Source: Koerber StiftungSilivri, das Hochsicherheitsgefängnis außerhalb von Istanbul , ist mehr als eine Haftanstalt. Es gilt als Symbol für die Inhaftierung von Oppositionellen, aber auch den kaum zu brechenden Kampfgeist kritischer Denker:innen in der Türkei. Auch der renommierte Journalist Can Dündar, ehemaliger Chefredakteur der Zeitung Cumhuriyet, war dort in Haft. Er berichtet von Isolationshaft ohne Sichtkontakt zu anderen Gefangenen und von stark eingeschränkten Besuchsmöglichkeiten durch Anwälte und Angehörige.
Im Berliner Exil kuratierte Dündar eine abstrahierte, beinahe maßstabsgetreue Nachbildung einer Zelle, entworfen von Shahrzad Rahmani, als freistehendes, transparentes Objekt. Das begleitende museum of small things erzählt anhand von alltäglichen Objekten die Geschichten von politischen Gefangenen in der Türkei: ein über das Telefon gesummtes Lied, eine Flaschenpost oder ein Unterhemd, welches als Leinwand genutzt wird.
Der Journalist Can Dündar hat die Geschichten von Menschen, die derzeit aus politischen Gründen in der Türkei in Haft sind oder es gewesen sind, gesammelt und niedergeschrieben.
Die Ausstellung ist Teil des Festivals „Nachbarschaften“ des Thalia Theaters und ist eine Kooperation zwischen dem Thalia Theater und der Körber-Stiftung.
Im Zeitraum vom 27. Oktober bis 6. November ist die Ausstellung jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn des Theaters geöffnet.
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SILIVRI. prison of thought / museum of small things
