Source: Verdi – Vereinten DienstleistungsgewerkschaftViele Sozialarbeiter*innen verlassen den Beruf schnell wieder – die Situation ist bekannt, Bewerbungen bleiben aus. Zeit für Fortbildung, Supervision oder fachlichen Austausch fehlt ebenfalls. ver.di fordert deshalb Sofortmaßnahmen, um die Jugendämter zu retten: Ein nationaler Kinderschutzgipfel, ausreichende finanzielle Mittel, strukturierte Einarbeitungskonzepte, mehr Studienplätze, eine Begrenzung der Fallzahlen auf 28 pro Vollzeitstelle und Standards für Supervision und Beratung. Ohne diese Reformen ist der Kinderschutz massiv gefährdet. Das betont auch Runa Pal aus dem Jugendamt der Kreisverwaltung Offenbach. Wenn nichts passiert, „dann sterben Kinder.“ Aufgrund des Personalmangels, des gestiegenen Drucks und wachsender Bürokratisierung könne man nur noch das Allernötigste machen und sich auf Kinderschutzfälle fokussieren. „Hilfsangebote und Beratung werden vernachlässigt“, berichtet die Sozialarbeiterin. „Aber bevor so ein Fall zum Kinderschutzfall wird, kann man ja was machen.“ Theoretisch. Wenn man genügend Personal und Zeit hat. (Mehr erfahren im ver.di publik-Artikel)
Die Sozialarbeiter*innen der Allgemeinen Sozialen Dienste (ASD) tragen eine zentrale Verantwortung für das Wohl und den Schutz von Kindern und Jugendlichen. Ihre Arbeit ist anspruchsvoll: Sie erfassen komplexe familiäre Situationen, entwickeln gemeinsam mit den Betroffenen Lösungen und sichern so das Kindeswohl. Als Schnittstelle zwischen Beratung und Eingriffsbehörde arbeiten sie eng mit anderen Institutionen zusammen. Angesichts steigender Fallzahlen und komplexer Problemlagen – verstärkt durch die Corona-Pandemie – ist ihre Arbeit wichtiger denn je. Kinder und Jugendliche, deren psychische Gesundheit zunehmend belastet ist, sind auf die Jugendhilfe angewiesen.
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