Source: Verdi – Vereinten DienstleistungsgewerkschaftUnzureichendes Angebot in der dritten Verhandlungsrunde
In der dritten Verhandlungsrunde am 18. März hatte die Deutsche Bank, in die die Postbank und ihre Servicegesellschaften eingegliedert sind, ihr Angebot verbessert, doch das reichte nicht. Die ver.di-Bundestarifkommission lehnte das Angebot als völlig unzureichend ab. „Die Arbeitgeberseite hat zwar Anfang der Woche nachgebessert, aber das Angebot bleibt bei allen wichtigen Punkten unterhalb der Erwartungen an einen abschlussfähigen Kompromiss. Dabei kann es nicht bleiben. Deshalb weiten wir die Streiks ab sofort massiv aus“, sagte Jan Duscheck, ver.di-Verhandlungsführer im März.
ver.di rief deshalb die Beschäftigten zu bundesweiten Warnstreiks auf: am 22. und 23. März 2024 in allen Filialen des Postbank Filialvertriebs, im Businesscenter Berlin, in der Postbank-Zentrale in Bonn und der PB Factoring in Bonn. Duscheck hatte nach der erfolglosen dritten Verhandlungsrunde auch angekündigt, nicht nur die Arbeitskampfmaßnahmen sukzessive auszuweiten sondern auch die Urabstimmung vorzubereiten.
„Die Beschäftigten erwarten langfristige Arbeitsplatzgarantien und eine klare materielle Wertschätzung für ihre Arbeit und die besonderen Belastungen der letzten Monate. Die Arbeitgeber halten das Narrativ der nötigen Kosteneinsparungen dagegen. Damit eskalieren sie die Verhandlungen mehr und mehr. Wir werden die Arbeitskampfmaßnahmen daher sukzessive ausweiten und bereiten auch die Urabstimmung vor. Wenn die Arbeitgeberseite diese Eskalation vermeiden will, muss sie ihr Angebot bis zum nächsten Verhandlungstermin am 16. April deutlich nachbessern“, sagte ver.di-Verhandlungsführer Jan Duscheck zur der Ausweitung der Streiks.
Zwei Tage zuvor, direkt nach der dritten Verhandlungsrunde, hatte Duscheck bereits angekündigt: „Es sind erste Fortschritte erkennbar. Allerdings sind wir immer noch weit von einem Abschluss entfernt. In den kommenden Wochen kommt es noch einmal darauf an, dass wir die Streiks zusammen noch einmal intensivieren.” Vor der vierten Verhandlungsrunde am 16. April würden die Warnstreiks ausgeweitet werden.
Bereits vor der dritten Verhandlungsrunde hatte ver.di die Beschäftigten des Postbank Filialvertriebs und der Postbank Callcenter bundesweit in allen Betrieben zu Warnstreiks aufgerufen, vom 15. bis 16. März 2024. Zudem fanden für alle Betriebe des Postbank Filialvertriebs zentrale regionale Betriebsversammlungen am 14. März statt. Für den Raum Stuttgart einen Tag später, am 15. März. Rund um diese Betriebsversammlungen kam es zu Protestaktionen im Rahmen der Tarifrunde mit hunderten Beschäftigten. Für die Kunden bedeuteten das massive Beeinträchtigungen in der Erreichbarkeit der Postbank. „Die Beschäftigten der Postbank wissen, ohne Druck bewegt sich nichts, denn ihnen wir nichts geschenkt”, sagte ver.di-Verhandlungsführer Jan Duscheck vor der dritten Verhandlungsrunde.
ver.di und die Beschäftigten fordern in der aktuellen Tarifrunde 15,5 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 600 Euro, und die Verlängerung des Kündigungsschutzes bis zum 31. Dezember 2028. Die Bank bietet hingegen nur 5 Prozent zum 1. Juni 2024 und 2 Prozent zum 1. Juli 2025 sowie einen Kündigungsschutz lediglich bis zum 30. Juni 2026 an. „Das bisher vorgelegte Angebot der Arbeitgeberseite ist sehr weit von einem verhandelbaren Kompromisskorridor entfernt. Ohne weitere Streiks bewegt sich bei der Deutschen Bank überhaupt nichts“, sagt Jan Duscheck, ver.di-Verhandlungsführer für den Bankenbereich.
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Postbank: Verhandlungsergebnis angenommen
