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Galeria: ver.di kritisiert Pläne des neuen Investorenduos

Galeria: ver.di kritisiert Pläne des neuen Investorenduos

Source: Verdi – Vereinten DienstleistungsgewerkschaftAm 28. Mai sollen die Gläubiger entscheiden, ob sie dem Insolvenzplan zustimmen. Die Warenhauskette GKK hatte am 9. Januar einen Insolvenzantrag gestellt – den dritten seit Juli 2020. Schon vor einigen Wochen hatten die neuen Investoren die Schließung von etlichen weiteren der verbleibenden 92 Filialen angekündigt.
Laut der am 27. April bekanntgewordenen Liste sind die Warenhäuser in Augsburg, Berlin Ringcenter, Berlin Spandau, Berlin Tempelhof, Chemnitz, Essen, Köln Breite Straße, Leonberg, Mainz, Mannheim, Oldenburg, Regensburg Neupfarrplatz, Trier Fleischstraße, Würzburg und Wesel betroffen. ver.di kritisiert die erneuten Schließungspläne bei Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) aufs Schärfste. Der bereits drei Mal in die Insolvenz geratene Konzern, seit Kurzem mit einem neuen Eigentümer an der Spitze, hatte angekündigt, 16 von 92 Filialen schließen zu wollen. Darüber hinaus soll das Personal in der Hauptverwaltung um die Hälfte reduziert werden. Von den geplanten neuen Schließungen betroffen sind rund 1.400 Beschäftigte. 
„Das ist keine gute Nachricht, weder für die Beschäftigten noch für die Kundinnen und Kunden und die betroffenen Kommunen. Jeder Standort, der geschlossen wird, führt zu einer weiteren Verödung unserer Innenstädte. Das, was die Beschäftigten auszuhalten haben, geht weit über das Maß des Erträglichen hinaus. Es ist verantwortungslos, wiederholt derart mit den Sorgen, Nöten und Ängsten der Menschen bei Galeria Karstadt Kaufhof und ihrer Familien zu spielen. Wieder einmal entsteht der Eindruck, dass die Beschäftigten zum Spielball eines Mietpokers werden“, sagte Silke Zimmer nach Bekanntgabe der Pläne. Hintergrund für viele Schließungen seien die hohen und nicht mehr bezahlbaren Mieten für die Filialen, begründet der Konzern seine Schließungsentscheidung.
Auch Politik und Gesellschaft in der Verantwortung
Nicht nur die Gewerkschaft, auch Politik und Gesellschaft dürften diese Schließungspläne auf keinen Fall hinnehmen und müssten nun um Arbeitsplätze und Filialen kämpfen. Dafür sei mit den Vermietern über die oft überteuerten Mieten zu verhandeln und an Zukunftskonzepten für den Handel zu arbeiten. „Tausende Beschäftigte haben die letzten Jahre auf erhebliche Gehaltsbestandteile verzichtet, um den Konzern zu retten. Sie haben es verdient, endlich Sicherheit für ihren Arbeitsplatz zu erhalten“, sagte die Gewerkschafterin.
ver.di erwartet vom neuen Eigentümer Bernd Beetz in das Traditionsunternehmen zu investieren. Gemeinsam mit den Beschäftigten müsse ein tragfähiges Zukunftskonzept entwickelt und auf den Weg gebracht werden, das auf die Stärken des Warenhauskonzerns setzte: ein breites und hochwertiges Sortiment, gepaart mit Handelskompetenz und sehr guter Beratung. Gelinge das nicht, trage die Konzernspitze nicht nur Verantwortung für ihr Missmanagement, sondern auch dafür, dass der öffentliche Raum veröde, so Silke Zimmer.

MIL OSI