Source: NABU – Naturschutzbund DeutschlandKrüger: „Die Natur verhandelt nicht“
Deutschland hat gewählt. Aber was bedeutet das Ergebnis vom 23. Februar langfristig für den Schutz von Wachstum, Natur und Klima? Eine erste Einordnung durch NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger – und ein Appell.
Bundestagswahl 2025: Wie geht es im Naturschutz weiter? – Foto: NABU/CEWE Kevin Hanselka
23. Februar 2025 – Deutschland hat gewählt. Und die ersten Hochrechnungen am Sonntagabend weisen CDU/CSU als stärkste Kraft aus. Die Union unter Kanzlerkandidat Friedrich Merz wird vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier voraussichtlich mit der Regierungsbildung beauftragt werden. Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, welche Parteien eine Regierungskoalition bilden werden und welche Politiker*innen künftig welches Ministerium führen werden.
Nach den ersten Hochrechnungen wird die Union mit rund 29 Prozent stärkste Kraft. Auf dem zweiten Platz folgt die in Teilen rechtsextreme AfD mit 20 Prozent, dahinter folgen SPD (16 Prozent) und Grüne (13 Prozent), die Linkspartei (9 Prozent). Um den Einzug ins Parlament müssen die FDP sowie das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) mit jeweils 5 Prozent noch bangen.
Klar ist jedoch: Die neue Regierung muss sich einigen großen Herausforderungen stellen, insbesondere im Natur- und Klimaschutz. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse schätzt NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger: „Die Regierungsbildung wird kein Selbstläufer.“
Erste Einordnung von NABU-Präsident Krüger
Dabei dürfen Natur- und Klimaschutz keine Randthemen sein, wie der NABU-Präsident am Sonntagabend betont: „Unser Land kann auf Dauer nur erfolgreich sein, wenn Ökologie und Ökonomie Hand in Hand gehen, das gilt auch für Europa und den Green Deal.“ Aus seiner Sicht werden die künftigen Regierungsparteien gemeinsame Antworten auf die drängenden Krisen finden müssen, die sie dann auch umsetzen. Krüger: „Vor allem die viel zitierte Wirtschaftskompetenz zeigt sich heute daran, ob auch die Natur als Standortfaktor ernst genommen wird.“ Denn die Natur verhandelt nicht, Klimaschutz ist die Grundlage für nachhaltiges Wachstum.
„Ich freue mich über die hohe Wahlbeteiligung“, so Krüger weiter. 83 Prozent der Wahlberechtigten hatten am Sonntag ihre Stimmen abgegeben, der höchste Wert seit der Wiedervereinigung.
NABU hält an Forderungen fest
Der NABU hat sich im Wahlkampf für mehr Naturschutz in der Fläche eingesetzt sowie eine bessere Unterstützung des zivilgesellschaftlichen Engagements, das auch die vielen tausenden Aktiven im Naturschutz tagtäglich leisten. Denn ohne den Schutz unserer Lebensgrundlagen gibt es kein Wachstum, keine Arbeitsplätze, keine Freiheit. Deswegen fordert der NABU auch über die Wahl hinaus eine Aufstockung und Sicherung von Förderprogrammen wie dem Aktionsprogramm Nationaler Klimaschutz (ANK) oder dem nationalen Artenhilfsprogramm sowie das Ausweisen neuer Schutzgebiete. Auch der Abbau von rechtlichen und bürokratischen Hürden, um ehrenamtlich aktiv bleiben zu können, Natur besser und schneller zu schützen und wiederherstellen zu können, muss in der neuen Bundesregierung oben auf die Agenda.
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