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Moore ins EU-Renaturierungsgesetz!

Moore ins EU-Renaturierungsgesetz!

Source: NABU – Naturschutzbund DeutschlandDie Trilogverhandlungen laufen, finaler Beschluss am 9. November erwartet

Gemeinsam mit einem breiten internationalen Bündnis fordert der NABU ehrgeizige Ziele zur Wiederherstellung von Moorgebieten in das EU-Renaturierungsgesetz aufzunehmen. Das betrifft vor allem den Artikel 9 zu Agrarökosystemen. Wir sagen: Rein damit!

Moorfrösche für #RestoreNature – Foto: Christoph Bosch

1. November 2023 – Irgendwas zwischen Chance und Zitterpartie: So lassen sich die aktuellen Trilogverhandlungen zwischen EU-Parlament, Rat und Kommission zum EU-Renaturierungsgesetz beschreiben. Gehört die Zukunft in Europa intakten Ökosystemen wie Mooren, Wäldern und Co.? Die Weichen wurden zumindest in den letzten Monaten dafür gestellt: Eine Mehrheit des EU-Parlaments hatte am 12. Juli für das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur (Nature Restoration Law) gestimmt. Im letzten von drei Trilogenverhandlungen soll nun am 9. November final über die konkrete Ausgestaltung des EU-Renaturierungsgesetz entschieden werden. Es kommt auf viele Details an, die für Biodiversität und Klima von enormer Bedeutung sind.
Das Ringen um die Moore in Agrarökosystemen
23 Artikel umfasst der Gesetzentwurf aktuell. Um einen Artikel wird dieser Tage hinter den Kulissen besonders gerungen, um Artikel 9. Er betrifft die Wiederherstellung landwirtschaftlich genutzter Ökosysteme und könnte – sollte er es in den finalen Gesetzestext schaffen – für diese Flächen erstmals effektive Renaturierungsziele für alle 27 EU-Mitgliedstaaten festlegen. Diese beinhalten neben dem Schutz von Feldvögeln, Wiesenschmetterlingen, Landschaftselementen und dem Bodenschutz auch landwirtschaftlich genutzte Moorböden.Mit dem Gesetz will die EU nicht „nur“ die Natur wiederherstellen, sondern auch einen essenziellen Beitrag zu Ernährungssicherheit leisten. Schon deshalb müssen die Vorgaben zur Wiederherstellung von Agrarökosystemen als Grundpfeiler Teil des Gesetzes werden. Auch mit Blick auf Klimaschutz und Anpassungen an den Klimawandel müssen Moorflächen in den Trilogverhandlungen eine zentrale Rolle spielen.
Häsener Luch in Brandenburg: In diesem durch Landwirtschaft entwässerten Moor setzt das Projekt LIFE Multi Peat in den nächsten Jahren Wiederherstellungsmaßnahmen um – Foto: Jonathan Etzold / NABU

Denn heute gelten rund 50 Prozent aller Moore innerhalb der EU als degradiert und zwar hauptsächlich durch land- und forstwirtschaftliche Nutzung. Auf diesen Flächen sind keine moortypischen Arten wie Birkhuhn, Hochmoor-Perlmutterfalter oder Torfmoos mehr zu finden. Außerdem stammen rund sieben Prozent der gesamten EU-Treibhausgasemissionen aus Mooren, die für die Land- oder Forstwirtschaft entwässert wurden – innerhalb der EU ist Deutschland der größte Verursacher. In diesem Zustand heizen Moore die Klimakrise weiter an.
Über 100 Organisation fordern „Power to the Peatlands!“
Würden sich die Verhandler*innen gegen den Artikel 9 entscheiden, so wäre das nicht nur eine beliebige Leerstelle in einem Gesetzestext. Es hätte auf lange Sicht schwerwiegende Folgen für Mensch und Natur, eine einmalige Chance für den Naturschutz in Europa wäre vertan. Für ein starke EU-Renaturierungsgesetz muss der gesamte Artikel 9, und damit ehrgeizige Ziele für die Wiederherstellung von Moorgebieten, in der Schlussverordnung enthalten sein.
Das haben diesen Herbst auch über 100 Organisationen, darunter BirdLife International, das Greifswald Mire Center und der NABU, auf der bisher größten Moorschutzkonferenz Europas im belgischen Antwerpen gefordert. Unter dem Motto „Power to the Peatlands“ fordert das Bündnis zudem, das Gesetz mit übergreifenden politischen Zielen und Verordnungen der EU in Einklang zu bringen. Hier geht es zur ganzen Erklärung.
Gemeinsam rufen wir alle Verhandler*innen im EU-Parlament, Rat und in der Kommission dazu auf: Setzen Sie sich auf den letzten Verhandlungsmetern für ein ambitioniertes EU-Renaturierungsgesetz und Europas Moore ein. Der Countdown für die Natur läuft.

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