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Natur in der Krise

Natur in der Krise

Source: NABU – Naturschutzbund DeutschlandNatur in der Krise: Warum die Bundesregierung jetzt handeln muss

Die nationale Biodiversitätsstrategie soll den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland aufhalten, und den negativen Trend umkehren. Der NABU bringt sich als Stimme der Zivilgesellschaft ein, damit ein verbindlicher und ambitionierter Plan entsteht.

36 Prozent der heimischen Tierarten sind in ihrem Bestand gefährdet. So auch der Wiesenknopf-Ameisenbläuling. – Foto: Mike Jessat

Die Natur ist in der Krise: Die Biodiversität, das heißt die Vielfalt von Lebensräumen, Arten und ihrer genetischen Variationen, nimmt rapide ab. Verursacht wird dies durch menschliche Aktivitäten, insbesondere intensive Land- und Forstwirtschaft, Überfischung, Zerschneidung und Zerstörung von Lebensräumen durch Infrastruktur- und Siedlungsbau sowie Rohstoffabbau. Gleichzeitig sind wir Menschen auf intakte Ökosysteme angewiesen, sie versorgen uns mit sauberer Luft, Wasser, Nahrungsmitteln, Medizin und vielem mehr. Der anhaltende Verlust der Biodiversität stellt somit eine Bedrohung unserer Lebensgrundlagen und Lebensqualität dar.Um den negativen Trend aufzuhalten, hat sich die Weltgemeinschaft mit einem neuen Weltnaturabkommen dazu verpflichtet, den Verlust der Biodiversität bis 2030 durch rasches Handeln zu stoppen und umzukehren.
Die Nationale Biodiversitätsstrategie und Aktionsplan
Die Nationalen Biodiversitätsstrategien und Aktionspläne sind das wichtigste Instrument zur Umsetzung des Abkommens. Darin muss jedes Land mit konkretisierten Zielen und Maßnahmen seinen Beitrag zum Biodiversitätsschutz festlegen. Als Frist dafür wurde auf der 15. Weltnaturkonferenz COP15 die nächste Weltnaturkonferenz festgelegt, die 2024 stattfindet. Bis dahin müssen die Länder regelmäßig, transparent und anhand von vergleichbaren Indikatoren über ihren Fortschritt berichten. Die Bundesregierung arbeitet derzeit an der neuen Strategie und dem Aktionsplan für Deutschland, welche 2024 beschlossen werden sollen. Dieser muss auch im Einklang mit der bereits beschlossenen EU-Biodiversitätsstrategie stehen. Der NABU bringt sich als Stakeholder und Stimme für die Zivilgesellschaft aktiv in den Prozess mit ein.
Wichtige Ziele, um den Verlust der Biodiversität bis 2030 zu stoppen und umzukehren

Hintergrund
Die Bundesregierung hat ihre erste Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) bereits im Jahr 2007 beschlossen. Mit dieser Strategie wurden unter Federführung des Bundesumweltministeriums 330 Ziele und 430 konkrete Maßnahmen formuliert. Leider konnte viele der Ziele bis zum Zieljahr 2020 nicht oder nur unzureichend erreicht werden.

So kann die Naturwende gelingen
Wirklich erfolgreich wird die Biodiversitätsstrategie erst dann, wenn die Regierung sie auch tatsächlich umsetzt. Dafür muss sie Gesetze anpassen, bestehende Gesetze durchsetzen, dafür ausreichend Geld und Personal zur Verfügung stellen, sowie eng mit den Bundesländern zusammenarbeiten. Ist absehbar, dass ein Ziel nicht mehr einhaltbar ist, muss sie Maßnahmen ergreifen und rechtzeitig nachschärfen.
Der NABU setzt sich insbesondere dafür ein, dass…
… ein rechtlich verbindlicher Plan die Wiederherstellung der degradierten Ökosysteme bis 2030 unter Berücksichtigung der EU-Gesetzgebung festlegt (Restore Nature).
… mehr finanzielle und personelle Ressourcen zum effektiven Schutz der Schutzgebiete an Land und Meer zur Verfügung gestellt werden. Mindestens die Hälfte der Meeres-Schutzgebiete sollen unberührt bleiben (Position Meeresschutz)
… die Reduktionsziele von Pestiziden gesetzlich festgelegt werden und ein transparentes und einheitliches Monitoring den Einsatz von Pestiziden erfasst (Pestizid Position).
…auf 10 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen die Biodiversität gefördert wird und auf 15 Prozent der Waldfläche Platz für natürliche Waldentwicklung entsteht.
… ein Biodiversitätsgesetz die Zuständigkeiten und Ziele für alle relevanten Ressorts von Bund und Ländern festlegt.
… die geplante EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen in Deutschland rasch umgesetzt wird (NABU-Studie ESG-Ratings).
… Steuergelder nicht weiter umwelt- und naturschädigende Aktivitäten unterstützen (NABU-Studie zum grünen Bundeshaushalt).
… Deutschland die 1,5 Milliarden Euro pro Jahr, die wir im Rahmen des Weltnaturabkommens für den globalen Süden zugesagt haben, tatsächlich bereitstellt und diese Summe langfristig erhöht. Außerdem muss ein Finanzierungsplan zur Umsetzung der Nationalen Biodiversitätsstrategie vorgelegt werden.

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