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Helios-Klinikum Zerbst: Schließung muss gestoppt werden!

Helios-Klinikum Zerbst: Schließung muss gestoppt werden!

Source: Verdi – Vereinten Dienstleistungsgewerkschaftver.di kritisiert die geplante Schließung des Helios Klinikum Zerbst scharf und fordert den Erhalt des Krankenhausstandortes. Mit dem Aus für die Klinik drohe nicht nur der Verlust zahlreicher Arbeitsplätze, sondern auch eine massive Verschlechterung der medizinischen Versorgung für die Bevölkerung im ländlichen Raum. „Eine wohnortnahe und bedarfsgerechte medizinische Versorgung ist ein Grundrecht“, betont Bernd Becker, Landesfachbereichsleiter für den Bereich Gesundheit.
Besonders empörend: Offiziell gibt es keine Begründung für die geplante Schließung. „Diese Intransparenz ist ein Skandal“, erklärt Ulrike Lorenz, zuständige Gewerkschaftssekretärin. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind hochgradig verunsichert und werden von Helios im Unklaren gelassen. Dieses Vorgehen ist nicht hinnehmbar!“
Vor Jahren habe man das Krankenhaus privatisiert, erzählt Bernd Becker. „Seit dieser Zeit haben verschiedene private Träger, mit diesem Krankenhaus unter anderem Geld verdient. Aber jetzt, wo möglicherweise die Wirtschaftlichkeit nicht mehr so gegeben ist, wird es geschlossen.“ Die Kernaufgabe eines Krankenhauses sei eine bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung und die müsse erhalten bleiben, so Becker. „Wenn öffentliche Gelder in den Standort geflossen sind, dann müssen sie auch dem öffentlichen Zweck dienen.“ 
Unterschriftensammlung zu einem Offenen Brief
Um für den Erhalt der Klinik kämpfen, startet ver.di ab sofort mit den Beschäftigten und der Bevölkerung eine Unterschriftensammlung zu einem Offenen Brief an die Gesundheitsministerin Sachsen-Anhalts, Petra Grimm-Benne (SPD), den Landrat des Landkreis Anhalt-Bitterfeld, Andy Grabner (CDU) und den Bürgermeister von Zerbst. Die Gewerkschaft ver.di fordert mit Nachdruck:
den Krankenhausstandort Zerbst im Krankenhausplan zu erhalten und fortzuführen
die wohnortnahe und bedarfsgerechte medizinische Versorgung der Bevölkerung in Zerbst und Umgebung dauerhaft sicherzustellen
den bestehenden Versorgungsauftrag zu gewährleisten. Finanzielle Anreize oder Ausgleichszahlungen im Zusammenhang mit einer Schließung bewirken das Gegenteil
bereits eingesetzte öffentliche Fördermittel dauerhaft an den Standort Zerbst zu binden, indem beispielsweise durch einen Umbau in eine sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung die Menschen vor Ort weiter einen Nutzen haben.
„Der Erhalt des Klinikums Zerbst ist von entscheidender Bedeutung für die gesundheitliche Daseinsvorsorge in unserer Region. Daher erwarten Beschäftigte, Patientinnen und Patienten sowie die Bürgerinnen und Bürger von Zerbst, dass das Land Sachsen-Anhalt seiner Verantwortung nachkommt und sich entschieden für den Fortbestand des Standorts einsetzt“, heißt es in dem Offenen Brief. 

MIL OSI