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Treffen der G7-Finanzminister*innen in Bonn und Königswinter

Treffen der G7-Finanzminister*innen in Bonn und Königswinter

Source: Bundesministerium der Finanzen

Auf Einladung von Bundesfinanzminister Christian Lindner treffen sich die Finanzminister*innen und Notenbankgouverneur*innen der G7 unter deutscher Präsidentschaft vom 18. bis 20. Mai 2022 in Bonn und Königswinter. Zentrale Themen sind insbesondere Maßnahmen der G7 zur Unterstützung der Ukraine, Sicherung ökonomischer Stabilität, die Schuldenbewältigung in Entwicklungsländern, die Besteuerung der digitalisierten Wirtschaft, der Klimaschutz und die Überwindung der globalen Corona-Pandemie.

Die Finanzminister*innen und Notenbankgouverneur*innen der G7 kommen vom 18. bis 20. Mai 2022 in Bonn und Königswinter zusammen. Unter deutscher G7-Präsidentschaft tauschen sie sich zu zentralen Fragen im Finance Track aus und stimmen sich über gemeinsame Positionen ab. Das Treffen in Bonn und Königswinter wird die dritte Zusammenkunft der G7-Finanzminister*innen und -Notenbankgouverneur*innen unter der deutschen G7-Präsidentschaft und einer der Höhepunkte des Finance Track sein.
Die wichtigsten Ergebnisse der Diskussionen werden in einem gemeinsamen Kommuniqué festgehalten, das am 20. Mai veröffentlicht wird. Bei einer abschließenden Pressekonferenz wird Bundesfinanzminister Christian Lindner gemeinsam mit Bundesbankpräsident Joachim Nagel die zentralen Positionen der G7 im Finance Track erläutern.
Diese Seite informiert über die Themen und Ergebnisse des Treffens. Sie wird laufend aktualisiert und um die wichtigsten Inhalte und Dokumente sowie Videos und Bilder des Treffens erweitert.
Themen des Treffens
Auf der Agenda des dreitägigen Treffens der Finanzminister*innen und Notenbankgouverneur*innen stehen sowohl drängende aktuelle Herausforderungen als auch langfristige Themen der internationalen Wirtschafts- und Finanzpolitik:
Solidarität mit der UkraineDer völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine wird beim Treffen in Bonn und Königswinter im Mittelpunkt stehen. Dabei wird es um weitere gemeinsame Anstrengungen der G7 zur Unterstützung der Ukraine gehen.Für 2022 und darüber hinaus hatte die internationale Gemeinschaft bereits umfangreiche zusätzliche Hilfen bereitgestellt beziehungsweise zugesagt. Die G7 hatten bei ihrem vorangegangenen Treffen am Rande der IWF-Frühjahrstagung der Ukraine wiederholt ihre uneingeschränkte Solidarität bekundet und dabei auch die Bereitschaft zu weiterer Unterstützung zum Ausdruck gebracht. Dies wird im Zentrum des Treffens auf dem Petersberg stehen. Darüber hinaus werden die Finanzminister*innen und Notenbankgouverneur*innen unter anderem auch die Auswirkungen des Krieges auf die weltwirtschaftliche Lage erörtern und die beschlossenen Sanktionen gegen Russland thematisieren.
Makroökonomische Stabilität Die Weltwirtschaft steht gegenwärtig vor einer Reihe akuter sowie längerfristiger Herausforderungen, die auch beim Treffen in Bonn und Königswinter besprochen werden. Neben den globalen ökonomischen Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine sowie den Folgen der Corona-Pandemie zählen dazu auch der Anstieg der Inflation, hier vor allem die Teuerung bei den Energiepreisen und die Sicherung langfristigen nachhaltigen Wachstums. Um langfristig weltweit aus der Krise zu kommen, setzt sich die deutsche G7-Präsidentschaft im Finance Track zudem für nachhaltige Staatsfinanzen und ein widerstandsfähiges Finanzsystem ein.Darüber hinaus stehen auch die großen Transformationsprozesse hinsichtlich Digitalisierung und Klimaneutralität im Zentrum. Die deutsche G7-Präsidentschaft will diese Transformationsprozesse aktiv gestalten und ihre Chancen für eine neue Wachstumsdynamik und nachhaltigen Wohlstand nutzen, ohne einzelne Bevölkerungsgruppen abzuhängen.
Schuldenbewältigung in EntwicklungsländernEin besonderes Augenmerk richtet der Finance Track 2022 auf die Länder mit niedrigen Einkommen, die hoch verschuldet sind. Er setzt sich für eine multilaterale Unterstützung dieser Länder ein, insbesondere durch die verstärkte Umsetzung des sogenannten „Common Framework for Debt Treatment“, das auf der G20-Ebene vereinbart wurde.
DigitalisierungDie Digitalisierung verändert tiefgreifend die Art und Weise, wie wir wirtschaften, arbeiten und kommunizieren. Beim Treffen in Bonn und Königswinter soll in diesem Zusammenhang insbesondere die Umsetzung der globalen Mindestbesteuerung der digitalisierten Wirtschaft thematisiert werden. Dabei soll auch ein Austausch darüber erfolgen, wie die internationale Steuerkooperation weiter verbessert werden kann.
Klimaneutralität Ein Kernanliegen der deutschen G7-Präsidentschaft ist koordinierter und ambitionierter Klimaschutz. Alle G7-Länder haben sich zur Klimaneutralität bis spätestens 2050 (oder wie in Deutschland sogar 2045) bekannt. Im Finance Track 2022 liegt der Fokus u. a. auf Arbeiten zur Vergleichbarkeit und Koordinierung verschiedener Klimapolitiken, inklusive impliziter (z. B. regulatorische Ansätze zur Reduktion von CO2-Emissionen) und expliziter Bepreisung (z. B. eine CO2-Steuer oder CO2-Bepreisung). Ein weiterer Schwerpunkt ist die Schaffung eines offenen und kooperativen Klimaclubs als multilateraler Lösungsansatz für ambitionierten Klimaschutz: Dieser soll die internationale Kooperation im Klimaschutz entschieden stärken, um die grüne Transformation der Industrie gemeinsam voranzutreiben und Wettbewerbsnachteile sowie Handelsstreitigkeiten zu vermeiden. Das Konzept hat explizit auch die Beteiligung von klimapolitisch ambitionierten Ländern außerhalb der G7 zum Ziel. Die Etablierung eines offenen und kooperativen Klimaclubs soll unter deutscher G7-Präsidentschaft vorangetrieben und auch beim Treffen in Bonn und Königswinter diskutiert werden. Darüber hinaus werden sich die Finanzminister*innen und Notenbankgouverneur*innen zu den mit dem Russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine einhergehenden klimapolitischen Herausforderungen austauschen wie auch über die angestiegenen Energiepreise.
Überwindung der globalen Corona-PandemieEine wesentliche Voraussetzung für die wirtschaftliche Erholung ist die nachhaltige Überwindung der Corona-Pandemie. Die deutsche G7-Präsidentschaft setzt sich im Finance Track für die Beschleunigung der weltweiten Impfkampagne und die Fortsetzung der Finanzierung von Impfstoffen sowie deren effektiver und fairer Verteilung ein. Deutschland ist zweitgrößter Geber der internationalen Initiative „Access to COVID-19 Tools Accelerators“ – kurz ACT-A. Allein in diesem Jahr trägt Deutschland 1,5 Mrd. US-Dollar bei und wird so seiner Verantwortung und Führungsrolle als G7-Präsidentschaft gerecht. Seit 2020 beläuft sich der Beitrag Deutschlands zu ACT-A auf insgesamt rund 4 Mrd. US-Dollar. Gleichzeitig richtet die deutsche G7-Präsidentschaft den Blick auf die Lehren aus der Pandemie und treibt ein koordiniertes Vorgehen für eine globale Pandemievorsorge und die Stärkung der globalen Gesundheitsarchitektur voran. Beim Treffen auf dem Petersberg werden die Gesundheitsthemen im Rahmen eines gemeinsamen „Working Lunch“ mit den G7-Gesundheitsminister*innen diskutiert, die sich virtuell aus Berlin zuschalten werden.

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