Source: Bundesministerium fur Ernährung und LandwirtschaftErschienen am 01. Juli 2024im Format Pressemitteilung Nr. 62/2024
Özdemir: “Wirtschaftliche Planungssicherheit und Nachhaltigkeit können Hand in Hand gehen”
Positiver Trend bei den freiwilligen Gemeinwohlleistungen: Eine Auswertung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) der vorläufigen Antragszahlen der Direktzahlungen 2024 aus den Bundesländern zeigt, dass die Landwirtinnen und Landwirte die allermeisten Öko-Regelungen deutlich stärker nachfragen als 2023 – dem ersten Jahr der neuen Förderperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Zuvor hatte das BMEL die Öko-Regelungen – also einjährige Maßnahmen, durch die konventionelle wie Bio-Betriebe für freiwillige Umweltleistungen honoriert werden – deutlich angepasst.
für die Biodiversität (Brachen und Blühflächen auf Ackerland) haben gegenüber 2023 stark zugenommen – bei der Öko-Regelung 1a gibt es eine Steigerung von mehr als 360 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Grund ist die Senkung der Einstiegsschwelle, die diese Öko-Regelung für viele, insbesondere kleinere und mittlere Betriebe, attraktiver gemacht hat. Auch die Öko-Regelung 2 zum Anbau vielfältiger Kulturen wurde stärker nachgefragt. Noch besser als im Vorjahr angenommen wurde auch die Öko-Regelung 5 zu Kennarten im Dauergrünland – hier stiegen die Antragszahlen um mehr als die Hälfte.
Die Öko-Regelung zu Agroforst wird zwar weit unter Plan angenommen, gleichwohl haben sich die Anträge hier zum Vorjahr auch mehr als verdreifacht. Im Einzelnen:
Intervention
Teilinter-ventionen
GAP-SP Planzahlen**
Antrags-daten 2023 (Mai) Hektar
Antrags-daten2024 (Mai)Hektar
Vergleich Veränderung zu 2023
Vergleich Gemessen an Planung
ÖR 1: Bereitstellung von Flächen zur Verbesserung der Biodiversität auf Ackerland
a) nicht-produktive Flächen (Stufe 1 bis 3)
304.092
56.105
259.760
362,98%
85,42%
b) Blühstreifen auf Ackerland
167.551
1.331
5.115
284,34%
3,05%
c) Blühstreifen auf Dauerkulturen
8.818
69
33
-51,42%
0,38%
d) Altgrasstreifen auf DGL (Stufe 1 bis 3)
212.708
6.554
8.331
27,11%
3,92%
ÖR 2: Anbau vielfältiger Kulturen
2.691.844
1.787.594
2.257.151
26,27%
83,85%
ÖR 3: Agroforst
7.500
51
173
236,02%
2,30%
ÖR 4: Extensivierung DGL
1.978.081
1.275.359
1.335.645
4,73%
67,52%
ÖR 5: Kennarten
640.605
1.106.502
1.732.366
56,56%
270,43%
ÖR 6: Verzicht auf Pflanzenschutz-mittel
a) Ackerland, Dauerkulturen
555.578
103.679
106.130
2,36%
19,10%
b) Grünfutter, Ackerfutter (Ackerland)
397.122
210.751
268.568
27,43%
67,63%
ÖR 7: Natura 2000
1.312.012
1.085.128
1.302.048
19,99%
99,24%
*Vorläufige Antragsdaten ohne Kontrollen und Plausibilitätsprüfungen** “GAP-Strategieplan” = Planzahlen basierend auf Modellrechnungen des Thünen-Instituts
Erfreulich ist eine Zunahme bei Anträgen von Junglandwirtinnen und -landwirten. Bei den Zahlungen für Mutterschafe- und -ziegen kann ebenfalls ein Anstieg verzeichnet werden. Die Antragszahlen für die Einkommensgrundstützung entsprechen dem leichten Abwärtstrend der letzten Jahre. Die Umverteilungseinkommensstützung sowie die Zahlungen für Mutterkühe sind im Vergleich zu denen des vergangenen Jahres kaum verändert.
Hintergrund:
Öko-Regelungen sind einjährige Maßnahmen im Rahmen der nationalen GAP-Ausgestaltung, durch die konventionell wie biologisch wirtschaftende Betriebe für freiwillige Umweltleistungen honoriert werden. Dazu zählen beispielsweise die Bereitstellung nicht produktiver Flächen, Blühstreifen auf Ackerland oder in Dauerkulturen, der Anbau vielfältiger Kulturen, Agroforst, extensive Bewirtschaftung von Dauergrünland oder die Bewirtschaftung verschiedener Acker- oder Dauerkulturen ohne Pflanzenschutzmittel. Für die Öko-Regelungen stehen in Deutschland rund eine Milliarde Euro im Jahr zur Verfügung. Nachdem im letzten Jahr die unterplanmäßige Nachfrage nach Öko-Regelungen zu höheren Prämien bei allen Direktzahlungen führte, werden sich die Prämienhöhen der Öko-Regelungen aufgrund der gestiegenen Nachfrage voraussichtlich ihren im GAP-Strategieplan für dieses Jahr ausgewiesenen Planwerten annähern.
Erschienen am 01. Juli 2024im Format Pressemitteilung
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