Source: Verdi – Vereinten DienstleistungsgewerkschaftGemeinsam mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) konnte ein neuer Mantel- und Entgelttarifvertrag durchgesetzt werden, der spürbare Verbesserungen bei Löhnen, Arbeitsbedingungen und Wertschätzung bringt.
Mehr Geld, mehr Gerechtigkeit, mehr Schutz
Für die Beschäftigten, die tagtäglich in der Fluggastkontrolle, der Personal-, Waren- und Frachtkontrolle sowie in weiteren sicherheitsrelevanten Bereichen arbeiten, bedeutet das Tarifergebnis eine klare Aufwertung ihres anspruchsvollen Berufs. Ab Mai 2025 steigen die Stundenlöhne um 0,70 Euro, zum April 2026 folgt eine weitere Erhöhung um 1,00 Euro. Das ergibt je nach Entgeltgruppe ein Plus von 7,2 bis 10,6 Prozent. Auch die PRM-Zulage für die Betreuung mobilitätseingeschränkter Passagiere wird zu beiden Terminen um jeweils 0,35 Euro erhöht.
„Es ist es uns gelungen, wichtige Verbesserungen für die Kolleginnen und Kollegen durchzusetzen – sowohl bei den Arbeitsbedingungen als auch beim Entgelt“, sagte der ver.di-Verhandlungsleiter Wolfgang Pieper. „Gerade die Verbesserungen bei der Mehrarbeitsregelung und beim Arbeitsschutz sind ein klares Zeichen dafür, dass sich gewerkschaftlicher Druck auszahlt.“
Arbeitsschutz, Anerkennung und bessere Vereinbarkeit
Ein besonderes Augenmerk galt der Verbesserung der Arbeitsbedingungen: Künftig gelten Mehrarbeitszuschläge früher, auch für Teilzeitkräfte wurden gerechtere Regelungen erreicht. Die freie Arztwahl bei notwendigen Folgeuntersuchungen ist künftig ebenso festgeschrieben wie zusätzliche freie Tage bei besonderen persönlichen Anlässen – zum Beispiel bei Umzug oder Hochzeit.
Ein starkes Zeichen der Anerkennung: Die Jubiläumszahlungen wurden deutlich erhöht – von 300 Euro nach zehn Jahren Betriebszugehörigkeit bis zu 2.000 Euro nach 40 Jahren. Pieper: „Das sind wichtige Elemente der Wertschätzung für die Arbeit in einem körperlich und psychisch anspruchsvollen Beruf“, so Pieper weiter. „Die Beschäftigten leisten einen zentralen Beitrag für die Sicherheit im Luftverkehr, was allen Passagieren zugutekommt. Das muss sich in fairen Arbeitsbedingungen und guten Löhnen widerspiegeln.“
Die Anforderungen an Konzentration, Belastbarkeit und Stabilität sind in der Luftsicherheit besonders hoch. Die Beschäftigten müssen unter hoher Konzentration arbeiten – etwa bei der Kontrolle von Passagieren oder Fracht, häufig in baulich schwierigen Bedingungen: mangelhafte Belüftung, extreme Temperaturen oder ungünstige Lichtverhältnisse können die Arbeit zusätzlich erschweren. Hinzu kommen ständige Leistungstests – wer bei einer Prüfung durchfällt, wird sofort aus dem Dienst genommen, muss Nachschulungen und gegebenenfalls eine neue Prüfung absolvieren. Besteht er diese nicht, kann das zum Verlust des Zertifikats, zum Lohnausfall und letztendlich auch zum Vrlust des Arbeitsplatzes führen.
Alle drei Jahre steht zudem eine medizinisch-psychologische Untersuchung an – auch hier kann ein negatives Ergebnis den Verlust der beruflichen Existenz bedeuten.
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Luftsicherheit: Einigung bringt mehr Geld und mehr Anerkennung
