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Die wirtschaftliche Entwicklung im vierten Quartal 2025

Die wirtschaftliche Entwicklung im vierten Quartal 2025

Source: Bundesministerium fur Wirtschaft und Energie
IN KÜRZE
Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im vierten Quartal 2025 preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Wachstumsimpulse stammten von der Binnennachfrage, insbesondere vom privaten Konsum und den Bauinvestitionen. Der Außenhandel lieferte einen negativen (rechnerischen) Beitrag.
Die Bruttowertschöpfung nahm ebenfalls zu (+0,4 Prozent). Wachstumstreiber waren das Baugewerbe und der Dienstleistungssektor, während die Wertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe stagnierte.

Das Statistische Bundesamt hat am 25. Februar die detaillierten Ergebnisse zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal 2025 veröffentlicht. Demnach stieg das BIP im Schlussquartal preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im Vorjahresvergleich ergibt sich ein preisbereinigter BIP-Zuwachs von 0,6 Prozent. Damit bestätigte das Statistische Bundesamt seine Schnellmeldung vom 30. Januar.
WERTSCHÖPFUNGSPLUS IM BAU- UND DIENSTLEISTUNGSSEKTOR
Auf der Entstehungsseite der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) verbuchte die Bruttowertschöpfung ein preis-, kalender- und saisonbereinigtes Plus von 0,4 Prozent.
Den deutlichsten Zuwachs verzeichnete das Baugewerbe mit +1,7 Prozent. Eine Ursache dafür dürften die vergleichsweise günstigen Witterungsverhältnisse im Dezember gewesen sein. Grundsätzlich verläuft die Baukonjunktur angesichts hoher Bau- und Finanzierungskosten aber noch gedämpft.
Der Dienstleistungssektor steigerte seine Wertschöpfung. Insbesondere bei den öffentlichen Dienstleistungen, Erziehung, Gesundheit stieg die Wertschöpfung wie schon in den vorherigen Quartalen bei anhaltendem Personalaufwuchs überproportional (+0,8 Prozent). Auch die sonstigen Dienstleister (+0,8 Prozent) sowie die Bereiche Information und Kommunikation (+0,4 Prozent) und Unternehmensdienstleister (+0,2 Prozent) konnten ihre Wertschöpfung vor dem Hintergrund der binnenwirtschaftlichen Erholung erhöhen.
Im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe stagnierte die Wertschöpfung (+0,0 Prozent). Darin spiegeln sich zum Teil die im November und Dezember rückläufigen Neuzulassungen wider.
Auch die Wertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe trat insgesamt auf der Stelle (+0,0 Prozent). Die Industriekonjunktur verläuft derzeit verhalten, weil geopolitische Unsicherheiten und der zunehmende Konkurrenzdruck auf den Weltmärkten die Auslandsnachfrage dämpfen.
Bild vergrößern: Eckwerte der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland
BINNENWIRTSCHAFTLICHE ERHOLUNG SETZT SICH FORT
Auf der Verwendungsseite der VGR wurde das BIP-Wachstum von 0,3 Prozent von der Binnennachfrage getragen.
Der stärkste Wachstumsimpuls stammte vom privaten Konsum, der dank steigender Reallöhne um 0,5 Prozent zunahm. Preisbereinigt mehr Geld ausgegeben haben die Verbraucherinnen und Verbraucher im Inland für das Wohnen (+1,7 Prozent), für Gastronomie- und Beherbergungsdienstleistungen, Gesundheit sowie Freizeit, Sport, Kultur und Bildungsdienstleistungen (je +1,5 Prozent). Gespart wurde im Bereich Verkehr (-2,8 Prozent) und Alkoholische Getränke, Tabakwaren und Drogen (-0,5 Prozent).
Auch der staatliche Verbrauch trug im Zuge erhöhter Arbeitnehmerentgelte sowie erhöhter sozialer Sachleistungen mit einer Steigerung um 1,1 Prozent spürbar zum Wachstum bei.
Am deutlichsten legten die Bauinvestitionen mit einem von günstiger Witterung unterstützten Anstieg um preisbereinigt 1,6 Prozent zu. Die Ausrüstungsinvestitionen blieben nach dem deutlichen Wachstum im Vorquartal nahezu konstant (+0,1 Prozent), wurden aber auch zuletzt von höheren öffentlichen Investitionen (u. a. für Verteidigungsgüter) gestützt. Die Sonstigen Anlageinvestitionen, worunter u. a. Ausgaben für Forschung und Entwicklung, Software und geistiges Eigentum fallen, verbuchten erneut ein kräftiges Plus (+1,0 Prozent). Damit ergab sich für die Bruttoanlageinvestitionen eine Veränderungsrate von 1,0 Prozent.
Demgegenüber fiel der rechnerische Wachstumsbeitrag von der Außenwirtschaft negativ aus. Aufgrund der gedämpften Auslandsnachfrage gingen die Exporte mit -0,6 Prozent stärker zurück als die Importe (-0,3 Prozent), sodass der Außenbeitrag -0,1 Prozent betrug. Exportorientierte Unternehmen erfahren zunehmend Gegenwind durch schärfere Konkurrenz auf den Weltmärkten, nachlassende Wettbewerbsfähigkeit und gestiegene Handelsbarrieren.
Bild vergrößern: Wachstum des Bruttoinlandprodukts
DEMOGRAPHISCHE UND KONJUNKTURELLE BREMSSPUREN AUF DEM ARBEITSMARKT
Die Lage auf dem Arbeitsmarkt wird zunehmend von der demographischen Entwicklung sowie der noch schwachen Konjunktur geprägt. Die Zahl der Erwerbstätigen ging im Vorquartalsvergleich saisonbereinigt zum zweiten Mal in Folge leicht zurück (-0,1 Prozent). Gegenüber dem Vorjahresquartal waren etwa 58 Tausend Personen weniger erwerbstätig. Dabei stand dem Personalaufwuchs im Dienstleistungssektor (v. a. im öffentlichen Dienst mit +212 Tausend Personen) ein Stellenabbau im Produzierenden Gewerbe (-180 Tausend Personen) entgegen.
Die Erwerbstätigen steigerten nach vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ihre durchschnittlichen Arbeitsstunden im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,7 Prozent. Aufgrund der verringerten Zahl erwerbstätiger Personen fällt das Plus des Arbeitsvolumens mit 0,5 Prozent etwas geringer aus.
Die Arbeitnehmerentgelte (Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen und Sozialbeiträgen der Arbeitgeber) stiegen im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,8 Prozent. Damit schwächt sich das Lohnwachstum im Vergleich zur bisherigen Entwicklung im Jahr 2025 etwas ab. Für das dennoch deutliche Plus waren höhere Sozialversicherungsbeiträge sowie Prämien und Abfindungen ausschlaggebend.
Die Bruttolöhne und -gehälter legten im vierten Quartal mit +4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum nicht ganz so deutlich zu wie die Arbeitnehmerentgelte. Angesichts der geringen Beschäftigungsdynamik wuchsen die Effektivlöhne (Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer) leicht stärker um 4,4 Prozent. Der Anstieg der Nettolöhne und -gehälter (insgesamt und pro Arbeitnehmer) fällt aufgrund gestiegener Sozialversicherungsbeitragssätze und höherer Lohnsteuerzahlungen mit+3,3 Prozent etwas weniger stark aus. Hier ebbt die Umsetzung jüngster Tarifabschlüsse allmählich ab. Dennoch liegt die Steigerung der Bruttolöhne und -gehälter mit einem Reallohnplus von +1,9 Prozent im Vorjahresvergleich deutlich oberhalb der Inflationsrate.
Die Unternehmens- und Vermögenseinkommen nahmen mit +5,5 Prozent etwas stärker zu als das Arbeitnehmerentgelt, wobei allerdings ein kräftiger Einbruch im Vorjahreszeitraum eine wesentliche Rolle spielt. Da sich der nominale private Konsum mit einem Plus von 4,4 Prozent im Vorjahresvergleich stärker entwickelte als die Verfügbaren Einkommen (+3,3 Prozent), reduzierte sich die Sparquote auf 9,4 Prozent. Im vierten Quartal 2024 hatte sie noch bei 10,4 Prozent gelegen. Auch in saisonbereinigter Betrachtung bewegt sie sich mit 10,3 Prozent unterhalb ihres langjährigen Durchschnitts von 10,9 Prozent.

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