Source: NABU – Naturschutzbund DeutschlandAktive finden deutlich weniger Tiere
Weniger Amphibien als sonst haben sich in diesem Jahr auf den Weg in ihre Laichgewässer gemacht – das haben uns zahlreiche Aktive gemeldet. Einer der Gründe war vermutlich die Trockenheit der vergangenen Jahre.
Junge Erdkröte – Foto: Kerstin Karg/www.naturgucker.de
Wechselkrötenpaar – Foto: Monika Waldhelm/www.naturgucker.de
„Doppeldecker“ unterwegs in der Region Braunschweig. Foto: Saskia Domaschke
Doppeldecker unterwegs bei Bad Sobernheim/Rheinland-Pfalz. Foto: Karl-Heinz Fuldner
Eine Erdkröte bei der Amphibienwanderung in Wiesbaden. Foto: Rainer Pietsch
Grasfroschmännchen – Foto: Christian Fischer
Erdkröte – Foto: Kathy Büscher
Knoblauchkröte – Foto: Frank Derer
Teichfrosch – Foto: Ingo Ludwichowski
03. Mai 2023 – Am Ende des Wanderungsgeschehens möchten wir als NABU uns bei den vielen freiwilligen Helfer*innen im Amphibienschutz bedanken. Hunderte haben in ganz Deutschland Kröten, Frösche und Molche gesammelt und sicher über die Straße gebracht. Ohne dieses Engagement würde es den heimischen Lurchen wohl deutlich schlechter gehen, vielen Dank also für den Einsatz!
Die Krötenzäune und die fleißigen Ehrenamtlichen, die sie aufgebaut haben, sind unverzichtbar für den Amphibienschutz. Allerdings ist das langfristige Ziel des Naturschutzes, dass an allen relevanten Straßen Krötentunnel installiert werden. Zäune aufstellen und Jahr für Jahr mit riesigem ehrenamtlichen Zeitaufwand zu betreuen, ist eigentlich nur eine Notmaßnahme.
Deutlich weniger Tiere unterwegs
Das Ablaichen und die Rückwanderung der Kröten in diesem Jahr ist weitestgehend abgeschlossen. Nur noch in einigen höheren und kälteren Lagen dauert das Laichgeschehen noch an. Die Bilanz der diesjährigen Amphibienwanderung fällt allerdings ernüchternd aus. Das zeigten auch die zahlreichen Meldungen von Aktiven, die uns in den vergangenen Wochen erreicht haben. Denn immer weniger Kröten und Co. machten sich im Frühjahr auf dem Weg zu ihren Laichgewässern, um sich zu paaren.
„Wir haben von unseren Helferinnen und Helfern zahlreiche Rückmeldungen bekommen, dass weniger Kröten, Frösche und Molche unterwegs waren“, berichtet Sascha Schleich, stellvertretender Sprecher des Bundesfachausschusses Feldherpetologie und Ichthyofaunistik. Vermutlich habe dieser Rückgang unter anderem mit den sehr trockenen letzten drei Jahren zu tun. Denn die Tiere brauchen hohe Luftfeuchtigkeit und ausreichend Gewässer, um sich fortzupflanzen. Schlechte Fortpflanzungsjahre wirken sich auf die Zahl der künftigen geschlechtsreifen Tiere aus. „Je mehr schlechte Jahre, desto weniger fortpflanzungsfähige Individuen, da viele der Arten auch nur wenige Jahre alt werden“, erläutert Schleich.
Immer weniger Kaulquappen
Erdkrötenpaar – Foto: Achim Kluck/www.naturgucker.de
Vermutlich überlebten viele Amphibien den letzten extrem trockenen Sommer gar nicht oder seien so geschwächt, dass sie nicht zur Laichwanderung im Frühjahr aufgebrochen sind. „Dieses gilt insbesondere für die Erdkrötenweibchen“, so Schleich, „sie müssen viel Energie in die Produktion der 2.000 bis 5.000 Eier stecken.“ Sei die Energie dafür durch schlechte Lebensbedingungen nicht da, legten sie eine Laichpause ein. Langfristig gesehen kommen durch die trockenen Sommer immer weniger Kaulquappen zum Schlupf, und die wenigen Jungkröten vertrocknen oder verhungern.
Doch nicht nur Trockenheit setzt den Populationen zu, auch Verkehr und der Verlust von Lebensräumen schaden den Beständen. Zudem sei das Wetter in diesem Frühjahr nicht eben krötenfreundlich gewesen und habe die Wanderung unterbrochen. Schleich:„Mitte Februar war es warm und die ersten Kröten waren unterwegs. Dann kam für zwei Wochen die Kälte zurück und alles stand still. Ab Mitte März wurde es wärmer und die Kröten setzten ihre Wanderung fort.“
Amphibienwanderung geht dem Ende entgegen
Bilanz: Aktive finden deutlich weniger Tiere
04. April – Die Amphibienwanderung scheint inzwischen dem Ende entgegenzugehen. Was bleibt, sind spannende Beobachtungen und Anekdoten der Wanderung, von denen uns engagierte Helfer*innen berichten.
So schreibt uns Karl-Heinz Fuldner aus Bad Sobernheim erneut von einigen Feuersalamandern, die die NABU-Ortsgruppe neben zahlreichen Erdkröten noch einsammeln konnte und denen sie so das Laichen ermöglichen konnten. „Vor einigen Tagen hatten einige unserer fleißigen Sammlerinnen das Glück, einen Feuersalamander dabei beobachten zu können – ein tolles Erlebnis für Jung und Alt!“, kann uns der Naturschützer erzählen, der uns immer wieder über die Amphibienwanderung in der Region bei Bad Kreuznach berichtet.
Auch bei Steffen Scholze in Düsseldorf neigt sich die Wanderung nun offenbar dem Ende zu: Er sichtet bei seinen Kontrollgängen kaum noch Amphibien. Die städtischen Krötenzäune würden wohl auch bald abgebaut werden, berichtet der Helfer weiter, der in diesem Jahr erstmals zusammen mit Anwohner*innen Tiere gesammelt und auch die Wanderung dokumentiert hat. „Ich kann jetzt schon sagen, dass ich wieder dabei bin demnächst“, erzählt er und freut sich über die Begegnungen mit vielen anderen engagierten Naturschützer*innen.
Auf Spurensuche im Rhein-Main-Gebiet
Auf Spurensuche ist noch Silke L. aus dem Rhein-Main-Gebiet gegangen, nachdem sie in den vergangenen Tagen in ihrem Teich im Naturgarten bisher weniger Laich als üblich entdeckt hatte. So hatte sie offenbar Besuch von einem Waschbären, der sich an den Schnüren zu schaffen gemacht haben könnte. Eine Wildkamera hatte das Tier vor wenigen Tagen fotografiert. „Ich hoffe, er kommt jetzt nicht regelmäßig vorbei, denn ich habe hier auch viele brütende Vögel, Igel und Gartenschläfer im Garten“, schreibt sie uns. Außerdem hofft sie, dass der verbliebene Laich keinen Schaden genommen hat und zumindest ein Teil des Nachwuchses durchkommt.
Viele Aktive berichteten uns in diesem Jahr von einem deutlichen Rückgang der Amphibienwanderung, oft wurde dabei die Dürre der vergangenen Jahre als Grund vermutet. Eine Vermutung, die auch NABU-Artenschutzexperte Sebastian Kolberg unterstützt: „Der Rückgang der Zahlen kann mit den gehäuften trockenen letzten Jahren zu tun haben.“ Die Biologie der Tiere bedinge hohe Luftfeuchtigkeit und ausreichend Gewässer zur Fortpflanzung – und schlechte Fortpflanzungsjahre wirke sich natürlich auf die Zahl der künftigen geschlechtsreifen Tiere aus. „Je mehr schlechte Jahre, desto weniger fortpflanzungsfähige Individuen.“ Auch Verkehr und der Verlust von Lebensräumen setze der Amphibien-Populationen zu.
Es gibt allerdings auch positive Berichte: In Niederbayern kann Monika Habermann für die Krötenwanderung bei sich vor Ort berichten: In diesem Jahr hat sie mit weiteren Helfer*innen „erfreulicherweise ein wenig mehr Kröten“ als in den Vorjahren gesammelt.
Können Sie auch von Wandergeschehnissen in Ihrer Region berichten? Dann schreiben Sie uns doch gerne und schicken Sie ihre Fotos an: ressort-artenschutz@NABU.de.
Rückwanderung der Amphibien beginnt
Teilweise deutlich weniger Kröten als im Vorjahr
Eine Erdkröte bei der Amphibienwanderung in Wiesbaden. Foto: Rainer Pietsch
27. März – An einigen Orten in Deutschland hat in diesen Tagen bereits die Rückwanderung der Amphibien begonnen. „Es sind keine Kröten mehr auf der Straße zu sehen, die zum Teich wandern, aber schon viele Rückwanderer sind zu sehen“, berichtet Wolfgang Postler vom Kamener Galgenberg in Nordrhein-Westfalen. Knapp über 1.000 Kröten hätten ihr Laichgewässer erreicht. Dies sei allerdings gerade einmal die Hälfte des Vorjahres, schreibt Postler.
Vor allem das Wetter in diesem Jahr habe den Kröten stark zugesetzt. „Mitte Februar war es warm und die ersten Kröten waren unterwegs. Dann kam für zwei Wochen die Kälte zurück und alles stand still. Ab Mitte März wurde es wärmer und die Kröten setzten ihre Wanderung fort.“ Postler vermutet, dass aufgrund der Witterung nicht alle Kröten gewandert seien. „Bereits in den Jahren 2014, 2016 und 2018 konnten wir bei ähnlichen Witterungsbedingungen dieses Verhalten beobachten“, schreibt er. Die Straßensperre bleibe aber noch bestehen, bis die letzten Kröten den Teich verlassen haben. Neben Kröten habe er mit weiteren Aktiven etliche Bergmolche, viele Teichmolche und einige Grasfrösche am Zaun entdeckt.
Rückwanderung erfolgt unterschiedlich schnell
Deutlich weniger Kröten als im Vorjahr hat ebenfalls Silvia Löwe mit ihrer Naturschutzgruppe im Landkreis Main-Spessart (Bayern) entdeckt. Seit Mitte Februar sammelten sie an zwei Amphibienwanderwegen Kröten, Molche und Co. ein. „Bisher sind es 270 Erdkröten“, berichtet Silvia Löwe, „und nur halb so viele wie letztes und vorletztes Jahr. In den letzten Tagen gab es überhaupt keine mehr trotz steigender Temperaturen und Feuchtigkeit.“ Die Aktiven werden die Zäune deshalb demnächst abbauen.
Die Rückwanderung bei den Lurchen erfolgt unterschiedlich schnell. Bei manchen dauert die Fortpflanzung nur einen oder wenige Tage, woanders Wochen. „Die frühe Rückwanderung der Tiere führt zurück in die Sommerlebensräume, unter anderem für Schutz und Nahrung“, schildert NABU-Artenschutzexperte Sebastian Kolberg. Manche Arten überwintern dort auch, andere gehen in die Nähe der Laichgewässer (oder gar in die Laichgewässer) zurück und suchen dort ein Winterquartier. Bei der Erdkröte sind die eigentlichen Lebensräume Wälder mit feuchten Böden, so Kolberg. Insbesondere müssen diese so bestellt sein, dass die Nächte feucht sind. Lurche seien auf hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen, um nicht auszutrocknen
Teichmolch – Foto: Achim Kluck/www.naturgucker.de
Bereits in der vergangenen Woche hat auch im Nordwesten Baden-Württembergs die Rückwanderung der Amphibien begonnen, berichtet uns Thomas Gambke von der NABU-Gruppe östlicher Kraichgau. Doch auch dort sind die registrierten Bestandszahlen wenig erfreulich. „Wir betreuen aktuell noch vier Wanderstrecken. Mit Ausnahme von einer Strecke melden alle Helfer dramatisch niedrige Zahlen“, schreibt Gambke. „Wir haben ursprünglich zehn Strecken betreut, sechs mussten aufgegeben werden, weil die Populationen zusammengebrochen sind. Perspektivisch bleibt wohl nur eine Strecke übrig.“
Amphibien leiden unter Trockenheit und Hitze
Im Kreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz haben Aktive in dieser Saison ebenfalls deutlich weniger Kröten und Co. gesammelt: Im Vergleich zum Vorjahr hätten sie nur noch 35 Prozent der Bestände registriert, schreibt uns Karl-Heinz Fuldner vom NABU Bad Sobernheim. Der Rückgang der Amphibienzahlen sei vor allem auf den Klimawandel zurückzuführen. „Dieser bewirkt bei uns eine jahrelang anhaltende Trockenheit und große Hitze in den Sommermonaten, was sich negativ auf die Fitness und damit Reproduktionsbereitschaft der erwachsenen Amphibien auswirkt“, erläutert Fuldner. Viele Erdkröten überleben den Sommer gar nicht oder sind so geschwächt, dass sie nicht zur Laichwanderung im kommenden Frühjahr aufbrechen.
„Dieses gilt insbesondere für die Weibchen, die viel mehr Energie in die Produktion der 2.000 bis 5.000 Eier stecken müssen und deswegen schon in guten Jahren eine drei- bis sechsjährige Laichpause eingelegt hatten.“ Langfristig gesehen kommen jedoch durch die Trockenheit in den Sommern immer weniger Kaulquappen zum Schlupf, schildert Fuldner, und die wenigen Jungkrötchen vertrocknen oder verhungern zusehends. Die Wanderung sei demnächst abgeschlossen. „Es ist zu erwarten, dass nach 14 Tagen Wanderaktivität nun bald die Rückwanderung – insbesondere der Erdkröten-Weibchen – nach vollzogenem Laichgeschäft einsetzt.“
Volle Eimer am Zaun
Amphibienwanderung im vollen Gang
Erdkrötenpaar – Foto: Achim Kluck/www.naturgucker.de
24. März – Mit den steigenden Temperaturen ist die Amphibienwanderung inzwischen in vollem Gange: An vielen Orten werden Kröten, Lurche und Co. gesichtet. Im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis haben NABU-Aktive fleißig Buch geführt: Seit dem 10. März konnten sie entlang einer Landstraße bereits rund 4.000 Amphibien einsammeln und über den Asphalt helfen. Hauptsächlich Erdkröten hatten sich an den Zäunen gesammelt, einige mussten direkt von der Straße gesammelt werden. Nachdem zuletzt viele „Doppeldecker“ unterwegs waren, gehen die Sammler*innen davon aus, dass die Wanderung dort bald vorbei sein wird.
Weiter südlich, in Wiesbaden, hat die NABU-Ortsgruppe auch schon fast 500 Kröten, Frösche und Molche über die Straßen getragen. „Bei den milden, feuchten Nächten ist noch kein Ende abzusehen“, schreibt uns Rainer Pietsch zum Welttag der Frösche am 20. März.
Gemeldet werden uns aber nicht nur die großen Wanderbewegungen – viele Aktive haben auch Besuch von einzelnen Amphibien. Familie Kampen-Dahmen beispielsweise hatte am Dienstag einen Feuersalamander in ihrer Tiefgarage, den sie im Annatal bei Bad Honnef wieder ausgesetzt haben.
Grasfrosch auf Pilz – Foto: Thomas Thieme/www.naturgucker.de (Archiv)
Silke L. kann sich auch über Gäste freuen: In ihrer Gartenanlage im Rhein-Main-Gebiet „sind die Kröten los“, berichtet sie uns – seit 2014 hat sie einen Naturgarten mit Teich. Bisher gebe es noch vergleichsweise wenig Laich, schätzt sie, aber: „Ich hoffe, das ändert sich noch, durch das Nachfolgen der Weibchen.“
Der NABU in Bad Sobernheim in Rheinland-Pfalz beobachtet die Amphibienwanderung auch ganz genau: „Etwa 30 Prozent des Vorjahres-Ergebnisses“, bilanziert Karl-Heinz Fuldner die Anzahl der wandernden Amphibien, die die Ortsgruppen-Mitglieder bisher registriert haben. Rund 400 Erdkröten, vier Grasfrösche und sieben Feuersalamander haben sie bisher von einem Schutzzaun gesammelt.
Ob sich diese vorsichtige Zwischenbilanz bis zum Ende der Wanderung fortsetzt, ist natürlich noch unklar. Im hessischen Spessart, wo die Amphibienwanderung inzwischen auch eingesetzt hat, befürchtet Norbert Möller vom NABU Großenhausen aber genau das: „Die Anzahl der Erdkröten wird wohl moderat ausfallen infolge der vorausgegangenen drei Trockenjahre mit sehr schlechter Reproduktion.“ Bisher haben sie vor Ort Erdkröten und einzelne Feuersalamander eingesammelt, Grasfrösche wurden im Feuerlöschteich bisher noch nicht nachgewiesen. Der Ortsgruppen-Vorsitzende bleibt aber hoffnungsvoll: „Vielleicht zeigen sich ja noch ein paar Exemplare.“
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Welche Amphibien sind schon unterwegs?
Zunehmend bessere Wanderbedingungen
16. März – Welche Amphibien wandern eigentlich schon? Wir haben einige Beobachtungen per E-Mail geschickt bekommen, aus unterschiedlichen Ecken Deutschlands. Vor allem Grasfrösche und Erdkröten wurden genannt.
Peter vom NABU-Kreisverband Stendal in Sachsen-Anhalt berichtete uns beispielsweise, dass die Amphibienwanderung bei ihnen an der Elbe in dieser Woche begonnen hätte. Zunächst Erdkröten, aber auch Knoblauchkröten und Teichfrösche waren an den beiden Krötenzäunen an der L31 unterwegs.
Folienteiche für die Wechselkröte
Wechselkröte – Foto: Christian Stepf/www.naturgucker.de
Thorsten Schönbrodt von der NABU-Gruppe Müncheberg in Brandenburg schrieb, dass die Aktiven zum Wochenbeginn eine erste Wechselkröte auf Wanderschaft beobachtet und gerettet haben. Gemeinsam mit dem Hof Apfeltraum hatte die NABU-Gruppe bereits zwei Folienteiche für die Wechselkröte angelegt, ein dritter Teich befindet sich gerade im Bau und ein vierter sei geplant. Das sei nötig, weil die einstige Herpetofauna – damit sind alle Amphibien- und Reptilienarten einer Region gemeint – in der dortigen Umgebung fast völlig verschwunden sei, so Schönbrodt: „Wen wundert’s, wenn es nach fünf Jahren Dürre kein amphibientaugliches Kleingewässer mehr gibt.“
Immerhin konnten Aktive der NABU-Gruppe in dieser Woche noch zwei weibliche Knoblauchkröten, zwei lebende männliche sowie einen subadulten Moorfrosch entdecken – und leider auch eine tote Erdkröte.
„Es gilt vielfach die Regel: Die ersten Arten sind Grasfrösche, Teichmolche, Erdkröten und später Teichfrösche, Seefrösche, die meist nur kurze Distanzen haben und auch noch im Mai wandern, Fadenmolch, Knoblauchkröte“, schildert Artenschutz-Experte Sebastian Kolberg vom NABU. Später folgten in der Regel Feuersalamander, Geburtshelferkröte, Unken, Kreuzkröte, Laubfrosch.
Aktive entdecken bereits Feuersalamander
Feuersalamander – Foto: Thomas Thieme/www.naturgucker.de
Einen Feuersalamander haben auch die Aktiven vom NABU Großenhausen aus dem hessischen Spessart in dieser Woche gesehen. „Nachdem sich der Märzwinter auch bei uns verabschiedet hat, haben wir am 13. und 14. März den Krötenzaun im Bereich des Feuerlöschteichs aufgestellt“, berichtete Norbert Möller, Vorsitzender der dortigen NABU-Gruppe. „Prompt in der Nacht danach erschienen die ersten Kröten. Auch ein Feuersalamander war dabei.“ Allerdings fiel am Tag darauf wieder Schnee und die Nächte waren frostig, erzählt Möller. Hoffnungsvoll blickt er aber auf die kommenden Tage: „Zum Wochenende soll es ja wärmer werden. Wir gehen dann davon aus, dass die Wanderung zum Ablaichen in Gang kommt.“
Die Aussichten dafür sehen in der Tat gut aus: Ab der Nacht zu Samstag werden voraussichtlich bundesweit in den Tal- und Mittellagen gute Amphibienwanderbedingungen herrschen. Das hält laut Deutschem Wetterdienst fast eine Woche, so dass jetzt die Hinwanderung zu den Laichgewässern auch bei den Erdkröten wahrscheinlich ungestört in einem Stück ablaufen kann.
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„So etwas hatten wir in den vielen Jahren auch noch nicht“
Zerstörter Krötenzaun in Neustadt
Der zerstörte Krötenzaun in Neustadt – Foto: NABU/Thomas Dietze
13. März – Schock für die NABU-Gruppe Neustadt am Rübenberge in Niedersachsen: Der 500 Meter lange Krötenzaun in Neustadt/OT Metel ist auf fast kompletter Länge durch Schneeräumfahrzeuge zerstört worden, musste eine Kontrolleurin am Wochenende feststellen. „An fast 50 Stellen ist die Kunststoffbarriere gerissen“, berichtet Thomas Dietze vom NABU-Neustadt. Sogar einige Absperrbaken zur Verkehrssicherung seien umgefahren worden.
Der Schnee habe den Zaun an einigen Stellen außerdem nach unten gedrückt. „So etwas hatten wir in den vielen Jahren auch noch nicht“, so Dietze. Aktive von der NABU-Gruppe und des Mecklenheide-Treff e.V. hatten den Zaun vor drei Wochen aufgestellt. Thomas Dietze hofft, dass dieser so schnell wie möglich, gerade jetzt zum Beginn der Amphibienwanderung, reapriert werden kann.
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Unterstützung für Krötenschützer*innen
Amphibien mit neuer App bestimmen und melden
Erdkrötenpaare in Sammeleimer – Foto: Karl-Heinz Fuldner
10. März – Mit den langsam milden herrschenden Temperaturen startet nicht nur die Amphibienwanderung, sondern auch Tausende Krötenschützer*innen, die dem Amphibientod auf unseren Straßen den Kampf angesagt haben, legen los. In der gesamten Republik sind Naturschutzgruppen Jahr für Jahr aktiv, stellen Fangzäune auf, tragen Kröten und andere Amphibien über Straßen und legen Ersatzlaichgewässer an. Ohne dieses vielfache Engagement wäre es um unsere Frösche, Kröten und Molche deutlich schlechter bestellt.
NABU|Naturgucker unterstützt die Arbeit der Krötenschützer*innen ab sofort mit der eigens programmierten kostenlosen Web-App NABU Kröten & Co. Sie läuft im Browser und muss somit nicht installiert werden. Die einzelnen Aktiven unterstützt sie mithilfe bebilderter Artenporträts bei der Bestimmung der beobachteten Arten. Zudem ist das Meldeformular ergänzend mit bis zu fünf Vergleichsbildern ausgestattet, so dass im Zuge einer Meldung nochmals die Bestimmung geprüft werden kann. Gleichzeitig verfügt Kröten & Co. über eine Monitoring-Funktion, die es Gruppen sogar erlaubt, die Sammelergebnisse an Krötenzäunen sowohl für einen Streckenabschnitt als auch „eimergenau“ zu dokumentieren.
Alle Beobachtungsdaten, die mit der App erhoben werden, laufen in der Naturbeobachtungsplattform NABU-Naturgucker.de zusammen und können darüber exportiert, analysiert und ausgewertet werden. Und selbstverständlich lassen sich Beobachtungen sensibler Arten schon beim Melden im Monitoring-Formular schützen.
Hier geht es zur Web-App >>
Amphibien wandern wieder
Tempo 30 für Kröten, Frösche und Co.
Eine Erdkröte auf der Straße – Foto: Gerlinde Yakisikli
9. März – Nach einer kältebedingten Pause scheint das Wandergeschehen in einigen Teilen Deutschlands nun richtig loszugehen. „Bei uns an der Nahe hat die Wanderung der Amphibien eingesetzt“, berichtet Karl-Heinz Fuldner von der NABU-Gruppe Bad Sobernheim in Rheinland-Pfalz. Bei strömendem Regen und sieben Grad entdeckten sie ein Grasfrosch-Weibchen und 13 Erdkröten-Männchen. Leider fanden sie auch ein überfahrenes Erdkröten-Männchen auf der Kreisstraße K22 außerhalb des Zauns.
Simone O’Connor aus Rheinland-Pfalz meldete uns, dass sie am gestrigen Mittwochabend viele Amphibien auf einer viel befahrenen Landstraße (L503 bei Stelzenberg, nähe Kaiserslautern) gesehen habe. Dort werde leider auch oft zu schnell gefahren, schrieb sie.
Krötenwanderung-Verkehrsschild an einer Landstraße – Foto: Helge May
Wir bitten Autofahrer*innen aktuell besonders, auf Amphibienwanderstrecken rücksichtsvoll und höchstens 30 Stundenkilometer zu fahren. Die Strecken sind durch entsprechende Hinweise ausgeschildert. Denn Frösche, Kröten und Molche sterben nicht nur unter Autoreifen, sondern auch wenn Fahrzeuge sehr schnell unterwegs sind. Durch den hohen Luftdruck können die inneren Organe platzen oder nach außen gestülpt werden. Langsames Fahren kann also vielen Tieren das Leben retten.
Besonders auf den Straßen in Süddeutschland heißt es nun, aufmerksam zu fahren. Denn im Süden und Westen Deutschlands herrschen aktuell milde Temperaturen im zweistelligen Bereich, dazu regnet es mancherorts. Ideale Bedingungen also für die Amphibienwanderung bis in die Mittelgebirge hinein: Amphibien beginnen in der Regel in der Abenddämmerung bei Temperaturen ab etwa 5, 6° Celsius und feuchter Witterung zu wandern.
Im Norden und Osten des Landes sind die Temperaturen aktuell noch deutlich kühler, doch auch dort könnte es in der kommenden Woche milder werden.
Können Sie auch von Wandergeschehnissen in Ihrer Region berichten? Dann schreiben Sie uns doch gerne und schicken Sie uns Fotos zu: ressort-artenschutz@NABU.de.
Kröten, Frösche und Molche warten Kälte ab
Amphibienwanderung pausiert erst einmal
Für Erdkröten und Co. ist es aktuell zu kalt, um weiterzuwandern. – Foto: Bernd Schönebaum
6. März – Der März hat kalt und frostig begonnen – und die Amphibienwanderung pausiert erst einmal. „Seit dem 23. Februar gibt es keine Wanderung mehr, da es nachts zu kalt ist“, berichtet beispielsweise Thomas Gambke von der NABU-Gruppe Östlicher Kraichgau in Baden-Württemberg.
Doch was bedeuten die frostigen Temperaturen eigentlich für die Kröten und Molche, die sich bereits im Februar auf den Weg in ihre Laichgewässer gemacht haben? „Schlägt das Wetter um und es wird kalt und trocken, so suchen sich die Tiere feuchte und frostsichere Orte, verfallen zurück in die Kältestarre und verbleiben dort, bis sich die Bedingungen fürs Weiterwandern wieder einstellen“, erläutert Sebastian Kolberg, NABU-Referent für Artenschutz. „Sollten die Tiere bereits im Laichgewässer angekommen sein, so senken sie den Stoffwechsel und verbleiben unter Wasser.“
Im Norden weiterhin kühl, im Süden wird es milder
Ein Lichtblick für die Amphibien in Süddeutschland: Ab Mitte der Woche stellen sich für sie zunehmend wieder bessere Wanderbedingungen ein. Laut Deutschem Wetterdienst wird es quer über Deutschland eine „scharfe Luftmassengrenze“ geben. Die genaue Lage der Luftmassengrenze ist allerdings noch unklar. Doch eine Tendenz zeichnet sich ab: Im Süden wird es voraussichtlich sehr mild, während es im Norden noch winterlich bleibt. Im Östlichen Kraisgau könnte daher schon zum Ende der Woche das Wandergeschehen den Höhepunkt erleben.
Im Süden Deutschlands wird außerdem teilweise kräftiger Regen erwartet und es kann stürmisch werden, was den Einsatz am Krötenzaun gefährlich machen kann.
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Der Winter kehrt zurück – und stoppt die Krötenwanderung
Pause für Kröten, Frösche und Molche
Erdkröte und Bergmolch – Foto: Elisabeth und Wolfgang Postler
24. Februar 2023 – Nach dem Wanderstart vielerorts in der vergangenen Woche geht bei den Amphibien bis mindestens einschließlich kommendem Wochenende (4. und 5. März) voraussichtlich nichts mehr. Am Oberrhein hält sich heute noch etwas Restwärme, danach sinken auch dort die Nachttemperaturen an den Gefrierpunkt und noch darunter. Der hormonelle Druck ist jetzt noch nicht so hoch, dass die Tiere bei ungünstigen Bedingungen auf die Tagesstunden ausweichen würden.
Laut Deutschem Wetterdienst geht es Anfang nächster Woche zu trockenkaltem Hochdruckwetter über, verbreitet herrscht Nachtfrost. Im Laufe der Woche dürfte es nur zögernd milder werden. Zum Ende der kommenden Woche schwächt sich der Frost zwar nachts ab, aber gänzlich frostfrei wird es wohl nicht.
„Der angekündigte Kälteeinbruch am Wochenende wird die Wanderung zwar erst einmal stoppen. Aber sobald es nachts mehr als fünf Grad Celsius warm wird, kommen die Tiere aus den Winterquartieren und begeben sich zu ihren Laichgewässern, um sich zu paaren“, sagt Sascha Schleich, stellvertretender Sprecher des NABU-Bundesfachausschusses Feldherpetologie und Ichthyofaunistik.
Erdkröten-Paar, entdeckt im Februar in Niedersachsen – Foto: Petra Hörmann
Da in den vergangenen Tagen in einigen Teilen Deutschlands nachts bereits Temperaturen über fünf Grad herrschten, haben sich schon einige Amphibien auf den Weg gemacht. Uns erreichten daher zahlreiche Schilderungen per E-Mail. So beispielsweise von Petra Hörmann aus Varel in Niedersachsen: „Unseren Zaun habe ich am 13. Februar aufbauen lassen, nachdem bereits Tage zuvor vereinzelte Erdkröten bei ihrer Wanderung gesichtet wurden. Seitdem haben wir bereits über 500 Erdkröten, dabei schon etliche Paarbildungen (große, kräftige Tiere), sowie Teichmolche und die ersten Grasfrösche gezählt.“
Auch im Rheinland waren schon Erdkröten und Molche unterwegs, wie Monika Hachtel vom NABU Nordrhein-Westfalen berichtet. „Hier im Rheinland zogen pünktlich zu Karneval nicht nur die Jecken, sondern auch die ersten Amphibien: Am Freitag begann es in Bonn mit den ersten Springfröschen, bei Mönchen-Gladbach mit Grasfröschen, Teich- und Bergmolchen und den ersten Erdkröten.“ Mittlerweile seien im rheinischen Tiefland an einigen Zäunen jeweils schon mehrere Hundert Erdkröten gerettet worden, an einem Zaun in Bonn knapp 200 Erdkröten, fünf Feuersalamander und zwei Bergmolche, so Hachtel.Dort wird es in den kommenden Tagen ruhiger, bis im März die Temperaturen wieder steigen werden.
Die ersten Amphibien wandern schon
NABU bittet um Rücksicht auf Frösche, Kröten und Molche
Dieses Erdkrötenpaar war bereits Mitte Februar bei Kamen (Nordrhein-Westfalen) unterwegs. – Foto: W. & E. Postler
20. Februar 2023 – Während mancherorts noch alles ruhig ist, haben sich in einigen Teilen Deutschlands in den vergangenen Tagen noch mehr Amphibien auf den Weg gemacht – das milde und feuchte Wetter begünstigt das Wandergeschehen dort.
In den vergangenen Tagen haben uns einige Rückmeldungen zum Wandergeschehen erreicht. Seit Freitag beispielsweise wandern am Kamener Galgenberg in Nordrhein-Westfalen die ersten Amphibien, berichten uns Elisabeth und Wolfgang Postler. „Wir konnten schon fast 200 Erdkröten, viele Teichmolche und Bergmolche auf der Straße zählen“, schreiben sie. „Überrascht waren wir von den ersten Erdkröten-Paaren (Doppeldecker), die schon unterwegs waren.“
Viele Erdkröten entdeckten auch die Helfer*innen an der B61 in Porta Barkhausen, ebenfalls Nordrhein-Westfalen. Auf 1,6 Kilometer Länge sammelten sie dort 51 Erdkröten ein, berichtet Marion Kühr.
Teichmolch – Foto: Kathy Büscher (Archiv)
Und auch im Berliner Grunewald zeigten sich die ersten Erdkröten am vergangenen Freitag, meldet Karin Drong. An der Havelchaussee wurden 18 Erdkröten gesammelt, davon 15 Männchen. Auch Teichmolche waren dort unterwegs: 62 wurden entdeckt, davon 48 Männchen.
Auch im Wendland kommt bereits Schwung in die Sache, berichtet uns Christian Fischer. „Bei 9°C und leichtem Regen konnte ich in kurzer Zeit mehrere Erdkröten-Männchen auf der Fahrbahn anleuchten, trotz eigentlich ungünstig viel Wind.“
Der starke Wind der vergangenen Tage sorgte in Untergrombach, Baden-Württemberg, offenbar für Zurückhaltung, schreibt Regine Carl vom dortigen Umwelt- und Naturschutzverein. Die Frühjahrswanderung habe am 16. Februar deshalb noch etwas zögerlich begonnen. „Wir hoffen aber auf mehr Wanderlust in den nächsten Tagen.“
Im Hessischen Spessart muss man sich ebenfalls noch gedulden. „Bisher hatten wir nachts stets noch Frost. Auch die Tagestemperaturen lagen maximal bei sechs Grad“, schreibt Norbert Möller vom NABU Großenhausen. „Erfahrungsgemäß beginnen sich die ersten Lurche meist erst zwischen dem 10. und 15. März zu zeigen.“ Der weitere Witterungsverlauf sei entscheidend.
Krötenzaunaufbau – Foto: Klaus Götze
17. Februar – Es geht los: Die ersten wandernden Amphibien machen sich bereits auf den Weg zu ihren Paarungsgewässern. Das berichtet beispielsweise der NABU Niedersachsen. Bei Nachttemperaturen von plus fünf Grad Celsius und mehr kommen Frösche, Kröten und Molche in Hochzeitsstimmung. Zusammen mit der feucht-nassen Witterung ist dies das Startsignal für viele unserer heimischen Amphibien. „Mit dem großen Ansturm ist – auch abhängig von der Tageslänge – ab Ende Februar zu rechnen“, erklärt Ralf Berkhan, Amphibienexperte des NABU Niedersachsen.
Auch andernorts tut sich schon was: An seinem Krötenzaun in der Nähe von Uedem (nordwestliches Nordrhein-Westfalen) habe er heute Morgen 25 Kröten eingesammelt, meldete uns Theo Mohn. Die Mehrzahl waren Männchen.
In Niederbayern selbst wandern Frösche und Co. noch nicht, schrieb Monika Habermann. Kein Wunder, die Wiesen seien noch größtenteils schneebedeckt und die Temperaturen liegen bei null Grad Celsius.
Auf Gefahrenzeichen achten und Tempo drosseln
Wenn sie auf dem Weg zu den Laichgewässern Straßen überqueren müssen, können ganze Populationen den Verkehrstod erleiden. Vielerorts haben Ehrenamtliche deshalb bereits angefangen, Amphibienzäune an viel befahrenen Straßen zu errichten – oder planen dies in den kommenden Tagen und Wochen. Doch nicht überall können solche Zäune aufgebaut werden. Der NABU bittet daher Autofahrer*innen deshalb, in den kommenden Wochen auf die Gefahrenschilder „Amphibienwanderung“ zu achten und Rücksicht auf wandernde Kröten, Frösche und Molche zu nehmen.
Um die Tiere nicht unnötig zu gefährden, sollten Autofahrer*innen deshalb Tempo 30 einhalten. Denn bei höheren Geschwindigkeiten werden auch Amphibien getötet, die nur am Straßenrand sitzen: Der Strömungsdruck der Autos bringt die inneren Organe zum Platzen.
Wann wandern die ersten Frösche, Molche und Kröten?
Ehrenamtliche unverzichtbar für den Schutz der Tiere
Erdkröte in Hand – Foto: Rainer Pietsch
09. Januar 2023 – An dieser Stelle berichten wir auch in der Laichwandersaison 2023 aktuell über das Zuggeschehen. Wann genau der Startschuss fallen wird, ist vom Wetter abhängig. In manchen Jahren geht es bereits Ende Januar los, während sich in anderen vor Anfang März kaum eine Kröte sehen lässt. Noch jedenfalls können die Krötenwarnschilder geschlossen bleiben.Auch wenn mehr und mehr feste Amphibienquerungen gebaut werden, gibt es bundesweit immer noch hunderte Stellen, an denen Naturschützer*innen ab Februar, spätestens im März, Leitzäune aufstellen. Die anwandernden Tiere sammeln sich in Eimern, werden dann über die Straße getragen, statistisch erfasst und wieder freigelassen. Zusätzliche Helfer*innen sind stets hochwillkommen. Auch für Anfänger*innen ist diese Tätigkeit gut geeignet, ebenso für Kinder und Jugendliche.
Krötenwarnschild – Foto: Helge May
Helfende Hände gesucht
Es gibt wohl kaum eine Naturschutzgruppe, die nicht dringend weitere Helfer*innen sucht, denn Amphibienschutz ist aufwändige Handarbeit. Um mitzumachen, sind Vorkenntnisse nicht zwingend nötig. Die Saison erstreckt sich in der Regel über zwei bis drei Monate, mit dem Höhepunkt gegen Mitte März. Es ist schön, wenn jemand an vielen Tagen mit anpacken kann, wer nur einmal oder zweimal Zeit hat, ist aber auch willkommen.Zunächst müssen Zäune aufgestellt werden – teils übernimmt das die Kommune oder die Straßenbauverwaltung. Stehen die Zäune, müssen diese jeden Tag kontrolliert werden, am besten am frühen Abend und am frühen Morgen. Befinden sich Amphibien in den Eimern, werden diese in Transporteimer umgefüllt und über die Straße getragen. In der Regel werden dabei auch Anzahl, Arten und Geschlechter notiert. Wie die Hilfe funktioniert, wie man die Tiere richtig anfasst, wie man Grasfrösche von Springfröschen oder Bergmolche von Teichmolchen unterscheidet, ist schnell gelernt.Wer weiß, dass im Heimatort oder in der Nachbarschaft Krötenzäune betreut werden, kann sich einfach an die jeweilige Naturschutzgruppe wenden. Ist dies nicht bekannt, lohnt es sich, auf den lokalen NABU-Websites nachzuschauen. Mehr als tausend Schutzzäune samt Kontaktadressen sind zudem in der Schutzzaundatenbank des NABU-Bundesfachausschusses Feldherpetologie versammelt.
Einen Einblick in die Welt der heimischen Amphibien bietet die Broschüre „Frösche, Kröten, Molche – Leben im Wasser und an Land“ aus der Reihe „NABU aktiv“. Neben Informationen zur Lebensweise der unterschiedlichen Arten enthält die 56-seitige Broschüre Tipps zu praktischen Schutzmöglichkeiten im eigenen Garten.
Einzelexemplare der Broschüre erhalten Sie auf Anfrage bei der NABU-Naturinformation, 10108 Berlin. Bitte legen Sie 2 Euro für die Broschüre bei. Mehrfachbestellungen können über den NABU-Shop erfolgen.
Rückblick 2022
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