlsruhe. „Im bundesweiten Vergleich ist es dort auch milder“, erklärt NABU-Vogelexperte Martin Rümmler dazu.
Rückblick auf Sonntag: Meisen behaupten sich
Blaumeise im Winter – Foto: NABU/CEWE/Josef Graf
07. Januar 2024 – Im Vorfeld der großen Wintervogelzählung stellte sich die Frage, wie die Vogelwelt mit Kälte und vor allem den Niederschlägen der vergangenen Wochen umgeht. Eine Vermutung: Gerade Waldvögel könnten durch das reduzierte Nahrungsangebot und den höheren Energiebedarf öfter Futterstellen aufsuchen. So eindeutig hat sich das in der Statistik bis zum Sonntagabend nicht gezeigt.
Denn auch wenn sich Buntspecht, Gimpel und Eichelhäher in diesem Jahr tatsächlich öfter gezeigt haben (Stand: 17 Uhr, plus 24, 23 und 40 Prozent), gilt das nicht für alle Waldvögel und ist auch im Vergleich mit den Vorjahren nicht eindeutig. Buchfinken zeigten sich etwas regelmäßiger (plus 19 Prozent), Grünfinken-Sichtungen stagnierten indes. Allerdings hatte der grüngelbe Fink in den vergangenen Jahren mit Trichomoniasis zu kämpfen – die Krankheit könnte weiterhin einen Einfluss auf die Bestände des haben. Generell sind die Veränderungen in diesem Jahr aber nicht so deutlich, als dass sich daraus Aussagen über vorhandenes Nahrungsangebot, Zugverhalten oder andere Faktoren eindeutig zuordnen ließen.
Ergebniskarte und -tabelle
Kohl- und Blaumeisen: Zuwachs durch Zuzug?
Bis zum 15. Januar können noch Meldungen eingetragen werden, dadurch werden sich die Zahlen noch verändern. Was aber auch schon jetzt zu sehen ist: Blau- und Kohlmeise konnten zulegen, ebenso wie bereits erwähnt das Rotkehlchen. Vor allem die Zahl der gesichteten Individuen pro Garten bei der Kohlmeise ist gestiegen. Eine mögliche Erklärung könnten vorübergehende Gäste aus Nord- und Osteuropa sein, die sich unter die heimischen Populationen gemischt haben. Der strenge Winter, anders als in den Vorjahren, könnte einen Zuzug begünstigt haben.
Das sichert jedenfalls bisher den beiden Meisenarten Platz zwei und drei in der Rangliste – und dem Rotkehlchen den neunten Platz vor der Ringeltaube. Am häufigsten wurde der Haussperling gemeldet.
Haussperling – Foto: Rolf Jantz/NABU-Naturgucker.de
07. Januar 2024 – Der Sonntag der „Stunde der Wintervögel“ ist angebrochen – und dürfte erneut Vogelbeobachtungen im Schnee bringen – vor allem im Süden Deutschlands, während es in der Nordhälfte aufklart und vereinzelt sich sogar die Sonne zeigt. Aber auch zum Finale der Vogelzählung bleibt es frostig mit Temperaturen um den Gefrierpunkt.
Haussperling, Kohl- und Blaumeisen tummeln sich dabei weiterhin auf den Plätzen 1 bis 3, gefolgt von Amsel und Feldsperling – bei nunmehr schon über 31.000 eingesendeten Beobachtungen und schon über 1,1 Millionen gesichteten Vögeln insgesamt (aktueller Stand: Sonntag, 12 Uhr).
Besondere Sichtungen gab es übrigens bisher nicht nur im Nordosten Deutschlands mit den Seidenschwänzen, sondern auch im Süden gibt es die eine oder andere ungewöhnliche Sichtung: So wurde im Landkreis Rosenheim in Bayern ein Sommergoldhähnchen gesichtet, ein Kurzstreckenzieher, der eigentlich erst im Frühling wieder zu uns kommt. Sogar ein überwinternder Austernfischer wurde am Chiemsee gemeldet, berichtet unser Partnerverband, der LBV.
Und natürlich fliegen einigen Beobachter*innen auch Vögel vor die Kameralinse, von denen wir an dieser Stelle auch gerne ein paar Schnappschüsse zeigen wollen. Dazu zählen unter anderem ein Sperberweibchen, den Joachim Neumann in Berlin melden konnte, eine Hohltaube von Larissa Hohmann in Nordrhein-Westfalen. Renate Reinbothe in Mecklenburg-Vorpommern konnte bei ihrer Vogelzählung gleich mehrere Vögel fotografieren: Neben einer Amsel und einem Rotkehlchen posierte auch ein Buntspecht für die Kamera.
Rückblick Samstag: Besuch aus Nordost-Europa
Seidenschwanz – Foto: Oscar Klose
06. Januar 2024 – Während an Tag zwei des großen Zählwochenendes die Aktivität der Wintervögel abnimmt, sind die Vogelzähler*innen weiterhin aktiv: Über 21.000 Meldungen (Stand: 18 Uhr) sind inzwischen bereits bei uns eingegangen.
Und mit jeder einzelnen Meldung wird die Momentaufnahme der Vogelwelt genauer – was bedeutet, dass wir auch auf besondere oder seltenere Vogelarten schauen können. Beispielsweise Gäste aus Nord- und Osteuropa, die es nur dann zu uns zieht, wenn in ihrer Heimat die Nahrungssuche durch Eis und Schnee noch schwieriger wird.
Das ist in diesem Jahr der Fall – und führt dazu, dass Vögel gesichtet wurden, die in den vergangenen Jahren kaum gemeldet wurden: Über 150 Seidenschwänze wurden schon beobachtet, vor allem in Brandenburg, Thüringen und Sachsen. Der Vogel mit den markanten gelben Schwanzfederspitzen brütet vorrangig im Norden von Skandinavien sowie Russland, findet bei strengen Wintern aber auch den Weg über die Ostsee bis zu uns. Weitere Arten, die während der Kälteperiode aus dieser Richtung zu uns kommen können, sind unter anderem Erlen- und Birkenzeisige.
Besondere Verwandtschaft, nur vorübergehend zu Gast
Apropos Gäste: Bei der „Stunde der Wintervögel“ werden Unterarten nicht separat erfasst, das Verhalten von Seidenschwanz und Co. lässt aber darauf schließen, dass sich weitere besondere Gäste unter ihre heimische Verwandtschaft gemischt haben. Dazu zählt beispielsweise der Trompetergimpel, der sich vom Gimpel etwas in der Färbung, vor allem aber im Gesang unterscheidet sowie die weißköpfige Schwanzmeise. Die heimische Art hat meist einen deutlichen Schwarzanteil im Kopfgefieder.
Ob sich der Besuch auf die Statistik auswirkt, ist dabei nur schwer zu beurteilen, da je nach Art und lokalen Witterungsbedingungen auch unsere heimischen Vögel in andere Gefilde aufbrechen oder innerhalb von Deutschland weiterziehen. Aber: Es lohnt sich allemal, bei der Vogelbeobachtung Augen und Ohren offenzuhalten, um einen Blick auf solch besondere Gäste zu erhaschen.
Viele wache Augen bei der Vogelzählung
Haussperling – Foto: Rolf Jantz/NABU-Naturgucker.de
Auch am Samstag bleibt das Wetter in Deutschland wechselhaft: In Teilen von Deutschland kann es wieder schneien oder regnen, bei Temperaturen im Norden um den Gefrierpunkt, im Süden bis zu 6 Grad. Die Sonne dürfte sich nur selten zeigen.
Schnee hält Vogelbeobachter*innen aber offensichtlich nicht ab – im Gegenteil: Zumindest im Norden, wo es gestern vielerorts schneite, haben bei der „Stunde der Wintervögel“ bisher deutlich mehr Menschen mitgemacht als im Vorjahr. In Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin haben sich die Zahlen der Teilnehmenden gar verdoppelt.
Zum Samstagmorgen kommen wir so schon auf über 10.000 Teilnehmer*innen für die größte wissenschaftliche Mitmachaktion in Deutschland. Und stündlich werden es mehr.
Altbekannte Stars buhlen um die Spitzenplätze
Derweil verteidigen altbekannte Vogelarten ihre Spitzenplätze in der Rangliste: Unangefochten an der Spitze der Haussperling, der zwar nicht in jedem Garten anzutreffen ist, dafür tritt der als „Spatz“ bekannte Vogel aber oft in großen Gruppen auf: Im Schnitt werden sieben von ihnen bei einer Beobachtung gezählt. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Kohl- und Blaumeise, dicht gefolgt von der Amsel auf aktuell Rang vier, die allesamt in fast jedem Garten gesichtet werden. Platz fünf: der Feldsperling, der in Konkurrenz zu seinem engen Verwandten, dem Haussperling, oft das Nachsehen hat.
Rückblick Freitag: Tag eins der “Stunde der Wintervögel“
05. Januar 2024 – Deutschland zählt Wintervögel! Und zwar sehr fleißig: Schon nach den ersten Stunden am Freitag haben mehrere tausend Vogelfreund*innen uns ihre Beobachtungen online gemeldet. Zeit, einen ersten vorsichtigen Blick auf die Statistik zu werfen.
Zwei Arten, die hauptsächlich in unseren Wäldern zu Hause sind, wurden an Tag eins der großen Vogelzählung 2024 wieder in größerer Zahl an den Futterhäusern entdeckt: Buntspecht und Eichelhäher. Beide haben bisher einen absoluten Zuwachs von rund 40 Prozent (Stand: 16 Uhr) im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen.
Allerdings: Beide Vogelarten werden bei der „Stunde der Wintervögel“ in einem Jahr seltener, im nächsten Jahr wieder häufiger gesichtet. Und so zeigt der Blick auf den Trend der vergangenen Jahre: Eichelhäher werden zwar seit ein paar Jahren etwas seltener und Buntspechte etwas häufiger gesichtet, insgesamt ist der Zuwachs aber nicht so stark wie auf den ersten Blick zu vermuten wäre.
Beim Eichelhäher kommt außerdem noch hinzu, dass ein paar Gäste aus Nord- und Osteuropa den Weg zu uns gefunden haben könnten – mehr als im milden Winter 2022/2023. Damit wäre der Teilzieher in Deutschland vorübergehend stärker vertreten.
Einige Kraniche sind noch in Deutschland
Ein Kranich am Himmel – Archivfoto: Kerstin Karg/NABU-naturgucker.de
Einige Beobachter*innen haben offenbar nicht nur auf die Futterhäuser, sondern auch in den Himmel geschaut – und einige Kraniche entdeckt: Rund 300 der Zugvögel wurden schon gesichtet. Sie könnten sich aufgrund der Wetterlage jetzt nochmal auf den Weg in wärmere Gefilde gemacht haben, während in den vergangenen Tagen auf den bekannten Zugrouten keine Vögel unterwegs waren. „Schneefall und Kälte führen da sicherlich zu mehr Dynamik“, schätzt NABU-Vogelexperte Martin Rümmler.
Wie der Kranichzug 2023 verlief, können Sie übrigens in unserem Kranichticker nachlesen.
04. Januar 2024 – Ab Morgen wird gezählt! Und eine Frage wird vermutlich viele Vogel-Beobachter*innen schon vor diesem Freitag umtreiben: Wie reagiert die Vogelwelt auf den weitreichenden Niederschlag der vergangenen Tage und Wochen?
Denn durch den anhaltenden Regen in Deutschland sind viele Böden nicht nur aufgeweicht, sondern teilweise sogar mit Wasser bedeckt. Das erschwert die Nahrungssuche für viele Vogelarten. Für die Vogelbeobachtung zur „Stunde der Wintervögel“ aber möglicherweise von Vorteil, denn dadurch könnten viele Vögel häufiger am Futterhaus vorbeischauen. „Das Beobachten und Zählen lohnt sich daher auch bei Regenwetter – und natürlich auch das Füttern der Vögel“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Denn die Vögel brauchen gerade bei solch einem Wetter mehr Energie. Einer der Gründe: Sie kühlen schneller aus, wenn ihr Gefieder nass wird.
Mit Blick auf ganz Deutschland ist die Wettervorhersage für das Zählwochende wechselhaft: Der Deutsche Wetterdienst prognostiziert vor allem am Freitag und Samstag ein wolkenverhangenes Wochenende, in Teilen Norddeutschlands von Schnee, Regen oder Schneeregen begleitet. Die Temperaturen liegen zwischen -2 im Nordosten und +6 Grad Celsius im Südwesten. Zum Sonntag erwarten die Meteorolog*innen hingegen im Süden Deutschlands stärkeren Schneefall, während im Norden die Niederschläge nachlassen.
13. Dezember 2023 – Jede Beobachtung zählt: Vom 5. bis 7. Januar 2024 findet wieder die „Stunde der Wintervögel“ statt. NABU und der Landesbund für Vogel- und Naturschutz LBV rufen dazu auf, im Winter fleißig Vögel am Futterhaus zu zählen und zu melden. Helfen Sie uns dabei, einen möglichst genauen Einblick in die Vogelwelt in Deutschland zu gewinnen.
„Wer sich fürs neue Jahr vorgenommen hat, mehr für den Naturschutz zu tun, kann den guten Vorsatz gleich in die Tat umsetzen und mitmachen“, wirbt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller für die große Zählaktion. „Die mit der Aktion gewonnenen Daten über die heimische Vogelwelt helfen uns dabei, die Situation von Vögeln in Städten und Dörfern besser einzuschätzen.“ Wie wirken sich Witterungsbedingungen, die Klimakrise, Veränderungen in der Landwirtschaft auf die Vogelwelt aus? Vor allem mit Blick auf die Ergebnisse der vergangenen Jahre lassen sich einige Trends ablesen, sogar für bestimmte Vogelarten.
Der NABU hofft in diesem Jahr besonders darauf, Erkenntnisse über die Wintergäste in Deutschland zu gewinnen. Einige Vogelarten ziehen vor allem bei frostigen Witterungsbedingungen aus kälteren Regionen in Nord- und Osteuropa zu uns. Dazu zählen zum Beispiel Erlenzeisige, Bergfinken und Seidenschwänze. Wie sich indes Teilzieher, also beispielsweise Stare, verhalten, ist für Vogelkundler*innen ebenfalls von großem Interesse.
Mit gutem Vogelfutter gegen den Winter-Hunger
Amsel im Winter – Foto: Frank Derer
Für Amseln, Meisen, Sperlinge und Co. war der kurzzeitige frühe Wintereinbruch kein Problem: Sie kommen mit den Minusgraden gut zurecht. „Ein langanhaltender Temperatursturz mit viel Schnee wäre eher am Ende des Winters kritisch“, schätzt Miller, „wenn die Energiereserven der Vögel und das natürliche Futterangebot schon weitgehend aufgebraucht sind.“ Eine Gefahr, die wir etwas mildern können, ergänzt Miller: „Mit qualitativ hochwertigem Vogelfutter kann man die Tiere besonders bei niedrigen Temperaturen und Schnee unterstützen.“ Sonnenblumenkerne und Samenmischungen sowie Fettfutter sind willkommene Energiequellen, die viele Vogelarten gerne annehmen.
