Source: NABU – Naturschutzbund DeutschlandOffener Brief an die Bundesregierung
Europäische Staats- und Regierungschefs treffen sich, um über die Energiezukunft der EU zu beraten. Dabei geht es auch um Holzverbrennung und somit um die Zukunft unserer Wälder. Wir fordern deshalb mit einem offenen Brief die Bundesregierung auf, sich gegen die EU-Förderung von Energie aus Waldholz einzusetzen.
Buchenhochwald – Foto: Fritz Heydemann
21. Juni 2022 – Mit einem offenen Brief fordert der NABU gemeinsam mit Biofuelwatch und Robin Wood die Bundesregierung auf, sich gegen die EU-Förderung von Energie aus Waldholz einzusetzen. Hintergrund sind mehrere Treffen in den kommenden Tagen, bei der Politiker*innen über die Energiezukunft der EU beraten.
Vor knapp drei Wochen starteten die drei Verbände einen gemeinsamen Aufruf an Bundeskanzler Scholz sowie an die Minister*innen für Wirtschaft, für Umwelt und für Landwirtschaft, den bereits über 18.000 Menschen unterschrieben haben. Nun wenden sich NABU, Biofuelwatch und Robin Wood mit einem offenen Brief an die Adressat*innen. Anlass sind zwei europäische Treffen, die voraussichtlich das Schicksal unserer Wälder für die kommenden Jahre prägen werden: das Zusammenkommen der europäischen Staats- und Regierungschefs am 23./24. Juni und der Energieminister*innen am 27. Juni. Bei diesen werden wichtige Weichen für die Energiezukunft der EU gestellt. Insbesondere hinsichtlich der Überarbeitung der Richtlinie über erneuerbare Energien (RED II) stehen wichtige Entscheidungen bevor.
Holz setzt beim Verbrennen mehr CO₂ frei als Kohle
In ihrer derzeitigen Form fördert die RED aktiv die Verbrennung von Waldholz als Energiequelle, obwohl Holz beim Verbrennungsprozess mehr CO₂ freisetzt als Kohle. Einige Mitgliedstaaten wollen diese Praxis fortsetzen und sogar weiter ausbauen. Unter der verstärkten Holznachfrage leiden die Wälder in immer größeren Teilen von Europa. Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat Mitte Mai beschlossen, dass primäre Holzbiomasse – mit wenigen Ausnahmen – weder subventioniert noch auf das EU-Ziel für erneuerbare Energien angerechnet werden sollte. Dieses Votum ist der erste Schritt zu einer wissenschaftskompatiblen Behandlung von Holzbiomasse.
Der gemeinsame offene Brief fordert die deutsche Bundesregierung auf, dass der Rat diesem Beispiel folgt. Außerdem muss Deutschland mit gutem Beispiel vorangehen und die Energieerzeugung aus Primärholz nicht weiter fördern, sondern jetzt beenden.
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