Source: Bundesministerium fur Wirtschaft und EnergieBundesministerin für Wirtschaft Katherina Reiche nimmt am 8. Dezember 2025 am Wettbewerbsfähigkeitsrat in Brüssel teil. Im Fokus der Beratungen steht die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der EU durch die Vertiefung des EU-Binnenmarkts und konsequenten Bürokratieabbau.
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Katherina Reiche:
Europa ist immer dann stark, wenn es zusammensteht. Damit Europa seine geoökonomische Macht entfalten kann, muss der Binnenmarkt stark sein. Wir brauchen dringend einen Befreiungsschlag in Bezug auf die Bürokratie, die Wachstum in Europa hemmt. Um im Wettbewerb zu gewinnen, müssen wir unsere Industrie stärken, und wir müssen Innovation ermöglichen, um die technologischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts bewältigen zu können.
Zur Vertiefung des Binnenmarktes setzt sich die Bundesregierung insbesondere für eine zügige Schaffung eines 28. Regimes für eine EU-weite Gesellschaftsform ein, um Unternehmensgründungen in der EU weiter zu vereinfachen und deren Attraktivität für Start-up- und Venture-Capital-Investoren zu erhöhen, ohne nationale Arbeits- und Sozialstandards zu unterminieren. Weiter zentral sind echte Erleichterungen für Unternehmen bei der grenzüberschreitenden Arbeitnehmerentsendung – durch digitale Verfahren und vereinheitlichte Anforderungen. Zudem muss die Marktüberwachung auf EU-Ebene gestärkt werden, um den Binnenmarkt vor nichtkonformen Produkten aus Drittstaaten zu schützen, insbesondere im Onlinehandel.
Im erstmals vorgelegten „Jahresbericht zur Vereinfachung, Umsetzung und Durchsetzung“ beziffert die EU-Kommission, dass durch den bereits angestoßenen Abbau von Bürokratie 8,6 Milliarden Euro jährlich für Unternehmen und Bürger eingespart werden. Dazu laufen auf EU-Ebene die Verhandlungen von Omnibuspaketen, die verschiedene Rechtsbereiche einem Vereinfachungscheck unterziehen. Für dieses Jahr sind weitere Omnibusse angekündigt, zum Beispiel zum Automobilsektor und zu Umweltregulierung.
Außerdem wird die Stärkung der Rolle von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in der EU besprochen. 99,8 Prozent aller Unternehmen in Europa sind KMU. Diese sind hochinnovativ, dynamisch und oft Weltmarktführer. Um die Wettbewerbsfähigkeit der EU zu steigern, muss die EU KMU mehr Aufmerksamkeit schenken. Insbesondere gilt es, EU-Maßnahmen von vornherein mittelstandsfreundlich und digitaltauglich auszugestalten, um die besonderen Bedarfe von KMU zu adressieren.
Deutschland wird beim Wettbewerbsfähigkeitsrat schließlich über die Ergebnisse der „Friends of Industry“ Konferenz berichten. Nach sechs Jahren der Pause wurde das Format am 3. November in Berlin auf Einladung von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche wiederbelebt. Die bei der Konferenz unterzeichnete Berlin Declaration (PDF, 630 KB) fordert unter anderem eine Führungsrolle Europas bei industrieller KI, die Stärkung europäischer Wertschöpfung und Innovation, etwa in der Automobilindustrie, sowie Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz vor allem im Bereich kritischer Rohstoffe und digitaler Ökosysteme.
