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NABU-Kreuzfahrtranking 2024

NABU-Kreuzfahrtranking 2024

Source: NABU – Naturschutzbund DeutschlandWo stehen die Reedereien bei Klima- & Umweltschutz?

Die Kreuzfahrtbranche hat noch eine lange Fahrt vor sich, bis Umwelt und Klima nicht mehr so stark belastet werden. Das aktuelle Kreuzfahrtranking des NABU beleuchtet, wer auf gutem Kurs ist und wo Korrekturen dringend notwendig sind.

Kreuzfahrtschiff – Foto: pixabay/ed2456

Eine Kreuzfahrt, die Umwelt und Klima nicht belastet, bieten auch die Spitzenreiter des diesjährigen Rankings nicht an. Weiterhin leiden Klima und Umwelt unter dem Einsatz fossiler Kraftstoffe. Die Treibhausgase Kohlenstoffdioxid und Methan heizen die Klimakrise an. Schwefel, Stickoxide, und Ruß belasten nicht nur die Umwelt, sondern auch die Gesundheit der Menschen an den Küsten. 
Lobenswert: Kraftstoffverbrauch wird deutlich reduziert
Einige Unternehmen zeigen jedoch, wie die Zukunft der Kreuzfahrt aussehen kann. Am schnellsten zeigen derzeit Maßnahmen zur Einsparung von Kraftstoff Wirkung: Sie stehen schon jetzt allen Reedereien zur Verfügung, können innerhalb kurzer Zeit flottenweit angewandt werden und bieten das Potential, über die Hälfte des Kraftstoffes einzusparen. 
Die vorderen Plätze können sich hier durch eine Vielzahl an Maßnahmen profilieren: Batterien, energiesparende Bauweise, langsamere Fahrt und Optimierung der Technik von Rumpf bis Propeller verringern effizient den Bedarf an fossilen Kraftstoffen. Zentral ist auch die Nutzung von Landstrom, der es ermöglicht während der Hafenliegezeiten vollständig auf die Motoren zu verzichten. Aktuell scheitert die Nutzung vielerorts am fehlenden Angebot. Hafenstädte wie Hamburg, Kiel und Rostock gehen voran, sie haben schon frühzeitig passende Anlagen aufgebaut. Die Reduzierung der Abgasmengen in den Häfen kommt sowohl dem Klima als auch sämtlichen Anwohner*innen zugute.
Auch auf den unteren Rängen zeigt sich Bewegung. Keines der Unternehmen erlaubt es sich noch, Klima- und Umweltfragen zu ignorieren. Die Anzahl von Maßnahmen zur Minderung der Emissionen fällt jedoch deutlich geringer aus, ebenso die Nutzung von Landstrom. Schweröl, der dreckigste aller Kraftstoffe, findet weiterhin breite Anwendung, obwohl er nicht nur das Klima, sondern auch die Umwelt und die Luft enorm belastet. 

NABU-Kreuzfahrtranking 2024 (zum Vergrößern klicken) – Grafik: Magdalena Michalka

Die Herausforderung: Abhängigkeit von fossilen Kraftstoffen
Die Wahl des Kraftstoffes ist weiterhin zentral und bleibt schwierig zu lösen. LNG führt zu erheblichen Verbesserungen der Luftqualität, da Luftschadstoffe reduziert werden. Allerdings ist das bei der Verbrennung entweichende Methan ein wahrer Klimakiller, der kurzfristig die 80-fache Treibhausgaswirkung im Vergleich zu Kohlenstoffdioxid entfaltet. Eine LNG-Kreuzfahrt ist mitunter klimaschädlicher als eine Kreuzfahrt mit Diesel. LNG als grüne Lösung zu bewerben führt daher in die Irre.
Auch Biokraftstoffe sind nicht unproblematisch. Palmöl oder andere Anbauprodukte gehören nicht in die Tanks von Schiffen. Selbst Biokraftstoffe auf Abfallbasis entnehmen ihren Rohstoff einem Stoffkreislauf, wo dieser dann ersetzt werden muss. Hieraus resultieren neue Umweltgefahren, wie zum Beispiel Landnutzungsveränderungen und Entwaldung. Es stehen schlicht nicht genügend  Reststoffe zur Verfügung, um einen maßgeblichen Beitrag zur Dekarbonisierung der Schifffahrt zu liefern.

Ziel Klimaneutralität in weiter Ferne
Insgesamt sollten Kreuzfahrtunternehmen auf erneuerbare Kraftstoffe nichtbiologischen Ursprungs setzen. Kraftstoffe auf Basis von grünem Wasserstoff wie Methanol und Ammoniak zeichnen sich als klare Favoriten ab. TUI Cruises hebt sich hier mit der Inbetriebnahme des Neubaus „Mein Schiff 7“ von der Konkurrenz ab, da es in Zukunft mit Methanol betrieben werden kann. Neben Effizienz ist diese Ausrichtung auf klimaneutrale Treibstoffe der maßgebliche Schritt, der flottenweit umgesetzt werden muss. 
Das anvisierte Ziel der Klimaneutralität bleibt leider noch in weiter Entfernung. Insbesondere in der unteren Hälfte des Rankings sieht der NABU keine ehrgeizigen Ambitionen, die gesamte Flotte klimaneutral zu betreiben. Deutschland selbst hat im Klimaschutzgesetz das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045 verankert. Dennoch geben acht der teilnehmenden Kreuzfahrtunternehmen an, erst 2050 klimaneutral agieren zu wollen. Hinter den nationalen Zielen zurückzuliegen sollten sich in Deutschland agierende Unternehmen heutzutage nicht mehr leisten und angesichts der voranschreitenden Klimakrise die eigene Strategie nachbessern.

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