Source: Bundesministerium fur Umwelt Naturschutz Bau und ReaktorsicherheitDie deutsche Industrie hat 2022 erhebliche Investitionen in den Umweltschutz getätigt und sowohl den Umsatz als auch die Zahl der “Green Jobs” gesteigert.
Die deutsche Industrie investiert weiter in den Umweltschutz und steigert noch einmal den Umsatz mit Angeboten, die dem Umwelt- und Klimaschutz dienen. Die jetzt für 2022 vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen belegen 376.000 “Green Jobs”, 107,5 Milliarden Euro Umsatz mit Umweltschutzprodukten sowie 13,9 Milliarden Euro Investitionen in die umweltgerechte Produktion.
Investitionen und laufende Aufwendungen der Industrie (produzierendes Gewerbe ohne Baugewerbe) sowie Güter und Leistungen des produzierenden und Dienstleistungsgewerbes für den Umweltschutz stellen für Politik und Verwaltung Indikatoren zum Stand und Fortschritt einzelner Wirtschaftszweige bei der Umstellung ihrer Produktionsprozesse auf nachhaltigere Verfahren und die Ausrichtung ihrer Angebote auf Bedarfe zum schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen dar.
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Insgesamt waren 376.213 Personen in diesem Bereich beschäftigt.
Verarbeitendes Gewerbe: Mit 65 Prozent stellt dieser Sektor den größten Anteil der Beschäftigten im Umweltschutz dar.
Baugewerbe: Der zweitgrößte Sektor mit 20 Prozent der Beschäftigten.
Dienstleistungssektor: Dieser Bereich macht 13 Prozent der Beschäftigten aus.
Sonstige: Die restlichen 2 Prozent fallen unter diese Kategorie.
Die Investitionen in den Umweltschutz stellen einmalige Aufwendungen dar, die in die Beschaffung von Sachanlagen oder immateriellen Vermögensgegenständen fließen, welche ausschließlich oder überwiegend der Verringerung, Vermeidung oder Beseitigung von Emissionen in die Umwelt dienen oder eine schonendere Ressourcennutzung ermöglichen. Das produzierende Gewerbe hat hier zuletzt Sachinvestitionen von insgesamt 13,4 Milliarden Euro unter anderem in technische Anlagen und Maschinen getätigt, die zu knapp der Hälfte in die Bereiche Abwasser- und Abfallwirtschaft geflossen sind. 4,4 Milliarden Euro betrafen Anlagen zur Verminderung der Abwassermenge. Der Klimaschutz als Teil des Umweltschutzes profitierte von Sachinvestitionen in Höhe von 5,0 Milliarden Euro unter anderem durch Investitionen in Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien, die Minderung des Ausstoßes von Kyoto-Treibhausgasen sowie Energieeffizienzsteigerung und -einsparung. Der Umweltbereich Luftreinhaltung, unter den auch die Elektromobilität fällt, bildet einen weiteren Schwerpunkt der Investitionen in Sachanlagen. Die Ver- und Entsorgungswirtschaft war 2022 strukturbedingt mit 9,3 Milliarden Euro wieder die größte investive Branche innerhalb der erfassten Wirtschaftszweige.
Laufende Aufwendungen stellen den Wert aller verbrauchten Güter und in Anspruch genommenen Leistungen dar, die bei der Durchführung von Umweltschutzmaßnahmen eingesetzt werden. 77,3 Prozent dieser Aufwendungen oder 33,9 Milliarden Euro haben Unternehmen im Jahr 2022 für den Betrieb von Umweltschutzanlagen und -einrichtungen ausgegeben. Die wirtschaftlich bedeutendsten Anteile betreffen das Personal (7,0 Milliarden Euro), Abschreibungen (5,8 Milliarden Euro) und Fremdleistungen (1,0 Milliarden Euro). Gegenstand sind beispielsweise Wartungen, Analysen und Messungen an Umweltschutzanlagen wie Vorrichtungen zur Minderung des Austritts von Lärm oder Schadstoffen in die Umgebung, Systeme zur energieeffizienten Produktion oder die Abfall-/Abwasservermeidung. Die restlichen 22,7 Prozent (9,9 Milliarden Euro) der laufenden Aufwendungen entfielen auf Gebühren und Beiträge sowie andere nicht anlagenbezogene Aufwendungen. Dazu zählen unter anderem die EEG-Umlage für den Klimaschutz, Abfall- und Abwassergebühren. Bei einer thematischen Zuordnung kann knapp die Hälfte der gesamten laufenden Aufwendungen (44,0 Prozent beziehungsweise 19,3 Milliarden Euro) der “Abfallwirtschaft” zugerechnet werden. Die höchste Steigerung gegenüber der letzten Erhebung von 2019 verzeichnet die Branche der Energieversorgung mit rund 1,6 Milliarden Euro oder 22 Prozent.
Bei den Gütern und Leistungen für den Umweltschutz handelt es sich um solche, die der Emissionsminderung oder schonenderen Ressourcennutzung anlässlich der Produktion und des Konsums dienen. Hiermit erwirtschafteten Betriebe des produzierenden Gewerbes (einschließlich Baugewerbe) und des Dienstleistungssektors 2022 einen Umsatz von 107,5 Milliarden Euro und somit ein Plus von 16,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Menge der Vollzeitbeschäftigungen in diesen Wirtschaftszweigen wuchs weiter auf 376.000, was ein Plus von 10,3 Prozent bei den “Green Jobs” bedeutet. Klimaschutz (61,7 Milliarden Euro), Luftreinhaltung (21,1 Milliarden Euro und Abwasserwirtschaft (10,7 Milliarden Euro) waren die Hauptzielrichtungen. Zum Beispiel wurden 9,1 Milliarden Euro mit Gütern und Leistungen in der Elektromobilität erwirtschaftet sowie 6,5 Milliarden Euro mit der Herstellung und Installation von Kanalisationssystemen.
Rechtsgrundlage für die Erhebungen sind die §§ 11 und 12 des Umweltstatistikgesetzes. Der öffentliche Sektor sowie die privaten Haushalte sind darin nicht erfasst. Die Erhebungen erfolgen durch die Statistischen Ämter der Länder und das Statistische Bundesamt.
12.07.2024 | Meldung Umweltinformation
