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Wilde Schönheit auf kleinstem Raum

Wilde Schönheit auf kleinstem Raum

Source: NABU – Naturschutzbund DeutschlandEin Wildstaudenbeet anlegen
Knallbunte Farbexplosion oder lieber feine Töne? Beim Wildstaudenbeet ist der Gärtner Komponist, denn die prächtigen Stauden lassen sich je nach Farbvorliebe arrangieren. So ergibt sich ein wildes Beet, das Auge und Ohr Vergnügen schenkt: durch Blütenpracht und geschäftiges Flattern und Summen der Insekten, die in den Stauden ein reiches Nahrungsangebot finden.

Pflanzplan Wildstaudenbeet – Illustration: NelumboArt/Stefanie Gendera

So legt man ein Wildstaudenbeet an:
Wie bei allen gärtnerischen Maßnahmen steht am Anfang die Frage des Standortes. Denn davon hängt die Wahl der geeigneten Pflanzen ab. Trocken und sonnig oder schattig und eher feucht? Die meisten Gärten haben das Glück, über ein sonniges Fleckchen zu verfügen. Wie das Beet später aussieht, wird durch die individuelle Kombination der Stauden bestimmt. Große Leitstauden dominieren und sollten vereinzelt gesetzt werden, Begleitstauden und flächendeckende Stauden hingegen werden in Gruppen gepflanzt und runden das Bild harmonisch ab.

1. Abstecken:

Zunächst steckt man sich an der gewählten Stelle eine Fläche der gewünschten Größe ab, zum Beispiel einen Quadratmeter. Ob rund, quadratisch oder halbrund, ist dabei jedem selbst überlassen.

2. Pflanzen kaufen:

Gepflanzt wird am besten zwischen März und Mai, denn dann bleibt noch genug Zeit, das Ergebnis zu bewundern – und auch Schmetterlinge, Bienen und Hummeln finden sich auf ihrer Suche nach Nahrung ein. Die Stauden bezieht man am besten aus dem regionalen Naturstauden-Fachmarkt, dann stimmt die Qualität und man hat lange Freude an den Pflanzen.

3. Boden vorbereiten und Pflanzen platzieren:

Vor dem Pflanzen sollte der Boden aufgelockert werden. Vorhandene Grasnarben und Unkraut müssen entfernt werden.Dann legt man seine Pflanzen an die Stelle, an der sie später wachsen sollen ab. So sieht man gut, wo sie hinkommen und verzettelt sich nicht.

4. Pflanzen:

Nun beginnt das Pflanzen. Soll das Beet an einem Wand oder einem Zaun entstehen, kommen die höchsten Stauden ganz nach hinten. Ansonsten pflanzt man die hohen Stauden in die Mitte. Dann pflanzt man die Begleitstauden und am vorderen Rand die flachwachsenden Stauden. Nachdem man die bereitgelegten Pflanzen eingesetzt hat, muss mit Erde aufgefüllt und reichlich angegossen werden. Es kann auch helfen, die Stauden vor dem Pflanzen solange in einen Eimer mit Wasser zu tauchen, bis der Ballen schön nass ist.

5. Pflege:

Gute Nachrichten – diese Pflanzung braucht wenig Pflege, das Zurückschneiden der Stauden sollte erst im Frühjahr erfolgen, so haben Insekten im Winter Unterschlupf und die Vögel finden Nahrung. So ist Naturschutz leicht und schön.

Diese Stauden eignen sich gut
Leitstauden:

Pflanze
Pflanzabstand/Dichte
Blütezeit
Großblütige Königskerze (Verbascum densiflorum)
50 cm; 1 St./m²
Juli – August
Schafgarbe (Achillea millefolium)
25 cm; 2 St./m²
Juni – Juli
Gelber Eisenhut (Aconitum lycoctonum) Achtung: giftig!
40 cm; 6 St./m²
Juni – August
Gewöhnliche Akelei (Aquilegia vulgaris)
30 cm; 11 St./m²
Mai – Juni
Diptam (Dictamnus albus)
50 cm; 4 St./m²
Juni – Juli
Natternkopf (Echium vulgare)
25 cm; 2 St./m²
Juni – September
Moschusmalve (Malva moschata)
50 cm; 4 St./m²
Juli – September

Großblütige Königskerze – Foto: Helge May

Schafgarbe – Foto: Helge May

Garten-Akelei – Foto: Helge May

Diptam – Foto: Helge May

Natternkopf – Foto: Helge May

Begleitstauden:

Pflanze
Pflanzabstand/Dichte
Blütezeit
Blutstorchschnabel (Geranium sanguineum)
15 cm; 4 St./m²
Juni – August
Pfirsich- oder Rundblättrige Glockenblume (Campanula persicifolia oder C. rotundifolia)
35 cm; 8 St./m²
Juni – Juli
Flockenblume (Centaurea jacea oder C. scabiosa)
35 cm; 3 St./m²
Juni – Juli
Wirbeldost (Clinopodium vulgare)
40 cm; 6 St./m²
Juli – Oktober
Kuckuckslichtnelke (Lychnis flos-cuculi)
30 cm; 11 St./m²
Mai – Juli
Wiesensalbei (Salvia pratensis)
50 cm; 4 St./m²
Juni – August
Gewöhnlicher Hornklee (Lotus corniculatus)
25 cm; 16 St./m²
Juni – August
Taubenskabiose (Scabiosa columbaria)
35 cm; 8 St./m²
Juli – September

Blutroter Storchschnabel – Foto: Helge May

Pfirsichblättrige Glockenblume – Foto: Helge May

Flockenblume – Foto: Helge May

Wiesensalbei – Foto: Helge May

Ergänzende Bodendecker für den Rand:

Pflanze
Pflanzabstand/Dichte
Blütezeit
Kriechender Günsel (Ajuga reptans)
25 cm; 16 St./m²
Mai – Juni
Walderdbeere (Fragaria vesca)
20 cm; 25 St./m²
Mai – Juni
Filziger Frauenmantel (Alchemilla glaucescens)
25 cm; 16 St./m²
Juni – August

Diese Stauden vertragen auch Schatten:

Pflanze
Pflanzabstand/Dichte
Blauer Eisenhut (Aconitum napellus)
120 cm; 6 St./m²
Gewöhnliche Akelei (Aquilegia vulgaris)
50-60 cm; 4 St./m²
Große Sterndolde (Astrantia major)
45 cm; 7 St./m²
Blut-Storchschnabel (Geranium sanguineum)
30-50 cm; 6-8 St./m²
Kriechender Günsel (Ajuga reptans)
25 cm

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