Source: Koerber StiftungDie einen schwärmen vom urbanen Leben mit kultureller Vielfalt und kurzen Wegen, die anderen von der Ruhe und Gemeinschaft auf dem Land. Oft bleiben solche Gespräche an Klischees hängen: Die Stadt als überteuerte, anonyme Betonwüste – das Land als rückständige Idylle ohne Perspektiven.
Doch verbirgt sich hinter diesen Stereotypen eine tiefere gesellschaftliche Spaltung? Das zeigt sich zumindest im Wahlverhalten. Gerade Bewohner dichter urbaner Innenstädte wählen anders als Menschen in weniger dicht besiedelten, ländlichen Gegenden. Aber während in manchen Regionen das Stadt-Land-Gefälle dominiert, verlaufen die Bruchlinien andernorts eher zwischen Ost und West oder zwischen Nord- und Süddeutschland.
Wie groß ist der Stadt-Land-Konflikt also wirklich? Ist er ein medial befeuertes Narrativ – oder kulturelle Realität? Wer profitiert davon, ihn weiter anzuheizen? Wie verklärt ist die urbane Sicht auf das Land, und fühlen sich Menschen die Menschen dort wirklich „abgehängt“ oder „bevormundet“?
Der Politikwissenschaftler Lukas Haffert zeigt in seinem Buch „Stadt, Land, Frust“, wie sich Strukturen und Lebensstile in Städten und auf dem Lang zunehmend voneinander entfernen. Angelika Tumuschat-Bruhn kennt als Ortsbürgermeisterin im Seevetal die Herausforderungen kleiner Gemeinden und Dörte Hansen nimmt in ihrem Roman „Altes Land“ die vermeintliche Landidylle unter die Lupe.
Es moderiert die Journalistin Nadine Lindner.
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Stadt, Land, Frust?
