Source: BayerBerlin, 22. Juni 2023 – Bayer gab heute die Initiierung von FINE-ONE bekannt, einer globalen, multizentrischen, randomisierten, placebokontrollierten, doppelblinden Phase-III-Studie im Parallelgruppen-Design zur Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit von Finerenon im Vergleich zu Placebo bei Erwachsenen mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) in Verbindung mit Typ-1-Diabetes (T1D). Das Hauptziel der Studie ist der Nachweis der Überlegenheit von Finerenon gegenüber Placebo bei der Verringerung des Albumin-Kreatinin-Verhältnisses (UACR) im Urin über einen Zeitraum von 6 Monaten.Finerenon wird unter dem Namen Kerendia®, in einigen Ländern als Firialta®, vermarktet und ist in mehr als 70 Ländern weltweit für die Behandlung chronischer Nierenerkrankung in Verbindung mit Typ-2-Diabetes (T2D) zugelassen. Im Gegensatz zum T2D, bei dem es sich in erster Linie um eine chronische Stoffwechselerkrankung handelt, werden beim Typ-1-Diabetes die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört, was vermutlich auf Faktoren wie genetische Veranlagung und Umwelteinflüsse zurückzuführen ist. T1D tritt normalerweise im Kindes- oder Jugendalter auf, kann sich aber auch bei Erwachsenen entwickeln. CKD betrifft bis zu 40 % der Menschen mit T1D. Die Prävalenz von CKD aufgrund von T1D stieg von 1990 bis 2007 um 58,2 % und von 2007 bis 2017 um 21,7 %.„Abgesehen von der Behandlung des Diabetes und von Bluthochdruck gibt es derzeit nur sehr begrenzte Behandlungsmöglichkeiten, um das Fortschreiten der Nierenerkrankung bei Menschen mit chronischer Nierenerkrankung und Typ-1-Diabetes zu verlangsamen“, sagte Janet McGill, Professorin für Medizin in der Abteilung für Endokrinologie, Stoffwechsel und Lipid-Forschung an der Washington University und Co-Vorsitzende des Leitungsausschusses der Studie. „Trotz der Fortschritte bei der Verringerung des Risikos bei Typ-2-Diabetes ist die chronische Nierenerkrankung bei Typ-1-Diabetes nach wie vor wenig erforscht, so dass ein hoher ungedeckter Bedarf besteht, die Risiken der Nierenerkrankung im Endstadium und von kardiovaskulären Ereignissen zu reduzieren. Es sind neue therapeutische Ansätze erforderlich, um den Rückgang der Nierenfunktion zu verlangsamen. Deshalb ist diese wichtige Studie eine willkommene Neuigkeit für Menschen mit chronischer Nierenerkrankung und Typ-1-Diabetes sowie für die klinische Gemeinschaft.“Der klinische Verlauf der CKD bei Menschen mit T1D ist durch eine erhöhte Albuminausscheidung im Urin gekennzeichnet, was ein erstes Anzeichen für eine Nierenschädigung ist und in späteren Stadien zu Makroalbuminurie und einer Abnahme der eGFR führen kann. Trotz der von den Leitlinien empfohlenen Therapien zur Kontrolle von Blutzucker, Bluthochdruck und Albuminurie bei Menschen mit T1D bleibt das Risiko hoch, da bis zu einem Viertel der Menschen eine Nierenerkrankung im Endstadium entwickeln und CKD eine der Haupttodesursachen bei T1D ist. „Trotz des Leidensdrucks, den langfristige Nierenkomplikationen bei Menschen mit T1D mit sich bringen, sind Forschungsansätze, um das hohe Risiko des Fortschreitens der Nierenerkrankung bei Menschen mit Typ-1-Diabetes und chronischer Nierenerkrankung zu adressieren, äußerst rar“, sagte Sanjoy Dutta, PhD, Chief Scientific Officer der JDRF, der weltweit führenden Forschungsorganisation und Interessenvertretung zu T1D. „Die JDRF ist begeistert, dass Bayer eine zulassungsrelevante klinische Studie zur Untersuchung von Finerenon durchführt im Hinblick auf eine Verbesserung der Nierenergebnisse bei Menschen mit T1D, mit dem Ziel, sie Gesundheitsbehörden zur Prüfung vorzulegen. JDRF ist bestrebt, mit Bayer zusammenzuarbeiten, um zum Erfolg dieser wichtigen Studie beizutragen.“„Seit fast 30 Jahren wurde keine innovative Behandlung zugelassen, um das hohe Risiko von Erwachsenen mit chronischer Nierenerkrankung und Typ-1-Diabetes für das Fortschreiten der Nierenerkrankung zu adressieren. Wir freuen uns über die Aussicht, diesen Menschen helfen zu können“, sagte Dr. Christian Rommel, Mitglied des Executive Committee der Division Pharmaceuticals der Bayer AG und Leiter Forschung und Entwicklung. „Angesichts der gemeinsamen Ursache der chronischen Nierenerkrankung bei beiden Formen des Diabetes sowie des starken Zusammenhangs von Albuminurie und dem Fortschreiten der Nierenerkrankung, sowie auf Basis der bisherigen umfassenden Belege für die Wirksamkeit von Finerenon bei Personen mit CKD und Typ-2-Diabetes, gehen wir davon aus, dass Finerenon das Fortschreiten der CKD auch bei Erwachsenen mit T1D reduzieren wird.“Die geplante Studie wird Finerenon im Vergleich zu Placebo zusätzlich zur Standardbehandlung bei etwa 220 Erwachsenen mit CKD und T1D untersuchen. Die Personen werden im Verhältnis 1:1 randomisiert und erhalten entweder Finerenon oder Placebo zusätzlich zur Standardbehandlung, bestehend aus einer Renin-Angiotensin-System (RAS)-hemmenden Therapie wie einem Inhibitor des Angiotensin-konvertierenden-Enzyms (ACE-Hemmer) oder einem Angiotensin-II-Rezeptor-Blocker (ARB). Die Wirksamkeit von Finerenon bei der Verzögerung des Fortschreitens der Nierenerkrankung in der FINE-ONE-Studie soll anhand einer Verringerung der Albuminurie gezeigt werden, wobei der primäre Endpunkt eine Veränderung des Albumin-Kreatinin-Verhältnisses (UACR) im Urin gegenüber dem Ausgangswert (Verhältnis zum Ausgangswert) über 6 Monate im Vergleich zu Placebo ist. UACR wird als Marker verwendet, um die Verzögerung des Fortschreitens der Nierenerkrankung nachzuweisen. In der vorab spezifizierten Analyse FIDELITY, welche die zulassungsrelevanten Phase-III-Studien FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD bei CKD und T2D gepoolt untersuchte, reduzierte Finerenon das Risiko für das Fortschreiten der chronischen Nierenerkrankung sowie für tödliche und nicht-tödliche kardiovaskuläre Ereignisse, und zeigte zudem eine konsistente und anhaltende Reduktion der UACR um mehr als 30 % im Vergleich zu Placebo. Zu den sekundären Endpunkten in der FINE-ONE-Studie, anhand derer die Sicherheit von Finerenon bewertet wird, zählen die Anzahl der Personen mit behandlungsbedingten unerwünschten Ereignissen (TEAEs), behandlungsbedingten schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (TESAEs) und Hyperkaliämie (unerwünschtes Ereignis von besonderem Interesse).Eine Überaktivierung des Mineralokortikoidrezeptors (MR) trägt zum Fortschreiten der CKD und zu kardiovaskulären Schäden bei, die durch metabolische, hämodynamische sowie entzündliche und fibrotische Faktoren getrieben werden können. Finerenon bietet Schutz, da es selektiv an den MR-Rezeptor bindet und so die schädlichen Auswirkungen einer MR-Überaktivierung blockieren kann.Über Kerendia® / Firialta® (Finerenon)Kerendia® und Firialta® sind weltweit geschützte Marken für Finerenon. Finerenon ist ein nicht-steroidaler, selektiver Mineralokortikoidrezeptor (MR)-Antagonist, der in präklinischen Studien gezeigt hat, dass er die Überaktivierung des Mineralokortikoid-Rezeptors (MR) hemmt. Eine MR-Überaktivierung trägt zum Fortschreiten der chronischen Nierenerkrankung sowie zu kardiovaskulären Schäden bei, die durch metabolische, hämodynamische sowie entzündliche und fibrotische Faktoren getrieben werden können.Kerendia wurde in CKD bei T2D auf Basis der Ergebnisse von FIDELIO-DKD von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA), der Europäischen Kommission, und der chinesischen National Medical Products Administration (NMPA) zugelassen. Im Sommer 2022 gab Bayer bekannt, dass Finerenon die Genehmigung von der US-amerikanischen FDA für ein Update der Produktinformation zur Aufnahme der Daten aus der Phase-III-Studie FIGARO DKD zu kardiovaskulären Ergebnissen erhalten hat. Basierend auf den Ergebnissen der Phase III-Studie FIGARO-DKD erhielt Kerendia im Februar 2023 von der Europäischen Kommission und im Mai 2023 von der chinesischen NMPA die Genehmigung für eine Erweiterung der Zulassung, um auch frühe Stadien von CKD im Zusammenhang mit T2D aufzunehmen. Kerendia ist auch in Japan und in mehreren anderen Ländern zugelassen.Das Phase-III-Studienprogramm mit Finerenon, FINEOVATE, umfasst derzeit sechs Phase-III-Studien: FIDELIO-DKD, FIGARO-DKD, FINEARTS-HF, FIND-CKD und FIONA, und FINE-ONE, sowie die Phase-II-Studie CONFIDENCE.Das Phase-III-Programm mit Finerenon bei CKD und T2D umfasst zwei abgeschlossene und publizierte Studien, FIDELIO-DKD and FIGARO-DKD, in welchen mehr als 13.000 Patienten randomisiert wurden. Die Studien untersuchten die Wirkung von Finerenon im Vergleich zu Placebo jeweils zusätzlich zur leitliniengerechten Standardtherapie hinsichtlich renaler und kardiovaskulärer Ergebnisse.Über chronische Nierenerkrankung bei Typ-1-DiabetesT1D ist eine chronische Autoimmunerkrankung, die durch die Zerstörung von Betazellen der Bauchspeicheldrüse gekennzeichnet ist, was zu Insulinmangel führt und eine lebenslange Insulinbehandlung erfordert. In der gesamten US-Bevölkerung ergaben grobe Schätzungen für 2018, dass 1,4 Millionen Erwachsene im Alter von 20 Jahren oder älter (oder 5,2 % aller Erwachsenen in den USA mit diagnostiziertem Diabetes) sowohl Typ-1-Diabetes hatten als auch Insulin verwendeten.CKD ist eine häufige und potenziell tödliche Erkrankung, die weithin unterschätzt wird. CKD schreitet still und unbemerkt fort, wobei viele Symptome erst auftreten, wenn die Krankheit weit fortgeschritten ist. CKD ist eine der häufigsten Komplikationen bei Diabetes und zugleich ein unabhängiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.CKD betrifft bis zu 40 % der Menschen mit Typ-1-Diabetes und 25 % von ihnen entwickeln eine Nierenerkrankung im Endstadium (end-stage renal disease, ESRD). In einer systematischen Analyse für die Global Burden of Disease-Studie wurde berichtet, dass die Prävalenz von CKD aufgrund von T1D von 1990 bis 2007 um 58,2 % und von 2007 bis 2017 um 21,7 % gestiegen ist. Die weltweite Prävalenz von CKD in Verbindung mit T1D im Jahr 2017 betrug schätzungsweise 32,5 pro 100.000 Personen.Der klinische Verlauf der CKD bei Menschen mit T1D ist durch eine erhöhte Albuminausscheidungsrate im Urin gekennzeichnet, was ein erstes Anzeichen einer Nierenschädigung ist und in späteren Stadien zu Makroalbuminurie und einer Abnahme der eGFR führen kann. Die Behandlung von T1D besteht aus einer Insulinbehandlung zur Kontrolle der Hyperglykämie. Bei Menschen mit Typ-1-Diabetes kann eine Blutzuckerintervention, die auf HbA1c-Werte ≤ 7 % abzielt, den Ausbruch und das Fortschreiten einer Nierenerkrankung verlangsamen. Trotz der in den Leitlinien empfohlenen Behandlung mit ACEIs und ARBs bleibt das Restrisiko bei Menschen mit CKD und T1D hoch, da bis zu einem Viertel der Menschen eine Nierenerkrankung im Endstadium entwickeln und CKD eine der häufigsten Todesursachen bei T1D ist.Über JDRFJDRF ist die weltweit führende T1D-Forschungsorganisation und -Interessenvertretung und setzt sich dafür ein, Forschung voranzutreiben, die das Leben von Menschen mit T1D und seinen Komplikationen verbessern kann. JDRF unterstützt die Bemühungen von Bayer, die Untersuchung von Finerenon bei Nierenerkrankungen in Verbindung mit Typ-1-Diabetes voranzutreiben.Über das Engagement von Bayer im Bereich Herz-Kreislauf- und NierenerkrankungenAls Innovationsführer auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen verfolgt Bayer mit seiner Mission “Science For A Better Life” seit langem das Ziel, das Leben von Menschen durch die Weiterentwicklung seines Portfolios an innovativen Therapien weiter zu verbessern. Das Herz und die Nieren sind physiologisch eng miteinander verbunden. Bayer arbeitet in verschiedenen Therapiegebieten an neuen Behandlungsansätzen für Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen mit einem hohen, bislang ungedeckten medizinischen Bedarf. Der Kardiologiebereich bei Bayer umfasst bereits eine Reihe von Produkten und weitere Wirkstoffe sind in verschiedenen Phasen der präklinischen und klinischen Entwicklung. Alle diese Produkte spiegeln den Forschungsansatz des Unternehmens wider, der die Suche nach geeigneten Zielmolekülen (Targets) und Signalwegen in den Vordergrund stellt, die das Potenzial haben, die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verbessern.Über BayerBayer ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Life-Science-Gebieten Gesundheit und Ernährung. Mit seinen Produkten und Dienstleistungen will das Unternehmen Menschen nützen und die Umwelt schonen, indem es zur Lösung grundlegender Herausforderungen einer stetig wachsenden und alternden Weltbevölkerung beiträgt. Bayer verpflichtet sich dazu, mit seinen Geschäften einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Gleichzeitig will der Konzern seine Ertragskraft steigern sowie Werte durch Innovation und Wachstum schaffen. Die Marke Bayer steht weltweit für Vertrauen, Zuverlässigkeit und Qualität. Im Geschäftsjahr 2022 erzielte der Konzern mit rund 101.000 Beschäftigten einen Umsatz von 50,7 Milliarden Euro. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung beliefen sich bereinigt um Sondereinflüsse auf 6,2 Milliarden Euro. Weitere Informationen sind im Internet zu finden unter www.bayer.com/deMehr Informationen finden Sie unter https://pharma.bayer.comFolgen Sie uns auf Facebook: www.facebook.com/bayerFolgen Sie uns auf Twitter: @BayerPharmaZukunftsgerichtete AussagenDiese Presse-Information kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung von Bayer beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Website www.bayer.com/de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.
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Bayer initiiert Phase-III-Studie mit Finerenon bei Erwachsenen mit chronischer Nierenerkrankung und Typ-1-Diabetes
