Source: Universitat Hamburg Dr. Susanne Koch. Foto: UHH/EsfandiariWorum ging es in der/den Lehrveranstaltung(en), für die Sie ausgezeichnet wurden?
Zum Wintersemester 2020 sind an der Universität Hamburg die beiden neuen Studiengänge „Lehramt an Grundschulen“ und „Lehramt für Sonderpädagogik mit der Profilbildung Grundschule“ mit den Pflichtfächern Mathematik und Deutsch eingeführt worden. Seither bin ich maßgeblich an der Konzeption und Durchführung des Teilstudiengangs Mathematik beteiligt. Teilweise habe ich selbst Vorlesungen gehalten, teilweise habe ich in Modulen, in denen ein:e Kolleg:in die Vorlesung gehalten hat, Übungsgruppen oder Lernwerkstätten betreut. In diesen letzteren Veranstaltungen arbeiten die Studierenden vornehmlich selbstständig, jedoch unter Betreuung, an Aufgaben zum Vorlesungsstoff.
Leitung von bzw. Mitwirkung in folgenden Modulen:
Einführung in das mathematische Denken und Arbeiten (Bachelormodul; Übungsleitung und Lernwerkstättenleitung)
Grundkonzepte der Arithmetik (Bachelormodul; Übungsleitung und Lernwerkstättenleitung)
Grundkonzepte der diskreten Mathematik und des stochastischen Denkens (Bachelormodul; Vorlesung, Übungsleitung und Lernwerkstättenleitung)
Digitale Medien zur Mathematik (Bachelormodul in Form eines Computerpraktikums; Veranstaltungsleitung)
Fachwissenschaftliche Hintergründe schulmathematischer Inhalte (Mastermodul, Vorlesung und Übungsleitung)
Seminar zu fachwissenschaftlichen Hintergründen schulmathematischer Inhalte (Mastermodul)
Darüber hinaus habe ich verschiedene, teilweise auch interdisziplinäre, Abschlussarbeiten (Bachelor- und Master) in den oben genannten Studiengängen betreut.
Was war Ihnen bei der Gestaltung dieser Lehrveranstaltung(en) besonders wichtig?
Die Studierenden der oben genannten Studiengänge wählen das Fach Mathematik nicht freiwillig. Ein nicht unerheblicher Teil von ihnen steht dem Fach kritisch, mitunter sogar mehr oder weniger verängstigt gegenüber. Vor dem Hintergrund, dass diese Studierenden ihre Haltung zur Mathematik bei ihrer späteren Tätigkeit als Lehrkraft in den Unterricht einbringen und so die Einstellung ihrer Schüler:innen gegenüber dem Fach entscheidend prägen, verfolge ich in der Ausbildung das Ziel, (grund)schul- und hochschulmathematische Themen des fachlichen Curriculums zu vernetzen und eine Lernumgebung zu schaffen, die möglichst vielfältige, individuelle und vor allem positive Erfahrungen bei der Beschäftigung mit Mathematik erlaubt.
Die Einbindung ausgewählter Schulbuchaufgaben hat sich dabei als besonders gewinnbringend herausgestellt: Wenngleich diese Aufgaben in ihrer originären Fassung zumeist nur den Ausgangspunkt einer von mir deutlich erweiterten Aufgabenstellung darstellen, ist der Bezug zur späteren Tätigkeit für die meisten Lernenden offensichtlich. Ein eventuell vorhandener innerer Widerstand, sich mathematisch anzustrengen, wird so häufig merklich reduziert.
Zudem bieten derartige Aufgaben mitunter hervorragende Möglichkeiten im Hinblick auf Verallgemeinerung, Abstraktion oder Formalisierung. Im besten Fall wecken die tieferen Einsichten in grundlegende mathematische Strukturen Freude an dem Fach oder sogar Neugier auf mehr. So hoffe ich, dazu beizutragen, dass sich die Studierenden befähigt fühlen, einen modernen, abwechslungsreichen und begeisternden Mathematikunterricht zu gestalten.
Was macht für Sie gute Lehre aus?
Gute Lehre zeichnet sich für mich durch verschiedene Merkmale aus. Ein zentraler Aspekt ist sicherlich, dass die Lehrperson Enthusiasmus für das Fach ausstrahlt. Dies motiviert und inspiriert Studierende, sich intensiver mit den Inhalten auseinanderzusetzen.
Ebenso halte ich eine adressatengerechte Ansprache für bedeutsam, um die Inhalte für alle zugänglich zu machen. Als wichtig erachte ich außerdem, verschiedene Zugänge zu den Inhalten anzubieten, um unterschiedlichen Lernstilen und Vorkenntnissen gerecht zu werden.
Förderlich für die Lernatmosphäre ist sicherlich auch, wenn die Lernmaterialien so gestaltet sind, dass Erfolgserlebnisse auf verschiedenen Niveaustufen möglich sind: Denjenigen, die sich mit der Verarbeitung des Lernstoffs (anfänglich) etwas schwertun, sollte Gelegenheit eingeräumt werden, Einsicht in die wichtigen Grundlagen zu gewinnen.
Gleichzeitig sollten Lernende, die kognitive Herausforderungen suchen, zur vertieften Auseinandersetzung mit dem Stoff angeregt werden. In diesem Kontext erachte ich es als sinnvoll, wenn kurze Exkurse zu spannenden Zusammenhängen eingeschlagen werden, die möglicherweise über den eigentlichen Lernstoff hinausgehen.
Schließlich finde ich wichtig, dass ein Lernangebot fair gestaltet ist: Lernende sollten die Möglichkeit haben, die Lernziele zu erreichen, wenn sie sich engagiert mit den Inhalten auseinandersetzen und die zur Verfügung stehenden Lern- und Unterstützungsangebote vollumfänglich nutzen.
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Lehrpreis: „Gute Lehre zielt auf den Aufbau von Handlungskompetenz“
