Source: BMW GroupMünchen/Berlin. Der Preis der Nationalgalerie 2026 wird an den italienischen Künstler Maurizio Cattelan verliehen. Mit ihm wird einer der einflussreichsten Künstler der Gegenwart geehrt, der erstmals mit einer Einzelausstellung in Deutschland vertreten sein wird. Seine Werke, die sich zwischen Skulptur, Installation und konzeptueller Praxis bewegen, sind geprägt von scharfem Humor, bitterem Ernst und einer tiefgehenden Reflexion gesellschaftlicher Strukturen. Seit seiner Gründung im Jahr 2000 würdigt der Preis als bedeutende museale Auszeichnung künstlerische Positionen, die die Gegenwartskunst entscheidend prägen und präsentiert sie in Berlin einer breiten Öffentlichkeit. BMW ist seit 2006 exklusiver Partner dieses einzigartigen Engagements. Die Ausstellung zum Preis der Nationalgalerie wird zur Berlin Art Week im September 2026 in der Neuen Nationalgalerie eröffnet.
„Schon 2016 hat Maurizio Cattelan einen vollelektrischen BMW i3 im Rahmen unserer Partnerschaft mit ‚Rencontres d’Arles‘ als Spaghetti-Auto foliert. Kreative Freiheit ist, was unser Kulturengagement seit über 50 Jahren mit hunderten Kooperationen weltweit ausmacht. Und es ist eben diese Freiheit, die Cattelan immer wieder vollumfänglich ausschöpft. Mit Geist, mit Witz und nicht selten begleitet von scharfer Kritik. Ob Kunst unser Dasein spiegelt oder neue Räume auftut, darüber diskutiert man spätestens seit der Romantik. Bei Cattelan ist es stets beides. Gesellschaftliche Relevanz und kreative Exzellenz verbinden sich hier genauso wie beim Preis der Nationalgalerie, den wir seit zwanzig Jahren fördern. Wir gratulieren Maurizio Cattelan als Preisträger 2026 sowie zu seiner Einzelausstellung in der Neuen Nationalgalerie“, sagt Ilka Horstmeier, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Personal und Immobilien.
BMW und Maurizio Cattelan trafen 2016 im Rahmen von Rencontres d’Arles aufeinander: Gemeinsam mit dem Fotografen Pierpaolo Ferrari gestaltete Cattelan damals ein besonderes Projekt rund um den vollelektrischen BMW i3. Das sogenannte „Spaghetti Car” zeigte das Fahrzeug vollständig mit einem Spaghetti-Motiv foliert – eine humorvolle wie konzeptuelle Arbeit, die spielerisch mit Fragen von Kunst, Konsum und Nachhaltigkeit umging.
Seit den frühen 1990er-Jahren zählt Maurizio Cattelan (*1960, Padua) zu den prägenden Stimmen der internationalen Kunst. Seine ikonischen Werke – darunter „La Nona Ora“ (1999), eine von einem Meteoriten getroffene Figur Papst Johannes Pauls II., „Him“ (2001), ein betender Schuljunge mit dem Gesicht Adolf Hitlers oder „Untitled“ (2003), eine animatronische Skulptur, die auf den Protagonisten des Romans „Die Blechtrommel“ von Günter Grass verweist – zeigen, wie Cattelan das Potenzial des Schocks, der Irritation und der moralischen Ambivalenz nutzt, um zentrale Fragen unserer Zeit aufzuwerfen: nach Schuld, Verantwortung, Macht und kollektiven Traumata. Cattelans künstlerische Praxis ist durchzogen von einer Ästhetik des „comic existentialism“ – einer Verbindung aus Humor und Tragik, Ironie und Tiefsinn, die seine Arbeiten zugleich zugänglich und abgründig erscheinen lassen. Mit der Ausstellung kehrt Maurizio Cattelan nach Berlin zurück, wo er 2006 die 4. Berlin Biennale mitkuratierte.
Die internationale Fach-Jury für den Preis der Nationalgalerie 2026 setzt sich zusammen aus Emma Lavigne (Direktorin der Pinault Collection, Paris), Sam Keller (Direktor der Fondation Beyeler, Basel) und Klaus Biesenbach (Direktor der Neuen Nationalgalerie). Vorschlagsberechtigt waren neben den Fach-Juroren die Kuratoren der Nationalgalerie sowie die Mitglieder der FREUNDE der Nationalgalerie.
Emma Lavigne, Sam Keller, Klaus Biesenbach sagen: „Mit seiner Co-Kuratorenschaft der 4. Berlin Biennale hat Maurizio Cattelan vor fast zwei Jahrzehnten entscheidend zur internationalen Positionierung Berlins als Zentrum der Gegenwartskunst beigetragen.
Heute, 20 Jahre später, eröffnet eine Einzelausstellung in der Neuen Nationalgalerie die Möglichkeit, diesen prägenden Einfluss in einem neuen gesellschaftlichen und kulturellen Kontext zu reflektieren.
Cattelans Werk ist geprägt von Themen wie Macht, Religion, Tod, Humor und Erinnerung – Fragestellungen, die in Berlin mit seiner komplexen Geschichte besonders präsent sind. Als italienischer Künstler, der international wirkt, bringt er eine dezidiert europäische Perspektive auf Fragen von Identität, Verantwortung und kollektiver Erinnerung. Seine Arbeiten laden dazu ein, Geschichte provokant, kritisch und zugleich poetisch zu denken.
Gerade in Deutschland, wo die Formen des Erinnerns derzeit neu verhandelt werden – zwischen den letzten Generationen mit direkter Verbindung zur NS-Zeit oder Prägung in den Nachkriegsjahrzehnten und einer jüngeren Generation, die globale Perspektiven einbringt –, erhält Cattelans Werk besondere, aktuelle Relevanz.
Seine ikonischen Gesten, die zwischen Übertreibung, Ironie und Schmerz changieren, hinterfragen die Rituale des Gedenkens, evozieren Geschichte und Geschichten und eröffnen neue Sichtweisen auf unsere gesellschaftlichen Diskussionen und Debatten. In einer Zeit zunehmender politischer Polarisierung kann seine Kunst helfen, Erinnerung nicht als Zwang oder Pflicht, sondern als ebenso lebendigen wie relevanten Umgang mit der Gegenwart und Zukunft zu begreifen.
Auch seine ironische Infragestellung von Autorität und „Wahrheit” gewinnt heute neue Aktualität. In einer Phase, in der Institutionen – Museen, Politik, Medien – ihre Glaubwürdigkeit und gesellschaftliche Rolle neu definieren müssen, thematisiert Cattelan Machtverhältnisse innerhalb und außerhalb des Kunstsystems – stets ohne moralischen Zeigefinger. Seine Arbeiten regen dazu an, über persönliche Verantwortung, Repräsentation von Geschichte und die Grenzen institutioneller Kritik und Autorität nachzudenken.
In einer Atmosphäre politischer und sozialer Verhärtung wirkt Cattelans subversiver Humor als befreiendes Mittel. Er zeigt, dass Provokation und Komik nicht bloß Ausdruck von Zynismus sind, sondern Formen des Widerstands und der konstruktiven Reflexion. Gerade im deutschen Kontext, in dem gesellschaftliche Debatten häufig moralisch aufgeladen sind, eröffnet seine Kunst neue Räume des Denkens – jenseits von Empörung und Polarisierung.
Cattelan ist kein Künstler der Eindeutigkeit. Seine Stärke liegt darin, Ambivalenzen auszuhalten, Widersprüche sichtbar zu machen und neue Fragen zu stellen. Genau dieses Denken im Dazwischen kann produktive Irritation erzeugen – und erinnert daran, dass Uneindeutigkeit keine Schwäche, sondern eine Voraussetzung für kritisches Bewusstsein ist.
Die Neue Nationalgalerie, mit ihrem ikonischen Bau von Mies van der Rohe, ist als Ort zwischen Moderne, 20. und 21. Jahrhundert und Gegenwart prädestiniert, Cattelans Werk in seiner Vielschichtigkeit zu zeigen – als Spiegel und Kommentar unserer Zeit.“
Christian Kohorst, Vorsitzender der FREUNDE der Nationalgalerie, sagt: „Mit Maurizio Cattelan ehren wir einen Künstler, der gesellschaftliche Fragen mit Schärfe, Witz und Tiefsinn verhandelt. Dass seine erste große Einzelausstellung in Deutschland in der Neuen Nationalgalerie gezeigt wird, unterstreicht den Anspruch des Preises der Nationalgalerie, künstlerische Positionen von internationaler Bedeutung nach Berlin zu bringen.“
Die Maurizio Cattelan-Ausstellung in der oberen Halle des Mies-van-der Rohe-Baus wird von Lisa Botti, Kuratorin an der Neuen Nationalgalerie, mit Klaus Biesenbach, Direktor der Neuen Nationalgalerie, kuratiert und im September 2026 zur Berlin Art Week mit der Verleihung des Preises der Nationalgalerie eröffnet.
Der Preis der Nationalgalerie, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert, konnte sich über die Jahrzehnte zu einem der wichtigsten Kunstpreise etablieren und ermöglichte es den Preisträgern, sowohl national als auch international wichtige Impulse zu setzen. Auch heute versteht sich der Preis der Nationalgalerie als Würdigung, die die Internationalität und Lebendigkeit der aktuellen Kunstszene abbildet und in einem institutionellen Rahmen weiterdenkt. In diesem Sinne bleibt der Preis auch 2026 wandlungsfähig und wird in einem neuen Format erstmals in der Neuen Nationalgalerie fortgeführt. In Form einer Einzelausstellung werden Künstler geehrt, die international Maßstäbe setzen und deren Werk in Berlin bislang noch nicht umfassend präsentiert wurde. Mit dem Ortswechsel wird die aktuelle Kunst in Dialog mit der Sammlung der Neuen Nationalgalerie und ihrer Geschichte gestellt. Die Ausstellung wird ermöglicht durch die FREUNDE der Nationalgalerie.
Weitere Informationen zum Preis der Nationalgalerie sowie eine umfassende Chronik aller Preisträger und Ausstellungen findet sich auf: preis.freunde-der-nationalgalerie.de.
Maurizio Cattelan, 2025:BEING AN ARTIST IS NOT A JOB, IT’S A MALFUNCTIONART IS A WAY TO SURVIVE, NOT A WAY TO LIVEIF I KNEW WHAT I WAS DOING, I WOULD HAVE STOPPED A LONGTIME AGOSOMETIMES THE BEST IDEA IS THE ONE YOU’RE TOO ASHAMEDTO SAY OUT LOUDFAILURE IS MY FAVORITE COLORI DON’T MAKE ART TO COMMUNICATE, I MAKE IT TO ESCAPEIF YOU WANT TO SAY SOMETHING SERIOUS, WEAR A CLOWN’SNOSEI DON’T BELIEVE IN INSPIRATION, I BELIEVE IN GOOD TIMING ANDBETTER EXCUSESYOU DON’T MAKE A MASTERPIECE, YOU SURVIVE ONEBEAUTY IS THE PERFECT ALIBIMY GOAL IS TO VANISH COMPLETELY, LEAVING BEHIND JUST AQUESTION MARKAS LONG AS YOU DON’T CHOOSE, EVERYTHING IS POSSIBLEBEING ORIGINAL IS OVERRATED, BEING PRECISE IS TERRIFYINGGUILT IS ONE OF THE PUREST MATERIALS AN ARTIST CAN USESOMETIMES I WISH I COULD COPYRIGHT SILENCEIF I BELIEVED IN MESSAGES, I’D WORK IN ADVERTISINGI DON’T CREATE MEANING, I OFFER TRAPS FOR ITTRUTH IS NOT AN INGREDIENT, IT’S THE AFTERTASTEEVERY ARTWORK IS A LOOPHOLEYOU KNOW IT’S WORKING WHEN YOU START REGRETTING ITIF I WANTED COMFORT, I’D BUY FURNITURETHE BEST ARTWORKS ARE MISTAKES NO ONE DARED TO FIXA GOOD WORK DOESN’T ASK FOR ATTENTION, IT STEALS ITA BANANA ON A WALL IS STILL MORE HONEST THAN MOSTPEOPLE I’VE METTHE MORE YOU POLISH AN IDEA, THE LESS IT CUTSIF YOU CAN LIVE WITHOUT IT, IT WASN’T ARTCONCEPTUAL ART? ALL ART IS CONCEPTUAL IF YOU THINK LONGENOUGHI TREAT EXHIBITIONS LIKE FUNERALS: SILENT, AWKWARD, ANDFULL OF FLOWERSSUCCESS IS JUST FAILURE THAT FORGOT TO STOPEVERY EXHIBITION SHOULD FEEL LIKE A CRIME SCENEA GOOD ARTWORK SHOULD MAKE THE MUSEUM A LITTLENERVOUSEVERY OBJECT IS A HOSTAGE OF ITS OWN INTERPRETATIONWHEN IN DOUBT, CARVE IT IN MARBLEI NEVER TRUSTED THINGS THAT COME WITH A LABELTHE MOST RADICAL GESTURE IS TO DO NOTHING AND MAKEPEOPLE TALK ABOUT ITTHE LESS I EXPLAIN, THE MORE THEY WRITE
Zu den langfristigen Engagements der BMW Group in der Hauptstadt gehört neben dem Preis der Nationalgalerie auch das Gallery Weekend Berlin, das im Mai 2025 seine 21. Ausgabe feierte. Neben dem umfangreichen Engagement im Bereich der bildenden Kunst kooperiert BMW zudem mit der Staatsoper Unter den Linden und lädt jährlich zum traditionsreichen Open-Air-Format „Staatsoper für alle“ auf den Bebelplatz ein.
Das Kulturengagement der BMW Group mit exklusiven Updates und tieferen Einblicken in die weltweiten kulturellen Initiativen können auf Instagram unter @BMWGroupCulture verfolgt werden.
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Maurizio Cattelan erhält den Preis der Nationalgalerie 2026. BMW fördert den Preis seit 2006 und unterstreicht damit die Überzeugung, dass künstlerisches Denken Innovation und gesellschaftlichen Wandel inspiriert.
