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Galeria: Neustart im August mit 83 Filialen

Galeria: Neustart im August mit 83 Filialen

Source: Verdi – Vereinten DienstleistungsgewerkschaftGroße Skepsis gegenüber den Plänen der neuen Eigentümer äußerte nach der Gläubigerversammlung Marcel Schäuble, Landesfachbereichsleiter Handel bei ver.di Hessen und für die Gewerkschaft zuständig für die Tarifverhandlungen bei GKK: „Zu den Zielen für die Zukunft haben die Verantwortlichen wenig ambitionierte Aussagen getroffen.“ Außerdem zeigten die Erfahrungen der Vergangenheit, dass der Schwerpunkt immer wieder auf Kostensenkungen gelegt worden sei. „Das hat nicht zur Stabilisierung der Warenhäuser geführt, sondern ist vor allem zu Lasten der Beschäftigten gegangen.“ Das sei komplett inakzeptabel.
Soziale Verantwortung gefordert
Andrea Grisail, Betriebsratsvorsitzende bei GKK in Mülheim und Mitglied der ver.di-Bundestarifkommission, verwies darauf, dass vor allem die Beschäftigten mit den erneuten Filialschließungen „Opfer bringen müssen, um den Konzern zu retten“. Die Belegschaft erwarte nun vom neuen Eigentümer klare Signale: Er solle soziale Verantwortung übernehmen, gerechte Löhne zahlen und die verbliebenen Arbeitsplätze sichern.
Allerdings gibt es schon vor der offiziellen Galeria-Übernahme durch das Konsortium viel Kritik an den bekannt gewordenen Plänen. Bis zu 100 Millionen Euro wollen die neuen Betreiber innerhalb der kommenden zwei bis drei Jahre in die Warenhäuser investieren, meldete dpa Ende Mai mit Verweis aus dem Umfeld von Baker und Beetz. Handelsexperten hatten jedoch wiederholt einen Investitionsbedarf für GKK in Höhe von über einer Milliarde Euro genannt.
Bei ver.di stößt zudem das Vorhaben, Galeria von einer GmbH in die Gesellschaftsform einer „Société à responsabilité limitée“ umzuwandeln, auf Widerstand, denn dabei entfällt der Aufsichtsrat, in dem bisher Beschäftigte und Gewerkschafter Kontrollfunktionen wahrnehmen. „Es wäre für einen Neuanfang nach der dritten Insolvenz wichtig, auf die Erfahrungen der langjährigen Beschäftigten zurückzugreifen“, betont Silke Zimmer, für den Handel zuständiges Mitglied im ver.di-Bundesvorstand. Schließlich seien sie seit langem direkt von den Folgen vieler Managementfehler betroffen. Jetzt würden sie ihre Kenntnisse gerne einbringen, damit dieselben Fehler nicht wiederholt würden.
Mit scharfer Zurückweisung reagierte sie auf den Plan der neuen Eigentümer, die Warenhäuser künftig einmal im Monat sonntags zu öffnen. „Der arbeitsfreie Sonntag ist grundgesetzlich geschützt, und die Sonntagsöffnung bedarf immer eines Anlasses.“ Die regelmäßige Sonntagsöffnung der Filialen einmal monatlich sei aus Gewerkschaftssicht nicht gesetzeskonform. „Was wir brauchen, sind ausreichend große Investitionen.“ Die GKK-Kolleg*innen wollten nach drei Insolvenzen „endlich Jobsicherheit sowie auskömmliche und gute Arbeit – nicht andauernde Unsicherheit, Überlastung durch Sonntagsarbeit und ein Wiederholen der Fehler der letzten Jahre“, so Zimmer.                  
Text: Gudrun Giese

MIL OSI