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Schlägertrupp gegen LKW-Protest in Gräfenhausen

Schlägertrupp gegen LKW-Protest in Gräfenhausen

Source: DGB – Bundesvorstand
08.04.2023
Schlägertrupp gegen LKW-Protest in Gräfenhausen
Gewerkschaften unterstützen LKW-Fahrer vor Ort
Seit mehrern Tagen protestieren LKW-Fahrer aus Georgien und Usbekistan auf der Raststätte Gräfenhausen bei Darmstadt. Der Grund: sie haben schon über 50 Tage lang keinen Lohn von ihrem polnischen Auftraggeber erhalten. An Karfreitag eskalierte die Situation: Der polnische Unternehmer Lukasz Mazur, Eigentümer der Speditionsgruppe, kam mit Schlägertrupp und einem gepanzerten Fahrzeug auf die Raststätte.
Sein Ziel war es, den Fahrern die Lastwagen abzunehmen. Die Polizei griff ein und nahm gegen Abend 16 Personen fest. Unter den Festgenommenen seien der Besitzer und seine Mitarbeiter. Gewerkschafter*innen aus Deutschland und den Niederlanden unterstützen gemeinsam mit dem DGB-Beratungsnetzwerk Faire Mobilität die Lastwagenfahrer vor Ort.

Der Polizei-Einsatz in Gräfenhausen endet an Karfreitag mit 16 Festnahmen, darunter wohl der Besitzer der polnischen Spedition und seine Mitarbeiter Faire Mobilität

Auch DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell war am Freitag vor Ort: “Dass der Inhaber der Spedition einen paramilitärischen Schlägertrupp inklusive Panzerfahrzeug nach Deutschland schickt, um mit martialischer Bedrohung einen Protest von LKW-Fahrern zu beenden, ist ein ungeheuerlicher Vorgang. Das muss unmissverständliche Konsequenzen haben”, fordert Körzell. “Es ist alleine dem besonnenen und ruhigen Handeln der Polizei und der protestierenden Fahrer vor Ort zu verdanken, dass es keine gewalttätige Eskalation der Situation gab. Dafür gebührt den Kolleg*innen Dank und Anerkennung.”
Körzell und der niederländische Gewerkschafter Edwin Atema fordern große Unternehmen wie VW, Ikea und DHL auf, nicht länger Aufträge an die Firmengruppe zu vergeben. Deren LKW firmieren u.a. unter dem Namen “Lukmaz” und bald wohl unter “Megatrans”.

Mehr erfahren: Das DGB-Beratungsnetzwerk Faire Mobilität informiert regelmäßig über seinen Twitter-Account zu aktuellen Entwicklungen in dem Konflikt.

Proteste gehen weiter
Die LKW-Fahrer setzen ihre Proteste aktuell fort. Körzell sichert ihnen weiterhin Unterstützung zu: “Wir Gewerkschaften stehen den Fahrern weiter in voller Solidarität zur Seite und prüfen in Kooperation mit polnischen Arbeitsrechtspezialisten die Dokumente der Fahrer, um die rechtliche Lage zu bewerten.
Wir helfen außerdem mit Verpflegung und Versorgung dank des lokalen Unterstützernetzwerks, unter anderem den örtlichen Tafeln und der Betriebsseelsorge des Bistums Mainz.”
Seit Tagen stehen die blauen LKW an der Raststädtte im südhessischen Gräfenhausen Faire Mobilität

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