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Umsetzen statt ausbremsen

Umsetzen statt ausbremsen

Source: NABU – Naturschutzbund DeutschlandInvestitionen für sichere Ernten, Trinkwasser und Klima

Ein Großteil der europäischen Lebensräume befindet sich in einem schlechten Zustand. Bund und Länder müssen deshalb das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur entschlossen voranbringen.

Die Wiederherstellungsverordnung ist keine Bedrohung für Land- und Forstwirtschaft, sondern eine Investition in ihre Zukunft – Foto: NABU/T. Gmeiner

10. März 2026 – Der NABU warnt Bund und Länder eindringlich, das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur auszubremsen. Stattdessen sollte die Umsetzung entschlossen vorangebracht werden, fordert NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger anlässlich des Deutschen Naturschutztags in Berlin. Mehr als 80 Prozent der Lebensräume in Europa befinden sich in einem schlechten Zustand. „Europas Natur steckt in einer historischen Krise und dieses Gesetz ist eines der zentralen Instrumente, um sie zu stoppen“, sagt NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger.  
Wiederherstellung: nachhaltige Investition in Zukunft
Für den NABU ist die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur daher kein optionales Umweltprojekt, sondern dringend notwendige Reparaturarbeit. „Naturwiederherstellung ist keine Belastung für Wirtschaft und Landwirtschaft, sondern eine nachhaltige Investition in unsere Heimat, in stabile Ernten, sauberes Wasser und wirksamen Klimaschutz“, betont Krüger.  
Kritik gab es zuletzt beispielsweise vom bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), der das Vorhaben als unzumutbare Belastung für die Land- und Forstwirtschaft bezeichnet hatte. Doch die Wiederherstellungsverordnung ist keine Bedrohung für Land- und Forstwirtschaft, sondern im Gegenteil: eine Investition in ihre Zukunft. „Gesunde Böden, intakte Moore und artenreiche Landschaften sichern langfristig Erträge, Wasserhaushalt und Klimastabilität. Ohne sie gerät auch unsere Landnutzung unter Druck“, so Krüger. 

Bundesweit gibt es eine hohe Zustimmung zu dem EU-Gesetz zur Wiederherstellung der Natur – Grafik: Magdalena Michalka

Rückenwind kommt dabei von der deutschen Bevölkerung: Rund 85 Prozent der Menschen in Deutschland befürworten das EU-Gesetz zur Wiederherstellung der Natur. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des NABU. Etwa drei Viertel der Befragten wünschen sich zudem mehr politischen Einsatz für dessen Umsetzung.
Eine Mehrheit, die sich durch alle Bundesländer zieht, selbst wenn die Landesregierung die Verordnung kritisiert. In Bayern sprechen sich beispielsweise knapp 83 Prozent der Befragten für das Gesetz aus, trotz der Aussagen des Ministerpräsidenten. 

Hintergrund: Gesetz zur Wiederherstellung der Natur

Die W-VO, also Wiederherstellungsverordnung, sieht vor, dass bis 2030 auf 20 Prozent der Land- und Meeresflächen in jedem Mitgliedsstaat Wiederherstellungsmaßnahmen begonnen werden. Bis 2050 soll dies für alle geschädigten Ökosysteme gelten, um sie in einen guten Zustand zu bringen. 
Deutschland und alle EU-Mitgliedstaaten sollen bis zum 1. September 2026 einen nationalen Wiederherstellungsplan vorlegen, um die Ziele der Wiederherstellungsverordnung zu erreichen.

Der NABU auf dem Deutschen Naturschutztag
Der NABU bringt beim Deutschen Naturschutztag in Berlin vom 11. bis 14. März seine Expertise zur Umsetzung der europäischen Wiederherstellungsverordnung in Diskussionen und Vorträgen ein.  
Am Mittwoch moderiert Dr. Raphael Weyland vom NABU-EU-Büro in Brüssel im Fachprogramm „Wiederherstellung der Natur“ eine Diskussion zur rechtlichen Umsetzung und zum nationalen Wiederherstellungsplan. 
Am Donnerstag sitzt Fachreferent Waldexperte Sven Selbert für den NABU bei „Vom Plan zur Praxis: Wie gelingt die Wiederherstellung von Wäldern?“ auf dem Podium.Im Fokus: Chancen und Möglichkeiten der Renaturierungsziele. 

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